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Borna Hochkippe wird mit Rüttelstopfen verdichtet
Region Borna Hochkippe wird mit Rüttelstopfen verdichtet
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05:00 24.07.2018
Der rot markierte Bereich auf der Hochkippe in Borna-West wird gesperrt wegen der Sicherungsmaßnahmen des Bodens. Quelle: LMBV
Borna.

Am 22. August sollen die Sicherungsmaßnahmen an der Hochkippenböschung in Borna-West beginnen, um den Untergrund des ehemaligen Tagebauareals zu verbessern. „Damit werden potenzielle geotechnische Gefährdungen wie Verflüssigungserscheinungen des Bodens oder ein Böschungsbruch verhindert“, sagte Maria Lange, Sprecherin der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV).

Auf feuchten Böden besteht Gefahr von Erdrutschen

Das bedeutet, dass bei sehr feuchten Böden eine Gefahr von weiträumigen Rutschungen besteht. Auch eine mögliche Gefährdung von Personen, die sich an übersteilen Böschungen aufhalten, soll mit dieser Verdichtungsaktion verhindert werden.

Stichwort: Rüttelstopfverdichtung

Die Rüttelstopfverdichtung ist eine Baugrundverbesserungsmaßnahme zur Erhöhung der Tragfähigkeit eines Baugrunds. Dabei werden in den Boden Rüttelstopfsäulen eingebracht.

Dies geschieht, indem ein Rüttelgerät säulenförmig das Erdreich bis auf tragenden Grund seitlich verdrängt und den so entstandenen Hohlraum beim Herausziehen mit geeignetem Zugabematerial, meist Kies oder Schotter, verdichtend auffüllt.

Die so entstandene, in der Erde stehende Säule nennt man Rüttelstopfsäule.

Bei der so genannte Paragraf-3-Maßnahme wird der Boden der gesamten Hochkippe mittels Rüttelstopfverdichtung bearbeitet. Dabei werden Säulen aus grobkörnigen Böden tief in die Kippe eingebracht. Begleitet wird dies durch ein umfangreiches Monitoringprogramm, welches Schwingungs-, Verformungs-, Setzungs-, Lärm- und Grundwassermessungen sowie Beweissicherungen an Gebäuden umfasst, so Lange.

Baustellentag in Bauphase eins geplant

Es wird zwei Bauphasen geben. Von August bis zum ersten Quartal 2019 wird die Rüttelstopfverdichtung zunächst auf einem Probefeld im mittleren Böschungsbereich durchgeführt. Anschließend erfolgt sie im gesamten Böschungsbereich von Mitte 2019 bis 2021.

Während der gesamten Baumaßnahmen wird ein erweiterter Sperrbereich eingerichtet, in dem ein Betreten und Befahren aus Sicherheitsgründen ausgeschlossen wird.

Die LMBV plant in der ersten Bauphase, einen Baustellentag durchzuführen. Anwohner und Interessierte sollen die Gelegenheit erhalten, sich über die Sanierungsarbeiten an der Hochkippe aus der Nähe zu informieren, kündigte die Sprecherin an.

Von Claudia Carell

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