Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Herzdruckmassage im Bornaer Gymnasium: AC/DC gibt den Rhythmus vor
Region Borna Herzdruckmassage im Bornaer Gymnasium: AC/DC gibt den Rhythmus vor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:19 18.06.2017
Verbände anlegen und einen Verletzten warmhalten – beides gehört zum Erste-Hilfe-Kurs des DRK am Bornaer Gymnasium. Quelle: Julia Tonne
Anzeige
Borna

Wer Menschen reanimieren muss, weil das Herz nicht mehr schlägt, sollte zwei Musiktitel im Kopf behalten: Stayin’ Alive von den Bee Gees und Highway to hell von AC/DC. Denn beide Lieder haben zwischen 100 und 120 Schläge pro Minute – und damit den perfekten Rhythmus für eine Herzdruckmassage. Das Thema Erste Hilfe stand gestern im Bornaer Teichgymnasium im Fokus. Vor Ort waren sowohl Mitarbeiter vom Deutschen Roten Kreuz (DRK), Kreisverband Leipziger Land, als auch zwei Fachärzte für Anästhesie aus der Bornaer Sana Klinik.

Vier Stationen mussten die Siebtklässler allein beim DRK absolvieren. Steffen Müller und Angelika Helm zeigten die stabile Seitenlage, das Anlegen von Wundverbänden, das Warmhalten von Verletzten und erklärten zudem theoretische Grundlagen. „Der größte Fehler ist, nicht zu helfen, wenn jemand verletzt ist“, machte Müller deutlich. Ein Fehler sei verzeihbar, der Tod des Patienten nicht. Er hält es für ausgesprochen wichtig, dass schon Jugendliche Erste-Hilfe-Kurse absolvieren, um im Notfall vorbereitet zu sein.

Die zwei Fachärzte für Anästhesie aus der Sana-Klinik, Deniz Haznedar und Florian Specht, bauten auf dem Kurs des DRK auf und zeigten den Schülern die Grundlagen der Herzdruckmassage. „Patienten“ waren drei Wiederbelebungspuppen. „Reanimation nach einem plötzlichen Herzstillstand ist nicht schwer“, betonte Haznedar. Wichtig sei es, die Reihenfolge einzuhalten: Prüfen, ob der Patient noch atmet, den Notruf wählen und schließlich selbst mit der Herzdruckmassage beginnen. „Je früher man mit der Wiederbelebung beginnt, desto höher sind die Überlebenschancen“, so Specht.

Auch die beiden Ärzte befürworten solche Kurse schon für Jugendliche, „die Hemmschwelle bei ihnen ist noch deutlich geringer“. Erwachsene Helfer würden sich vorab zu viele Gedanken machen – über mögliche Fehler, über rechtliche Fragen –, und dann sei es im Notfall oft zu spät. Deshalb nutzen die Sana-Ärzte ihre jungen Zuhörer auch als Art Multiplikatoren. „Sie können dann zu Hause und im Freundeskreis davon erzählen, wie wichtig Hilfe ist“, erklärt Haznedar.

Paula und Jolina waren zwei der Schüler, die Hand an Puppe „Anne“ anlegen durften. „Das ist schon eine Herausforderung, den Rhythmus zu finden, ihn beizubehalten und vor allem auch die Kraft und Ausdauer aufzubringen“, sagte die 13-jährige Jolina. Dennoch: die Mühe lohne sich, immerhin verdoppele bis verdreifache sich die Überlebenschance, wenn der Helfer weiß, was zu tun ist.

Der Erste-Hilfe-Kurs gestern war nur ein Bestandteil der fächerverbindenden Woche. Während die Fünftklässler im Leipziger Zoo zur Exkursion unterwegs waren, die sechsten Klassen die Inspirata erkundeten, besuchten die achten das Horchmuseum in Zwickau. Für alle anderen standen Ausflüge nach Lippendorf und nach Jena auf dem Programm. „Der Tag der Naturwissenschaften gehört seit Jahren zu der fächerverbindenden Woche. Uns ist vor allem daran gelegen, den Schülern zu zeigen, wie die verschiedenen Bereiche – Biologie, Chemie, Physik, Geographie – ineinandergreifen“, erklärte Lehrerin Andrea Gleisberg.

Von Julia Tonne

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach dem Brand in einem Wohnblock in Kitzscher (Landkreis Leipzig) am Sonntag geht die Polizei von Brandstiftung aus und sucht nun Zeugen des Vorfalls. Bei dem Feuer waren acht Personen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht worden.

15.06.2017

Nichts weniger als ein Blockbuster wird wohl auch die 21. Sonnenwendfeier des Groitzscher Horts werden. Am Freitag bringen die Kinder, Erzieher und Helfer ihre Version von „Alice im Wunderland“ auf die Freilichtbühne der Wiprechtsburg.

15.06.2017

Das Leipziger Ingenieurbüro Seecon soll den Zuschlag für die Entwicklung eines Klimakonzepts für Borna erhalten, sofern die Weichen dafür im Rahmen einer Sondersitzung des Bauausschusses am 22. Juni erstellt werden. Inhalt würden auch Ladesäulen für Elektroautos sein.

18.06.2017
Anzeige