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Hilfe für Schulabbrecher: Junge Arbeitslose sollen Pulverturm in Geithain wachküssen

Förderung Hilfe für Schulabbrecher: Junge Arbeitslose sollen Pulverturm in Geithain wachküssen

Eine Job-Initiative soll helfen, den Geithainer Pulverturm wach zu küssen. Der Ausschuss für soziale Infrastruktur im Landkreis Leipzig gab grünes Licht für das Projekt der Fortbildungsakademie der Wirtschaft. Die Finanzierung ist allerdings noch nicht abschließend geklärt.

Schulabbrecher werden auch im Landkreis zu einem immer größeren Problem.

Quelle: picture alliance / dpa

Landkreis Leipzig/Geithain . Eine Job-Initiative soll helfen, den Geithainer Pulverturm aus seinem Dornröschenschlaf zu wecken. In Regie der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) soll ein Projekt starten, das 15 Jugendliche und Langzeitarbeitslose fit für einen Berufseinstieg macht. Dafür will das Kommunale Jobcenter (KJC) in den Jahren 2017 und 2018 rund 200 000 Euro zur Verfügung stellen.

Die FAW unterbreitete dem Jobcenter einen entsprechenden Projektvorschlag. Im jüngsten Ausschuss des Kreistages für soziale Infrastruktur wurde die Maßnahme vorgestellt und mit großer Mehrheit befürwortet. Im Kern gehe es darum, die Integrationschancen von erwerbsfähigen Leistungsberechtigten mit multiplen Vermittungshemmnissen zu verbessern, heißt es im Beschluss. „Die Maßnahme richtet sich besonders an Jugendliche ohne Schul- und Berufsabschluss“, skizzierte Jens Ranft, Fachbereichsleiter des KJC. Eine Prüfung habe ergeben, dass es in den Kommunen Geithain, Frohburg und Narsdorf einen entsprechenden Bedarf gebe. „Bisher wurde hier noch keine derartige Maßnahme begonnen“, so der Verantwortliche für Arbeitsintegration. Ziel sei, dass die Jugendlichen mittel- oder langfristig nicht mehr auf stattliche Unterstützungsleistungen angewiesen sind.

Auf die Nachfrage von Kreisrat Sebastian Stieler (CDU-Fraktion), wie nachhaltig die Maßnahme sei, schenkte Jens Ranft den Ausschussmitgliedern reinen Wein ein: „Wir erreichen natürlich keine Vermittlungsquote von hundert Prozent.“ Die Klientel sei schwierig. Bei ähnlichen Vorhaben, die bereits aus Mitteln des KJC gefördert wurden, habe es immer wieder einzelne Erfolge gegeben, aber die seien auch mit einem sehr hohen Aufwand verbunden gewesen. „Wir brauchen am Anfang 30 potenzielle Jugendliche, damit 15 im Kurs überhaupt ankommen“, machte der Verantwortliche deutlich. Viele Teilnehmer hätten die Schule abgebrochen. Das Projekt soll ihnen erstmal einmal wieder helfen, einem geregelten Tagesablauf nachzugehen. Bei manchen klappt es, sie gewöhnen sich schnell wieder an Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit, heißt es aus anderen Projekten. „Andere werden wir aber sicher auch zuhause abholen müssen, damit sie den Ernst der Lage begreifen.“ Nach der Möglichkeit von Sanktionen erkundigte sich Kreisrätin Cora Lesch (CDU), falls Jugendliche das Angebot nicht annehmen. Sicher gebe es die Möglichkeit, Druckmittel anzuwenden. „In erster Linie geht es aber darum, mit Worten zu motivieren“, erklärte der KJC-Vertreter. Sanktionen auszusprechen, sei das letzte Mittel. So könne das Jobcenter durchaus Leistungen kürzen, wenn junge Arbeitslose absolut keinen Bock haben.

Mit dem sozialen Anliegen, jungen Leuten wieder eine Perspektive zu vermitteln, verbindet sich bestenfalls auch eine Chance für die Stadt. Als Eigentümerin des Pulverturms hat sich die Kommune maßgeblich mit bemüht, das Projekt mit der FAW auf den Weg zu bringen. „Mir ist wichtig, dass in den Pulverturm wieder Leben einzieht“, erklärte dazu Bürgermeister Frank Rudolph. „Der Pulverturm ist ein Wahrzeichen, das bisher weit unter seinen Möglichkeiten genutzt wird.“ Bei Bedarf bieten Museumsmitarbeiter Führungen an. „Aber sonst ist der Turm weitestgehend verwaist.“ Im Rahmen des Projektes soll unter anderem eine Dauerausstellung und Dioramen vorbereitet werden.

Noch ist nicht klar, wann das Projekt starten kann. Jörg Altmann, Leiter des KJC, erklärte auf Nachfrage, dass die Finanzierung noch abschließend geklärt werden müsse. Dies sei erst der Fall, wenn man wisse, wie viele Eingliederungsmittel seitens des Bundes fließen. Baurechtliche Einwände, die das Landratsamt zwischenzeitlich vorbrachte und die dem Vorhaben im Wege standen, seien in einem Gespräch mit Landrat Henry Graichen (CDU) hingegen ausgeräumt worden, versicherte Frank Rudolph.

Von Simone Prenzel

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