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Hörakustikerin Silvia Kufs hat sich vor 25 Jahren in Borna selbstständig gemacht

Jubiläum Hörakustikerin Silvia Kufs hat sich vor 25 Jahren in Borna selbstständig gemacht

Für Schwerhörige hat sie den Schlüssel zu problemloser Kommunikation: Silvia Kufs, Hörakustik-Meisterin, ist seit einen Vierteljahrhundert in diesem besonderen Handwerksberuf selbstständig. Neben zwei Filialen in Borna betreibt sie ein drittes Geschäft in Groitzsch.

Silvia Kufs im Kundengespräch.

Quelle: Jens Paul Taubert

Borna. Als Hörakustikerin Silvia Kufs vor 25 Jahren in Borna ihr erstes Geschäft eröffnete, betrat sie in zweifacher Hinsicht neues Terrain: Die Audiologie-Phoniatrie-Assistentin hatte ein Jahrzehnt lang in der Bornaer Poliklinik Erfahrungen gesammelt, war plötzlich aber Unternehmerin. Gravierender noch war der Umbruch in der Branche selbst: „Wir hatten plötzlich ganz andere Möglichkeiten, Menschen mit Schwerhörigkeit zu helfen. Die Technik war um Welten besser.“

Ein Vierteljahrhundert und unzählige Entwicklungen später hat sich die heute 55-Jährige mit ihrem Meisterbetrieb etabliert. Mit fünf Mitarbeitern betreibt sie drei Filialen in Borna und Groitzsch und bildet selbst Hörakustiker aus.

„Hörgeräte hatten vor Jahren noch kein gutes Image. Das hat sich längst gewandelt“, sagt Silvia Kufs. Nicht nur die Älteren, zunehmend auch Jüngeren falle es so leichter, ihre Schwerhörigkeit zu akzeptieren, mit ihr offensiv umzugehen und sich um all jene Hilfen zu bemühen, die technisch möglich seien. Seit Kufs den Schritt in die wirtschaftliche Selbstständigkeit wagte, ist die technische Weiterentwicklung rasant verlaufen. In der Nach-Wende-Zeit waren In-Ohr-Geräte der Renner, ersetzten die etwas steinzeitlichen Geräte mit Brustbeutel, die der Osten bisher kannte. „Viele schöpften Hoffnung und sagten: Jetzt gibt es West-Geräte, jetzt kann man mir helfen“, erinnert sich Kufs.

Heutzutage sei eine ganz andere Geräte-Generation verfügbar: „Das sind Mini-Computer mit einem Chip, den man programmieren kann.“ Und damit jedes Gerät präzise auf die individuellen Bedürfnisse zuschneiden – nicht nur als eine bloße Hörhilfe, die den Alltag ein wenig erleichtere, die Teilhabe an Gesprächen und Fernsehkonsum eröffne. Schule und Beruf ließen sich dank modernster Hörhilfen gut bewältigen; selbst Musiker, die in Orchestern spielten, kann Silvia Kufs helfen. Und nicht nur in technischer Hinsicht: „Es gibt vieles, was man tun kann. Dazu zählt auch, den Hörnerv zu trainieren.“

Das Berufsjahrzehnt in der HNO-Abteilung der Bornaer Poliklinik, wo sie ihr Fachgebiet in Breite und Tiefe erlebte, erleichterte Silvia Kufs 1991 den Neustart. Die gebürtige Neukieritzscherin, die in Halle gelernt hatte, machte ihren Meisterabschluss („Wir sind ein klassischer Handwerksbetrieb“), suchte und fand Gewerberäume in der Bornaer Innenstadt. Als sie am 1. August vor 25 Jahren erstmals die Ladentür aufschloss, „standen die bisherigen Patienten, die plötzlich meine Kunden waren, bereits davor“. War Schwerhörigkeit anfangs in erster Linie ein Problem der Älteren und jener, die in der Kohle, in Brikettfabriken und anderen lärmintensiven Industrien beschäftigt waren, sind zunehmend auch Jüngere unter jenen, die sich Kufs Fachverstand bedienen. „Die Jugend arbeitet daran, schwerhörig zu werden“, sagt sie mit einem Augenzwinkern und doch mit Ernst. Andererseits sei die Sensibilität für Lärm, der das Gehör schädigen könne, größer als früher.

Voraussetzung für ein Hörgerät ist die ärztliche Verordnung. Die Krankenkassen zahlen einen Festbetrag. Weil die Vielfalt der technischen Lösungen so groß ist wie die der individuellen Wünsche, ergeben sich in vielen Fällen Zuzahlungen. Die bestmögliche individuelle Lösung zu finden, die finanzierbar sei, laute die Herausforderung, sagt Silvia Kufs: „Mit den Menschen zu arbeiten, macht mir Spaß.“ Zum Spektrum ihres Teams gehören auch Hausbesuche und die Betreuung der Kunden in den Pflegeheimen der Region. „Das Berufsbild des Hörgeräte-Akustikers hat sich unheimlich erweitert, und diese Entwicklung geht weiter“, sagt sie. Und freut sich, dass sie ab dem Sommer ihr Team verstärken kann mit einer jungen Frau, die sie selbst ausgebildet hat.

Von Ekkehard Schulreich

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