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Borna Historie pflegen und Zukunft leben
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16:32 08.03.2011
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. Gestern wurden die Eckpunkte der Vereinsarbeit erstmals offiziell vorgestellt.

Rötha habe „eine tolle Vergangenheit", betonte Walter Christian Steinbach. Der Präsident der Landesdirektion a.D. agiert als Vorsitzender des Fördervereins, der ehrgeizige Ziele verfolgt und auch Visionen hat. Visionen, für die auch die Bürger benötigt werden. „Wir wollen die Stadt darin unterstützen, dass sich die Bürger für ihre Stadt einsetzen", sagte Steinbach.

Rötha – Stadt des Hauptquartiers der Völkerschlacht: Projekt „2013": Gut zweieinhalb Jahre bleiben Zeit, bis das 200. Jubiläum der Schlacht begangen wird. Die Feierlichkeiten beginnen am 10. Oktober 2013 in Rötha und werden auch internationale Gäste anziehen. Problem: Das Schloss, in dem die Monarchen dereinst wegweisende Entscheidungen trafen, wurde 1969 gesprengt und ist nicht mehr vorhanden. Der Verein möchte diesen Ort aber dennoch authentisch sichtbar machen und in würdiger Weise präsentieren. So soll es auf einem kleinen verbliebenen Streifen Suchgrabungen geben, um Fundamente der alten Wasserburg gegebenenfalls freilegen zu können. Der Schlosspark, der sich in einem guten Zustand befindet, soll denkmalgerecht hergerichtet werden. Das historische Speisezimmer des Freiherrn von Friesen soll zumindest für eine Übergangszeit einen Platz im ehemaligen Amtsgericht, dem heutigen Mehrgenerationenhaus, finden.

Rötha – Stadt der Silbermannorgeln/Stadtentwicklung und Kultur: „Wir wollen auch das Heute weiter voranbringen", betonte Uwe Wellmann, einer von vier Stadträten, die im Förderverein sind. Er sehe das Gremium „als Vordenker und Begleiter für die Entscheidungen des Stadtrats". Es müsse eine enge Zusammenarbeit geben. Aber: Es gehe auch um Visionen, die im Verein leichter entwickelt werden können. Konkret geht es um die weitere Gestaltung des Marktplatzes, die Bahnhofstraße, die Schweinemastanlage, die dringend einer Lösung bedürfen

Bereits auf gutem Wege ist das Projekt Jacobsweg. Wie berichtet, wird ein Teil der alten Reichsstraße Via Imperii durch Rötha führen. Die Eröffnung sei schon für Ostern geplant, kündigte Steinbach an. Trotz der noch zu klärenden Problematik mit der Kreisstraße, für deren Querung eine Lösung gefunden werden muss. Schließlich macht sich der Verein für einen Flyer stark, der die wichtigsten Wanderziele des Neuseenlandes enthält.

Rötha – Stadt im Neuseenland: In drei, vier Jahren soll es möglich sein, vom Stausee Rötha in den Hainer See zu fahren. Eine noch zu errichtende Schleuse wird den Höhenunterschied der Gewässer von ein bis zwei Metern ausgleichen. Der Förderverein sieht im Projekt „Kurs 6 – Lokaler Gewässerverbund" eine Chance, die vor sich hin gammelnde Obstweinschänke wieder zu beleben. Eine entsprechende positive Entwicklung des Leipziger Neuseenlandes vorausgesetzt, sei auch die Vision 2020 vom Schlosshotel denkbar, so Steinbach.

Für einzelne Projekte wie 2013 werde ein wissenschaftlicher und museumswissenschaftlicher Beirat aufgebaut. Für die politische Unterstützung wird es ein Kuratorium geben, dem Bürgermeister Ditmar Haym vorstehen wird. Die zum Teil unterschiedlichen Interessenlagen der Stadt und des Fördervereins müssten gebündelt werden, sagte er gestern und hofft, dass es eine gemeinsame Linie geben kann. „Ich möchte meine Unterstützung zusagen", so Haym.

Für die Finanzierung der Projekte bemüht sich der Förderverein um Sponsoren. Er führe momentan Gespräche mit Stiftungen, so Steinbach. Außerdem sollen über die Ile-Förderung Mittel beschafft werden. Wegen fehlender Eigenmittel hat die Stadt Rötha bislang noch keine Anträge für das Programm der Integrierten Ländlichen Entwicklung gestellt. Schließlich werde die Stadt für die Jubiläumsfeierlichkeiten 2013 etwas Geld ansparen.

Röthaer Bürger, die etwas bewegen wollen und können und mitarbeiten möchten, können sich bei Steinbach (E-Mail: wcst@gmx.de) melden.

 

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Saskia Grätz

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