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Hochkultur in Deutzen

Hochkultur in Deutzen

Der Verein Pro Regio widmet sich auch in diesem Jahr gezielt der Hochkultur. Nach dem Festival „Kunst und Kohle" im vergangenen Jahr formt sich auf dem Schreibtisch von Vorstandsmitglied Gudrun Jugel das Konzept für den „Deutzener Kulturherbst 2011".

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Der Tagebau Schleenhain wird Kulisse für den Deutzener Kulturherbst 2011.

Quelle: Günther Hunger

Deutzen. Der bündelt drei Veranstaltungen, die es - zum Teil - in dieser Form noch nicht gegeben hat. Der September wird Termine bereithalten, die kulturellen Anspruch und politische Bewusstseinsbildung miteinander verbindet. Eins ist Jugel mit der Ausstellung des Bornaer Künstlers Dietmar Matzke nämlich besonders wichtig: „Ich möchte die Ausstellung als Podium nutzen, um an die Aktivitäten zur politischen Wende in der DDR, die von Borna ausgingen zu erinnern. Das wird hier nämlich zu oft vergessen." Keiner bietet sich dafür als zentrale Figur besser als Matzke. Der heute 66-Jährige war Mitbegründer des Neuen Forums in Borna und maßgeblich an der Gestaltung des Umbruchs beteiligt. Jugel: „Matzke war nicht nur politisch und künstlerisch aktiv - auch sein literarisches Schaffen soll Bestandteil der Ausstellung sein, die am 9. September unter dem Titel ‚arte-fakte‘ eröffnet werden soll." Neben ausgestellten Werken von Matzke wird es eine Lesung mit dem gebürtigen Waldheimer. Zudem soll die Vernissage musikalisch umrahmt werden.Station zwei des „Kulturherbstes" führt an die Tagebaukante. Und zwar an den neuen Aussichtspunkt von Deutzen, der (wie Gudrun Jugel von der Mibrag versprochen wurde) dann auch fertig gebaut sein soll. Eine Open-Air-Veranstaltung vor den Weiten von Schleenhain, die mit ihrer künstlerischen Besetzung schon im Vorfeld verspricht, ein „must-have" für Kulturinteressierte zu werden. Schauspieler Andrej Kaminsky („Das fünfte Imperium", „Easy Rider", „Jedermann", „Pension Schöller") vom Centraltheater in Leipzig kommt an die Tagebaukante. Der gebürtige Finne, der sein Schauspielstudium an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch" in Berlin absolvierte, wird Lieder und Texte zum Besten geben.Begleitet wird er dabei von dem befreundeten Gitarristen Robert Soujon. Unter anderem werden sie sich Texten des Meuselwitzer Schriftstellers Wolfgang Hilbig widmen. Auch die Hinterlassenschaften von Ronald Schernikau werden von Kaminsky ins Rampenlicht gerückt. Schernikau erwarb als West-Berliner 1989 die Staatsbürgerschaft der DDR und siedelte am 1. September 1989 nach Berlin-Hellersdorf über. In seinem Buch „Die Tage in L." setzte sich Schernikau kritisch mit der Verständigung zwischen Ost- und Westdeutschland auseinander.Eröffnet wird das kulturell-politische Experiment auf dem Aussichtspunkt mit einer Wanderung von der Trageser Halde bis nach Deutzen. Kaminsky wird am Rande der Wanderung Texte zur Bergbaulandschaft lesen. Das Open-Air wird am 17. September stattfinden und - genau wie „arte-fakte" kostenlos sein. Die Mittel zur Finanzierung des „Kulturherbstes 2011" kommen von Sponsoren (Mibrag und Vattenfall) sowie aus der Kulturförderung des Landkreises Leipzig.Eine dritte Veranstaltung fürs eher jugendlichere Publikum komplettiert die Veranstaltungsreihe. Das Festival „Rock am Bergmannsring", das seine Ursprünge im benachbarten Regis-Breitingen findet, wird am 24. September auf der Naturbühne des Mehrgenerationenparkes durchgeführt. Zum letzten Mal, wie Gudrun Jugel ankündigte: „Die initiierende Gruppe ,woman2men+‘ möchte das Festival dazu nutzen, sich von den Fans zu verabschieden. Sie lösen sich wohl auf", so Jugel. Der Abschied soll deswegen in würdiger Form und Umgebung gegeben werden. „woman2men+" waren mit „Rock am Bergmannsring bereits vergangenes Jahr zu Gast in Deutzen.

Thomas Lieb

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