Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Hilfe für Schulabbrecher: Junge Arbeitslose sollen Pulverturm in Geithain wachküssen

Förderung Hilfe für Schulabbrecher: Junge Arbeitslose sollen Pulverturm in Geithain wachküssen

Eine Job-Initiative soll helfen, den Geithainer Pulverturm wach zu küssen. Der Ausschuss für soziale Infrastruktur im Landkreis Leipzig gab grünes Licht für das Projekt der Fortbildungsakademie der Wirtschaft. Die Finanzierung ist allerdings noch nicht abschließend geklärt.

Schulabbrecher werden auch im Landkreis zu einem immer größeren Problem.

Quelle: picture alliance / dpa

Landkreis Leipzig/Geithain . Eine Job-Initiative soll helfen, den Geithainer Pulverturm aus seinem Dornröschenschlaf zu wecken. In Regie der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) soll ein Projekt starten, das 15 Jugendliche und Langzeitarbeitslose fit für einen Berufseinstieg macht. Dafür will das Kommunale Jobcenter (KJC) in den Jahren 2017 und 2018 rund 200 000 Euro zur Verfügung stellen.

Die FAW unterbreitete dem Jobcenter einen entsprechenden Projektvorschlag. Im jüngsten Ausschuss des Kreistages für soziale Infrastruktur wurde die Maßnahme vorgestellt und mit großer Mehrheit befürwortet. Im Kern gehe es darum, die Integrationschancen von erwerbsfähigen Leistungsberechtigten mit multiplen Vermittungshemmnissen zu verbessern, heißt es im Beschluss. „Die Maßnahme richtet sich besonders an Jugendliche ohne Schul- und Berufsabschluss“, skizzierte Jens Ranft, Fachbereichsleiter des KJC. Eine Prüfung habe ergeben, dass es in den Kommunen Geithain, Frohburg und Narsdorf einen entsprechenden Bedarf gebe. „Bisher wurde hier noch keine derartige Maßnahme begonnen“, so der Verantwortliche für Arbeitsintegration. Ziel sei, dass die Jugendlichen mittel- oder langfristig nicht mehr auf stattliche Unterstützungsleistungen angewiesen sind.

Auf die Nachfrage von Kreisrat Sebastian Stieler (CDU-Fraktion), wie nachhaltig die Maßnahme sei, schenkte Jens Ranft den Ausschussmitgliedern reinen Wein ein: „Wir erreichen natürlich keine Vermittlungsquote von hundert Prozent.“ Die Klientel sei schwierig. Bei ähnlichen Vorhaben, die bereits aus Mitteln des KJC gefördert wurden, habe es immer wieder einzelne Erfolge gegeben, aber die seien auch mit einem sehr hohen Aufwand verbunden gewesen. „Wir brauchen am Anfang 30 potenzielle Jugendliche, damit 15 im Kurs überhaupt ankommen“, machte der Verantwortliche deutlich. Viele Teilnehmer hätten die Schule abgebrochen. Das Projekt soll ihnen erstmal einmal wieder helfen, einem geregelten Tagesablauf nachzugehen. Bei manchen klappt es, sie gewöhnen sich schnell wieder an Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit, heißt es aus anderen Projekten. „Andere werden wir aber sicher auch zuhause abholen müssen, damit sie den Ernst der Lage begreifen.“ Nach der Möglichkeit von Sanktionen erkundigte sich Kreisrätin Cora Lesch (CDU), falls Jugendliche das Angebot nicht annehmen. Sicher gebe es die Möglichkeit, Druckmittel anzuwenden. „In erster Linie geht es aber darum, mit Worten zu motivieren“, erklärte der KJC-Vertreter. Sanktionen auszusprechen, sei das letzte Mittel. So könne das Jobcenter durchaus Leistungen kürzen, wenn junge Arbeitslose absolut keinen Bock haben.

Mit dem sozialen Anliegen, jungen Leuten wieder eine Perspektive zu vermitteln, verbindet sich bestenfalls auch eine Chance für die Stadt. Als Eigentümerin des Pulverturms hat sich die Kommune maßgeblich mit bemüht, das Projekt mit der FAW auf den Weg zu bringen. „Mir ist wichtig, dass in den Pulverturm wieder Leben einzieht“, erklärte dazu Bürgermeister Frank Rudolph. „Der Pulverturm ist ein Wahrzeichen, das bisher weit unter seinen Möglichkeiten genutzt wird.“ Bei Bedarf bieten Museumsmitarbeiter Führungen an. „Aber sonst ist der Turm weitestgehend verwaist.“ Im Rahmen des Projektes soll unter anderem eine Dauerausstellung und Dioramen vorbereitet werden.

Noch ist nicht klar, wann das Projekt starten kann. Jörg Altmann, Leiter des KJC, erklärte auf Nachfrage, dass die Finanzierung noch abschließend geklärt werden müsse. Dies sei erst der Fall, wenn man wisse, wie viele Eingliederungsmittel seitens des Bundes fließen. Baurechtliche Einwände, die das Landratsamt zwischenzeitlich vorbrachte und die dem Vorhaben im Wege standen, seien in einem Gespräch mit Landrat Henry Graichen (CDU) hingegen ausgeräumt worden, versicherte Frank Rudolph.

Von Simone Prenzel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Borna
Borna in Zahlen

Bundesland: Sachsen

Landkreis: Leipzig

Fläche: 62,44km²

Einwohner: 20.382 Einwohner (Dezember 2016)

Bevölkerungsdichte: 326 Einwohner/km²

Postleitzahl: 04552

Ortsvorwahlen: 03433

Stadtverwaltung: Markt 1, 04552 Borna

Ein Spaziergang durch die Region Borna
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Leserreisen
    Leserreisen

    Kreuzfahrt in der Karibik, Städtetour durch die Toskana oder Busreisen in Deutschland - die Leserreisen der LVZ bieten für jeden Anspruch genau das... mehr

  • LVZ-Kreuzfahrtmesse
    Infos zur LVZ-Kreuzfahrtmesse

    Willkommen an Bord: Am 22. Oktober 2017 luden LVZ und Vetter Touristik zur 1. Kreuzfahrtmesse ein. Hier gibt es einen Rückblick. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2018
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 14. LVZ-Fahrradfest lädt am 29. April 2018 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Alle Infos zum Event finden Sie in unserem Sp... mehr

  • VDE 8 - Alle Infos und Fakten

    Am 10. Dezember eröffnete Deutschlands größte Bahnbaustelle, das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8 - hier gibt es Infos, Hintergründe und Foto... mehr

  • Panometer Leipzig - Dresden
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Titanic" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zu den Panoramen "Titanic" und "Dresden im Barock" mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr