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Herzdruckmassage im Bornaer Gymnasium: AC/DC gibt den Rhythmus vor

Unterricht Herzdruckmassage im Bornaer Gymnasium: AC/DC gibt den Rhythmus vor

Der plötzliche Herzstillstand kann jeden treffen – zu jeder Zeit. Um so wichtiger ist es, wenn schon Jugendliche wissen, was im Notfall zu tun ist. DRK und Ärzte der Sana-Klinik waren gestern im Bornaer Teichgymnasium, um Grundlagen zu Erster Hilfe zu vermitteln. Lieder zweier legendärer Bands spielten dabei eine wichtige Rolle.

Verbände anlegen und einen Verletzten warmhalten – beides gehört zum Erste-Hilfe-Kurs des DRK am Bornaer Gymnasium.

Quelle: Julia Tonne

Borna. Wer Menschen reanimieren muss, weil das Herz nicht mehr schlägt, sollte zwei Musiktitel im Kopf behalten: Stayin’ Alive von den Bee Gees und Highway to hell von AC/DC. Denn beide Lieder haben zwischen 100 und 120 Schläge pro Minute – und damit den perfekten Rhythmus für eine Herzdruckmassage. Das Thema Erste Hilfe stand gestern im Bornaer Teichgymnasium im Fokus. Vor Ort waren sowohl Mitarbeiter vom Deutschen Roten Kreuz (DRK), Kreisverband Leipziger Land, als auch zwei Fachärzte für Anästhesie aus der Bornaer Sana Klinik.

Vier Stationen mussten die Siebtklässler allein beim DRK absolvieren. Steffen Müller und Angelika Helm zeigten die stabile Seitenlage, das Anlegen von Wundverbänden, das Warmhalten von Verletzten und erklärten zudem theoretische Grundlagen. „Der größte Fehler ist, nicht zu helfen, wenn jemand verletzt ist“, machte Müller deutlich. Ein Fehler sei verzeihbar, der Tod des Patienten nicht. Er hält es für ausgesprochen wichtig, dass schon Jugendliche Erste-Hilfe-Kurse absolvieren, um im Notfall vorbereitet zu sein.

Die zwei Fachärzte für Anästhesie aus der Sana-Klinik, Deniz Haznedar und Florian Specht, bauten auf dem Kurs des DRK auf und zeigten den Schülern die Grundlagen der Herzdruckmassage. „Patienten“ waren drei Wiederbelebungspuppen. „Reanimation nach einem plötzlichen Herzstillstand ist nicht schwer“, betonte Haznedar. Wichtig sei es, die Reihenfolge einzuhalten: Prüfen, ob der Patient noch atmet, den Notruf wählen und schließlich selbst mit der Herzdruckmassage beginnen. „Je früher man mit der Wiederbelebung beginnt, desto höher sind die Überlebenschancen“, so Specht.

Auch die beiden Ärzte befürworten solche Kurse schon für Jugendliche, „die Hemmschwelle bei ihnen ist noch deutlich geringer“. Erwachsene Helfer würden sich vorab zu viele Gedanken machen – über mögliche Fehler, über rechtliche Fragen –, und dann sei es im Notfall oft zu spät. Deshalb nutzen die Sana-Ärzte ihre jungen Zuhörer auch als Art Multiplikatoren. „Sie können dann zu Hause und im Freundeskreis davon erzählen, wie wichtig Hilfe ist“, erklärt Haznedar.

Paula und Jolina waren zwei der Schüler, die Hand an Puppe „Anne“ anlegen durften. „Das ist schon eine Herausforderung, den Rhythmus zu finden, ihn beizubehalten und vor allem auch die Kraft und Ausdauer aufzubringen“, sagte die 13-jährige Jolina. Dennoch: die Mühe lohne sich, immerhin verdoppele bis verdreifache sich die Überlebenschance, wenn der Helfer weiß, was zu tun ist.

Der Erste-Hilfe-Kurs gestern war nur ein Bestandteil der fächerverbindenden Woche. Während die Fünftklässler im Leipziger Zoo zur Exkursion unterwegs waren, die sechsten Klassen die Inspirata erkundeten, besuchten die achten das Horchmuseum in Zwickau. Für alle anderen standen Ausflüge nach Lippendorf und nach Jena auf dem Programm. „Der Tag der Naturwissenschaften gehört seit Jahren zu der fächerverbindenden Woche. Uns ist vor allem daran gelegen, den Schülern zu zeigen, wie die verschiedenen Bereiche – Biologie, Chemie, Physik, Geographie – ineinandergreifen“, erklärte Lehrerin Andrea Gleisberg.

Von Julia Tonne

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