Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Hilfe für Kranke und Ältere: Bornas Retter sind gerüstet
Region Borna Hilfe für Kranke und Ältere: Bornas Retter sind gerüstet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:00 14.10.2017
Evakuierung des Seniorenpflegeheimes Borna-West im August. Quelle: Jens Paul Taubert
Borna

Der Schock saß tief, als das Seniorenpflegeheim Borna-West am 7. August wegen einer telefonischen Bombendrohung evakuiert werden musste. Auch wenn sich die Drohung des anonymen Anrufers später als falsch herausstellte und kein Sprengsatz gefunden wurde, so ist eine derartige Situation dennoch heikel. Denn gerade ältere, möglicherweise gehbehinderte oder gar bettlägerige Menschen stellen die Rettungskräfte vor besondere Herausforderungen.

Stadtwehrleiter Tino Reim. Quelle: Andreas Döring

„Wir arbeiten in solchen Fällen eng mit dem Pflegepersonal zusammen – und das hat auch diesmal wieder sehr gut geklappt“, berichtet Tino Reim, Stadtwehrleiter in Borna. Allerdings verfüge die örtliche Feuerwehr selbst nicht über spezielle Ausrüstung, die in solch einem Falle benötigt werde, beispielsweise Rettungstücher: „Wir sind diesbezüglich auf die Einrichtungen angewiesen.“

Die wiederum haben sich an den Technischen Regeln für Arbeitsstätten der Bundesanstalt für Arbeitsschutz zu orientieren. Darin heißt es: „In Betrieben, in denen der öffentliche Rettungsdienst seine Aufgabe am Ort des Geschehens durchführen kann, sind keine weiteren Transportmittel bereit zu stellen. Sofern dieser Ort mit Krankentragen nicht zugänglich ist, müssen entsprechend der Gefährdungsbeurteilung geeignete Transportmittel, zum Beispiel Rettungstücher, Krankentransport-Hängematten oder Schleifkörbe, vorgehalten werden.“ Auch im betroffenen Pflegeheim sind Rettungstücher vorhanden, so Reim. „Das hat eine schnelle Räumung möglich gemacht.“

Über Rettungstücher verfügt die Bornaer Feuerwehr nicht. Sie werden vor allem dort eingesetzt, wo kein Platz für Rettungstragen oder anderen Hilfsmittel ist. Das mit acht Tragegriffen versehene Tuch verfügt über eine hohe Stabilität. Im Seniorenpflegeheim Borna-West sind sie vorhanden. Quelle: web

In den meisten Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen gelten Rettungstücher bereits als Standard. Im Bornaer Sana Klinikum beispielsweise sei man hinsichtlich der Ausstattung mit Schutzanzügen und Evakuierungstüchern auf Großschadensereignisse vorbereitet, wie Kliniksprecherin Jana Schütze versichert. Maßgeblich dafür sei der Krankenhauseinsatzplan für externe und interne Schadensereignisse und Gefahrenlagen, der ständig aktualisiert werde und strukturierte Vorgaben zu Brandschutz, Alarmierungs-, Evakuierungs- und Organisationspläne sowie zur Notfall-Kommunikation mache. „Regelmäßige Übungen sensibilisieren unsere Mitarbeiter“, erklärt Schütze.

Und in Privatwohnungen? Auch da müssen die Rettungskräfte mit der Zeit gehen. Bei der Rettung eines Anwohners über ein Fenster aus einem hohen Stockwerk, wenn also die Drehleiter am Rettungswagen zum Einsatz kommen muss, könnte die aktuelle Technik im schlimmsten Fall an ihre Grenzen stoßen. „Unsere aktuelle Drehleiter ist 23 Jahre als und kann eine Last von 240 Kilo tragen“, erklärt der Stadtwehrleiter – eine Last, die bei einer stark übergewichtigen Person schnell überschritten ist. Deshalb rüstet die Freiwillige Feuerwehr in Borna zeitnah nach: Ab 2018 soll eine neue Drehleiter mit einer Schwerlasttrage, die allein 500 Kilo trägt, bereitstehen.

Von Christian Neffe

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Vorstand der SPD im Landkreis Leipzig will stärker auf die Ortsvereine zugehen. Darin war sich das Gremium jetzt ebenso einig wie in seiner Forderung, dass das Ergebnis der Bundestagswahl vom 24. September „schonungslos“ aufgearbeitet werden muss.

14.10.2017

In Regis-Breitingen gibt es wieder eine Eisdiele. Fast zehn Jahre nach der Schließung von Dietzes Café haben Claudia und Norman Klube, die erst kurz zuvor heirateten, „Zur Alten Post“ eröffnet. Das kalte Geschäft erlebt trotz Anfangseuphorie eine durchwachsene Saison.

16.10.2017

Obwohl er längst zur Stadtratsfraktion der „Bürger für Borna“ gehört, ist Gunther Sachse weiter Mitglied der Partei die Linke. Daran dürfte sich auch nichts ändern. Als Grund für ein Parteiausschlussverfahren gilt der Frontwechsel jedenfalls vorerst nicht.

13.10.2017