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Borna Hoffnung fürs Zwiebelhaus
Region Borna Hoffnung fürs Zwiebelhaus
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15:30 19.05.2015

Zwei Gebäude, die für Borna von Bedeutung sind. Während es aber für das Zwiebelhaus Hoffnung gibt, stehen die Chancen für die Holzmühle eher schlecht, sagt Sören Uhle, der Geschäftsführer der Bornaer Wohnbau- und Siedlungsgesellschaft (BWS), der beide Häuser gehören.

Wer heutzutage das Zwiebelhaus betritt, entdeckt noch Spuren der früheren Nutzer. Ein alter LVZ-Jahreskalender hängt im Treppenhaus, in manchen Wohnzimmern stehen noch Kachelöfen, wie es sie früher in den meisten DDR-Mietshäusern gab. Manchen Bädern ist anzusehen, dass die Bewohner einst versuchten, sie auf einen etwas zeitgemäßeren Stand zu bringen. Seit mehr als einem Jahrzehnt aber, sagt BWS-Chef Uhle, steht das Gebäude leer. Dabei handelt es sich - für Bornaer Verhältnisse - um ein Kleinod. Das liegt an den drei Bornaer Originalen Zwiebelfrau, Bergmann und Karabinier, die am Gebäude prangen und die auf Entwürfe des bekannten Keramikers Kurt Feuerriegel zurückgehen. Der hatte sie in den 30er Jahren entworfen, bevor kurz vor Weihnachten 1936 die ersten Mieter in das Haus einzogen, das eine Gesamtfläche von mehr als 1000 Quadratmetern hat.

Auch die Holzmühle hat wahrlich schon bessere Zeiten gesehen. Das Wohnhaus entstand ebenfalls in den 30er Jahren - und zwar an der Stelle, an der sich seit dem späten Mittelalter eine Getreidemühle befand. Auch hier finden sich Stuckreliefs nach Entwürfen von Feuerriegel. Dass hier etwas passiert, hält BWS-Chef Uhle allerdings für äußert unwahrscheinlich. Nicht nur, dass der Standort an der Bundesstraße nur bedingt attraktiv ist und für eine Vermietung den Einbau zusätzlicher wärmegedämmter Fenster nötig machen würde. Das Gebäude steht, wie auch das Zwiebelhaus, unter Denkmalschutz und leidet unter ansteigendem Grundwasser, das bisweilen bis zu 60 Zentimeter hoch im Gebäude steht. Zwar gab es vor Jahren die Idee, das Haus als Dokumentationszentrum für die Bergbaugeschichte zu nutzen, aber das hat sich zerschlagen. Und für den BWS-Chef ist klar, "dass die Holzmühle für uns derzeit keine Priorität hat".

Für das Zwiebelhaus hingegen gibt es Hoffnung. Zumindest mittelfristig, wie Uhle vorrechnet und damit eine Zeitraum von etwa drei Jahren meint. Natürlich sind die Grundrisse der Wohnungen alles andere als zeitgemäß. "Das Haus müsste entkernt werden." Zudem müssten auch die Belange des Denkmalschutzes berücksichtigt werden.

Das Zwiebelhaus wieder einer Nutzung zuzuführen, entspräche auch der Strategie der BWS. Uhle hatte immer wieder klargemacht, dass er in der Bahnhofstraße als Verbindung von der Innenstadt in Richtung Bahnhof eine potenziell attraktive Entwicklungsachse der Stadt sieht. In die würde ein saniertes Zwiebelhaus gut hineinpassen.

Auch, weil es hinter dem Gebäude ausreichend Platz gibt. Für Stellplätze, von denen es auch in Borna nicht genug geben kann. © Kommentar S. 29

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.10.2013
Nikos Natsidis

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