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Borna Hochwasser im Keller - Zuckertüte futsch
Region Borna Hochwasser im Keller - Zuckertüte futsch
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16:31 19.05.2015
Spenden für Cecile Thiele (Zweite von rechts) und ihre Familie: Enrico Stange, Simone Luedtke und Axel Troost (alle Linke, von links). Quelle: Thomas Kube

Die Schulsachen, die die Eltern bereits vor einiger Zeit beschafft hatten, gingen allerdings flöten, als die Keller in der Angerstraße 6 bis zur Oberkante unter Wasser standen. Die Familie durfte sich jetzt über eine Spende freuen.

Es waren die dramatischen Stunden, die auch in Borna, wenngleich sehr viel wenige schlimm als etwa in Grimma oder Elstertrebnitz, für Aufregung sorgten. Bis gegen 22.30 Uhr hatten Cecile Thiele und ihr Mann Sirko am 2. Juni noch getitscht, wie es auf gut Sächsisch heißt. Der Keller lief zu dieser Zeit bereits voll Wasser. Irgendwann gingen die Eltern der Sechsjährigen dann ins Bett. Gegen halb Drei wurden sie lautstark geweckt. "Das war unser Nachbar", erzählt die 31-jährige Mutter. Sie sollten schnellstens ihr Auto wegfahren, weil das Wasser schon auf den Hof floss, gab ihnen der Mitbewohner zu verstehen. Zu dieser Zeit liefen noch die Pumpen, die dafür sorgten, dass das Wasser im Keller "nur" 30 Zentimeter hochstand. Als die Städtischen Werke (SWB) später den Strom abstellten, war es damit vorbei, und die Keller liefen bis zum Rand voll. Da half es auch nichts, dass Cecile und Gatte Sirko alles, was irgendwie möglich war, in die oberen Fächer der Kellerregale gestellt hatten. Es war alles futsch, ebenso wie die Kühltruhe, die die Männer im Haus deshalb nicht nach oben transportiert hatten, "weil sie gedacht haben, dass das Wasser nicht so hoch steigt" sagt Cecile Thiele.

Am Ende war alles weg. Ordner mit Akten wie Wintersachen, Farben und Werkzeuge. Vor allem aber die Sachen für den Schulanfang. Die hatten die Eltern extra im Keller versteckt, weil die künftige ABC-Schützin möglichst nicht mitbekommen sollte, wie ihr Ranzen und die Zuckertüte aussehen. Nun allerdings erfuhr das Mädchen, dass die Sachen kaputt waren. Für Familie Thiele, in der Mutter Cecille, die als gelernte Hotelfachfrau nach einem Bandscheibenvorfall nicht mehr arbeiten kann, und deshalb Hartz-IV-Aufstockerin ist, auch ein finanzielles Problem. Weil auch noch der Kleingarten der Familie in der Sparte "Karl Liebknecht" unter Wasser stand, beläuft sich der Verlust auf immerhin 5000 Euro.

Die Familie erhielt jetzt eine kleine Unterstützung. Der Linken-Bundestagsabgeordnete Axel Troost und sein Linken-Landtagskollege Enrico Stange packten ebenso wie Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) Scheine in einen Umschlag, so dass sich die Familie und vor allem Schulanfängerin Shayenne über eine Spende von 400 Euro freuen können.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.07.2013

Nikos Natsidis

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