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Hilfe für Helfer: Notfallseelsorger der Diakonie werden mit Jacken ausgestattet

Neue Ausrüstung Hilfe für Helfer: Notfallseelsorger der Diakonie werden mit Jacken ausgestattet

Neue Einsatzjacken übergab Landrat Henry Graichen (CDU) in Grimma an die Notfallseelsorger der Diakonie Leipziger Land. Die Ehrenamtlichen werden jährlich zu rund 100 Einsätzen gerufen.

Der Geithainer Edgar Joost war einer der Notfallseelsorger, denen Landrat Henry Graichen (r.) neue Einsatzjacken übergab. Beim Anbringen des Schriftzuges half Diakonie-Geschäftsführer Harald Bieling.

Quelle: Simone Prenzel

Landkreis Leipzig/Grimma. Permanent hält sich ein Team von Notfallseelsorgern der Diakonie Leipziger Land bereit, um in Krisensituationen herbeizueilen. Die Helfer für die Seele werden bis zu hundert Mal im Jahr zu Einsätzen gerufen. Neben ihrem psychologischen Rüstzeug, das sie für das anspruchsvolle Ehrenamt brauchen, gehören auch Einsatzjacken zur Ausstattung.

„Seit 2014 besteht eine Vereinbarung zwischen der Diakonie und dem Landkreis“, berichtete Landrat Henry Graichen (CDU). Zu einem Termin in die Geschäftsstelle am Grimmaer Bockenberg war er nicht mit leeren Händen gekommen. „Für ihre Arbeit möchte ich ihnen meinen herzlichen Dank aussprechen.“ Als besondere Motivation hatte Graichen 15 lila Einsatzjacken im Gepäck. Damit wurden die neuen Ehrenamtlichen ausgestattet, die im Vorjahr ihre Ausbildung zum Notfallseelsorger abschlossen. Graichen betonte, die Diakonie sei ein wichtiger Partner bei der Bewältigung von Schadensereignissen oder Katastrophen. Deshalb unterstütze der Kreis die Helfer auch mit finanziellen Zuschüssen oder Ausrüstung. Die Jacken haben einen Wert von 3000 Euro.

„Unsere Aufgabe ist, Polizisten beim Überbringen von Todesnachrichten zu begleiten“, erläuterte Koordinatorin Susann Lawrenz-Wuttke. Aber auch in anderen Krisensituationen können sich Opfer, Angehörige, Beteiligte oder Helfer auf die Seelsorger stützen. Nach schweren Unfällen, Hochwasser oder anderen Katastrophen sind sie oft als erste Ansprechpartner zur Stelle – neben Polizeibeamten, Rettungskräften oder Feuerwehrleuten. „Die Ehrenamtlichen sind speziell ausgebildet“, berichtet Susann Lawrenz-Wuttke. Menschen, deren Welt in einem Augenblick aus den Fugen gerät, könne so professionell geholfen werden, den schlimmsten Schmerz aufzufangen. Die insgesamt 41 Ehrenamtlichen sichern rund um die Uhr die Bereitschaft ab. Abgedeckt wird der gesamte Landkreis. So eilen die Mitstreiter auch nach Markkleeberg oder Markranstädt zu Hilfe. Angefordert werden die Helfer über die Rettungsleitstelle.

Wenn das Handy klingelt, fokussiert sich der Notfallseelsorger auf das Gelernte. „Bei unserer Ausbildung haben wir dafür das nötige Rüstzeug erhalten“, berichtete Brigitte Schenk, eine der neuen Ehrenamtlichen. Die Leipzigerin betreute unter anderem schon Familien nach einem Suizid. „Wir leisten Erste Hilfe für die Seele und zeigen den Angehörigen Wege auf, die sie nach einem schweren Schicksalsschlag gehen können.“ Auch der Geithainer Edgar Joost sieht seine Aufgabe darin, Menschen in schwierigen Situationen beizustehen. Der 64-Jährige arbeitete viele Jahre im Katastrophenschutz, was körperliche Belastungen bedeutete. „Als Notfallseelsorger möchte ich mich jetzt auf andere Weise einbringen.“

Dass die überreichten Jacken mehr als ein Kleidungsstück darstellen, machte Sabine Lauer deutlich. „Wenn mein Einsatz beendet ist, lege ich die Jacke wieder ab – und damit auch die belastenden Bilder des Einsatzes“, erzählte die Waldsteinbergerin. So habe die Jacke auch eine Schutzfunktion für die Psyche der Helfer. Die leuchtende Farbe sorgt außerdem dafür, dass die Mitstreiter sofort erkannt werden. Das ist besonders bei großen Schadensereignissen von Vorteil. Oftmals sind dann Helfer mehrerer Organisationen vor Ort. So hat es sich eingebürgert, dass bei der Einsatzbekleidung der Notfallseelsorger auf die Farbe Violett gesetzt wird, während andere Einsatzkräfte rot oder gelb tragen.

Auch Diakonie-Geschäftsführer Harald Bieling dankte den Ehrenamtlichen für ihr Wirken in Extremsituationen. Als kleines Dankeschön für die neue Ausstattung überreichten die Helfer noch einen Trost-Teddy an Landrat Henry Graichen. Die Kuschelbären in Seelsorge-Kluft sollen Kindern nach schweren Erlebnissen trösten.

Von Simone Prenzel

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