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Hochwasserschutz für Pegau: "Keine einfache Lösung"

Hochwasserschutz für Pegau: "Keine einfache Lösung"

Jede Menge Frust entlud sich zur Bürgerinformationsveranstaltung am Montagabend im Pegauer Ratssaal zum Thema Hochwasserschutz und Umsiedlung. "Seit 15 Jahren sitzen wir Jahr für Jahr zusammen und reden über Grund- und Hochwasser - und wir haben Null-Ergebnisse erzielt!", ärgerte sich ein Anwohner aus der Ratsziegelei.

Pegau. Diese Siedlung war beim Hochwasser besonders arg betroffen.

So mancher Pegauer hat das Gefühl, dass fast acht Wochen nach der gigantischen Flut zu wenig passiert ist, um die Schäden zu beseitigen und in Zukunft besser auf solche Ereignisse reagieren zu können. Landrat Gerhard Gey (CDU) besuchte nun gemeinsam mit Axel Bobbe, Chef des Röthaer Betriebsteils der Landestalsperrenverwaltung, die Elsterstadt, um Hilfe anzubieten.

Ein Hauptthema sollten mögliche Umsiedlungen sein. Das gelte für Einzelfälle, die Totalschaden am Haus haben und künftig wieder betroffen sein könnten. Wie der Landrat informierte, gibt es auch im Fall der Umsiedlung die stattliche Förderung. Die Hälfte des Schadens werde dabei übernommen. Hinzu komme die komplette Versicherungssumme. Einzige Einschränkung: Die Kostenerstattung darf nicht 100 Prozent der Schadenssumme übersteigen. Allerdings seien die Kosten für ein neues Haus in aller Regel höher - und dafür komme bisher niemand auf. Daher bemühe sich der Landkreis gemeinsam mit den Kommunen, in solchen Fällen Grundstücke billig oder gar zum Nulltarif zur Verfügung zu stellen, so Gey.

Offenbar denken einige wenige Pegauer über diese Möglichkeit nach. Das betrifft zum Beispiel Anwohner der Ratsziegelei. Viele Familien haben dort seit Jahren mit Grund- und Hochwasser zu kämpfen, in manchem Haus laufen die Pumpen nonstop. Beim Juni-Hochwasser war zudem in der Siedlung Altöl ausgelaufen und hatte in Gebäuden und Gärten Schäden angerichtet. "Ich habe immer noch in der gesamten Wohnung Altöl. Das nimmt einem die Luft!", beschwerte sich ein Betroffener. Und eine Anwohnerin klagte: "Wir haben es nicht verschuldet, dass das Grundwasser immer mehr steigt, aber unsere Grundstücke sind deshalb nichts mehr wert."

Die Umsiedlung interessierte allerdings die meisten Bürger im proppevollen Rathaussaal weniger. Sie wollten wissen, wie ihre Stadt in Zukunft besser vor solch einem Hochwasser geschützt werden kann. Axel Bobbe sagte ganz klar: "Es gibt keine einfache Lösung für Pegau." Außerdem habe die Talsperrenverwaltung zurzeit kein Geld, weil Pegau in der Priorität im Freistaat zu weit hinten steht. Hochwasserschutz für die Elsterstadt bedeute ein Mix aus verschiedenen Maßnahmen. Dazu gehören die neuen Wehre in Elstertebnitz und Pegau, eine stellenweise Erhöhung der B 2, die Ertüchtigung des Bahndamms sowie der Schutz bestimmter Siedlungen.

Doch es gebe nicht nur den staatlichen teuren Hochwasserschutz, sondern auch kommunale Möglichkeiten, betonte der Landrat. Vorschläge von Bürgern am Montag, wie zum Beispiel die Unterstadt mit relativ einfachen Maßnahmen besser geschützt werden könnte, sollen weiter verfolgt werden. Auch die Themen Grundwasser, Pflege der Gewässer zweiter Ordnung und Abstimmungen mit dem Bergbauunternehmen sollen künftig verstärkt auf kommunaler Ebene erfolgen.

Außerdem wolle sich der Landrat dafür stark machen, dass Pegau in der Prioritätenliste weiter nach vorn rutscht - und somit die Großprojekte greifbarer werden. Wichtig sei auch eine bessere Kommunikation mit dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr. So ärgern sich viele Anwohner mächtig, dass die B 2 in Audigast nach Sanierungen immer höher kommt - und somit das Wasser dort nicht ablaufen kann. Jetzt soll an der Straße wieder gebaut werden. Nach Informationen von Axel Bobbe ist dort eventuell eine Brücke geplant, zumindest soll der Durchfluss ermöglicht werden. Konkrete Informationen dazu gibt es noch nicht - bei einer LVZ-Anfrage teilte das Amt lediglich mit, dass im Frühherbst gebaut werden soll.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.07.2013

Carell-Domröse, Claudia

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