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Hickhack um Pegauer Wasserturm

Hickhack um Pegauer Wasserturm

Der Pegauer Wasserturm beschäftigte gestern nochmals den Verwaltungsrat des Zweckverbandes Wasser/Abwasser Bornaer Land (ZBL). Im vergangenen Jahr hatte die Verbandsversammlung das dort geplante Bauvorhaben abgelehnt.

Pegau. Wie Betriebsleiter Michael Spitzner erklärte, will der ZBL im Turm eine Wartungsbühne in 15 Metern Höhe errichten, die auch für Besucherrundgänge genutzt werden könnte. Außerdem ist geplant, ein kleines Gebäude neben den Wasserturm zu bauen, wo drei Mobilfunkanbieter - sie sind mit ihren Antennen Mieter des Denkmals - ihre Technik unterbringen können. Diese Technik steht jetzt im Turm, was nicht günstig sei, so Spitzner. Zudem sollen Museums- und Ausstellungsstücke zur Wasserwirtschaft im Gelände gezeigt und alles mit einem Zaun umsäumt werden. Die Kosten liegen laut Spitzner bei rund 140000 Euro, die Mobilfunkanbieter würden sich mit etwa 20000 Euro beteiligen.

"Das ist reine Geldverschwendung", schimpfte der Bornaer Verbandsrat Manfred Kügler. Der Wasserturm sei baulich in einem "sehr guten Zustand", da müsse nichts dran gemacht werden. Technisch gehöre das Denkmal der Vergangenheit an, es sei "ein hohler Raum von oben bis unten". Das Areal zu umsäumen sei "purer Unsinn". Auch der Groitzscher Verbandsrat Peter Fröhlich sieht die Sache kritisch: "Ich fände es merkwürdig, wenn wir dort ein Extra-Gebäude errichten." Aus seiner Sicht sei das alles "unsinnig".

Der Neukieritzscher Bürgermeister Henry Graichen verlangte mehr Informationen, außerdem müsste solch ein Projekt mit der Stadt Pegau abgestimmt werden. Verbandschefin Simone Luedtke schlug vor, nochmals einen Vor-Ort-Termin zu vereinbaren.

Der Wasserturm ist mit über 45 Metern das höchste Pegauer Bauwerk. Er wurde 1906 nach Plänen des in Pegau geborenen Leipziger Baurates Otto Enke errichtet. Als Referenz an die bemerkenswerte Geschichte seiner Heimatstadt verlieh er ihm die Form des Vestnerturmes der alten Reichsburg Nürnberg. 1995/96 erfolgte eine grundhafte Sanierung des Bauwerkes.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.05.2013

Carell-Domröse, Claudia

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