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Borna Herma und Horst Loth in Kitzscher sind seit 65 Jahren verheiratet
Region Borna Herma und Horst Loth in Kitzscher sind seit 65 Jahren verheiratet
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16:27 06.10.2016
Eiserne Hochzeit haben am Donnerstag in Kitzscher Herma (90) und Horst Loth (88) gefeiert. Quelle: Andreas Döring
Kitzscher

Sie stammt aus Böhmen, er ist ein waschechter Sachse. Seit 65 Jahren gehen Herma und Horst Loth gemeinsam durchs Leben. Am Donnerstag feierten sie in Kitzscher ihre eiserne Hochzeit.

Horst Loth, der im November 89 Jahre alt wird, stammt von einem Bauernhof in Beucha. In den heutigen Ortsteil von Bad Lausick verschlug es am Ende des zweiten Weltkrieges seine spätere Frau. Deren Familie war aus einem Dorf bei Leitmeritz, dem heutigen Litomerice in Tschechien, vertrieben worden. Mit ihren Eltern und drei Geschistern zog die damals 19-Jährige neuneinhalb Wochen durch Sachsen, bis die Familie in Beucha Aufnahme fand. Dort lernten die beiden Jugendlichen sich kennen und wurden ein Paar.

Horst Loth hatte auf dem Hof seiner Eltern gelernt und gearbeitet und war später Traktorist bei der MTS. Sie war Bürogehilfin, in ihrem Heimatdorf wuchsen am Südhang an der Elbe Aprikosen und gelernt hatte sie in einer Wein-Großhandlung. Doch bald arbeiteten beide in Espenhain in der Braunkohle. Er über 40 Jahre lang als Fahrzeugschlosser und Lokführer im Tagebau, sie in der Lohnbuchhaltung der Bauabteilung.

In ihre Zeit im Braunkohlwerk fällt der Erwerb des ersten eigenen Autos. Das war im Jahr 1964, als in Zwickau die ersten Fahrzeuge der Baureihe 601 gefertigt wurden. Damals kam in Espenhain ein ganzer Zug voll Trabis an. „Die hatten kleine Fehler und wurden wahrscheinlich im Ausland nicht genommen“, erinnert sich Horst Loth. Deswegen konnten die Braunkohlewerker sie kaufen.

Der Trabant dürfte längst verschrottet sein, Familie Loth fuhr einige andere Autos. Ihr letztes, einen Opel Astra, gaben sie im vorigen Jahr nach 17 Jahren ab, weil Horst Loth nicht mehr gut genug sieht zum Auto fahren. Ihre Wohnung in Kitzscher dagegen ist seit 60 Jahren die gleiche. Damals gehörten sie zu den ersten 25 Mitgliedern der Arbeiterwohnungsgenossenschaft, die in Kitzscher Reihenhäuser baute. Das heißt, einen großen Teil der Arbeit leisteten die späteren Bewohner selbst. Bei Loths waren das rund 1000 Stunden, erinnert sich das Paar. Nach 1990 mussten sie das Haus dann kaufen – oder ausziehen. Sie entschieden sich zu bleiben.

Herma Loth ist in Kitzscher noch vielen Leuten bekannt. War sie doch in einem Teil der Stadt mehr als 24 Jahre lang Vertreterin der staatlichen Versicherung der DDR. Damals kassierte sie monatlich die Versicherungsbeiträge ein und sie regulierte auch die kleineren Schäden.

Familie Loth hat zwei Kinder und drei Enkelkinder. Ein Geheimnis für ihr langes Zusammenleben, gibt es nicht, sagen beide. „Was ausgesprochen werden musste, wurde ausgesprochen“, sagt Horst Loth schmunzelnd. „Wir haben normal gelebt, denke ich“, fügt seine Frau hinzu und erkundigt sich schon mal, wie denn das nächste Ehejubiläum heißt.

Von André Neumann

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