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Borna Hinter frischer Fassade: Geflügel und Kaninchen bei 90. Ausstellung in Kitzen
Region Borna Hinter frischer Fassade: Geflügel und Kaninchen bei 90. Ausstellung in Kitzen
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08:00 12.11.2016
Kitzens Vereinschef Dieter Stengler mit einer Modeneser-Taube vorm sanierten Domizil der Geflügel- und Kaninchenzüchter. Quelle: Andreas Döring
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Pegau/Kitzen

Schick gemacht fürs Ju­biläum ist das Domizil des Rassegeflügel- und Rassekaninchenzuchtvereins Kitzen. Die Fassade in der Lützowstraße zeigt frischen Glanz, während dahinter am 19. und 20. November der öffentliche Teil der 90. Ausstellung des Vereins stattfindet. Reichlich 80 Züchter haben mehr als 550 Tiere angemeldet, informiert der Vorsitzende Dieter Stengler. Mit Gefieder hier und mit Fell dort werden die Exemplare in den Käfigen sitzen. Was im Verein zusammengehört, wird auch bei der jährlichen Schau nicht getrennt: Hühner, Zwerg- und Perlhühner, Tauben und Kaninchen.

Lediglich fünfmal mussten die Mitglieder seit der Gründung ihrer Gemeinschaft am 13. Mai 1922 die Ausstellung ausfallen lassen, kriegsbedingt, merkt Gerhard Brachmann vom erweiterten Vorstand an. Von Anfang an wirkten die Liebhaber der Vögel und der Pelztiere zusammen. „Da sind wir den Gründern um den ersten Vorsitzenden Hermann Kretschmar heute noch dankbar, weil sie so Streit und Konkurrenz von Züchtern im Ort vermieden haben“, sagt Stengler. Die Nach-Nachfolger, zu denen auch Chef-Urenkel Horst Kretschmar gehört, halten daran fest. 34 sind im Verein eingeschrieben, gut zwei Dutzend halten Tiere, wobei sich zehn Mitglieder mit Kaninchen beschäftigen. „Wir haben das Glück, dass drei Jugendliche in unseren Reihen sind“, so der Vorsitzende, 72-jährig. „Eins der zwei Mädchen züchtet Geflügel.“

Angefangen hatte der Verein im benachbarten Thesau, was auch im Gründungsnamen stand. In den 70er-Jahren erwarb er das aktuelle Grundstück, doch erst nach der Wende mit der Eintragung ins Register beim Amtsgericht erfolgte die Umbenennung in „Kitzen“. Stengler, seit 2007 Vorsitzender, scharte engagierte Leute um sich und brachte das Vereinsheim auf Vordermann. Die Ausstellungshalle erhielt vor rund fünf Jahren eine Täfelung, Gastraum und Sanitärbereich wurden modernisiert. Nun war die Fassade dran. Putz abhacken, den Sandstein am Fundament begradigen, damit die Fußwegsteine ordentlich passen, streichen, die von Wolfgang Horn spendierten Sockelplatten anbringen. „Über zwei Monate haben vier, fünf Mitglieder fast jeden Tag ein paar Stunden gearbeitet“, lobt der Chef.

Genauso wollen die Gastgeber nun bei der Ausstellung glänzen. Nicht nur Dieter Stengler selbst hat mit seinen Tauben – Deutsche Modeneser Schietti weiß – gute Chancen. „Wir machen jeweils schon im Sommer eine Jungtier-Besprechung. Da können wir auf Mängel hinweisen und spätere Fehler verhindern“, erklärt Gerhard Brachmann. Er war in den 60er-Jahren als Kind mit seinen Hühnern dabei gewesen, 1970 aber nach Leipzig gezogen. Erst 2012 war er, trotz der Entfernung, wieder eingestiegen. Heute kümmert sich der 69-Jährige ohne Tiere um die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins.

Der ist für seine besondere Ehrung der besten Züchter bekannt. Seit 2006 werden die Kitzener Bänder von den Preisrichtern verliehen. Zu den drei von Landrat Gerhard Gey/Henry Graichen, der Bundestagsabgeordneten Katharina Landgraf (alle CDU) und Kitzens Bürgermeister/Ortsvorsteher Wolfgang Körner (Freie Wählergemeinschaft) kommt nun das von Pegaus Bürgermeister Frank Rösel (parteilos). Diesmal lässt der Verein statt Geschenken Jubiläumsbänder verteilen, je zwei von den sieben Richtern. Es dürfte also reichlich Gewinner geben.

Darum wird traditionell am Wochenende von Totensonntag gewetteifert. „Das sind Erlebnistage in Kitzen“, sagt Stengler. Schon sieben Tage zuvor beginnt am Sonnabend der Aufbau. Zum Feiertag am Mittwoch liefern die Züchter die Tiere an, die tags darauf von den Preisrichtern begutachtet werden. Am Freitag dürfen sich die Mädchen und Jungen vom Kindergarten schon mal hier umschauen, ehe dann die Ausstellung am Sonnabend von 9 bis 17 Uhr sowie am Sonntag von 9 bis 15 Uhr für Besucher geöffnet ist.

Von Olaf Krenz

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