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Borna Hohe Hürden am Haltepunkt Großdeuben – Böhlen wartet auf Reaktion der Bahn
Region Borna Hohe Hürden am Haltepunkt Großdeuben – Böhlen wartet auf Reaktion der Bahn
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10:41 16.06.2016
Noch immer fordern die Großdeubener, dass der Haltepunkt mit der Modernisierung der Bahnstrecke barrierefrei ausgebaut wird. Quelle: Julia Tonne
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Böhlen

Mehr als 400 Unterschriften konnten die Herzen der Verantwortlichen bei der Deutschen Bahn bisher nicht erweichen. Der Haltepunkt im Böhlener Stadtteil Großdeuben wird nicht barrierefrei gebaut – obwohl in den kommenden Monaten dort umfangreich umgebaut und modernisiert wird. Wie die LVZ berichtete, hatte Familie Rattunde bereits im Spätsommer vergangenen Jahres Unterschriften gesammelt, um zumindest eine Rampe für Rollstuhlfahrer, Eltern mit Kinderwagen, Radfahrer und Reisende mit schwerem Gepäck zu erreichen. Doch die Mühe war bisher erfolglos.

Die Unterschriftenliste hatte die Stadt vor Wochen schon an den Regionaldirektor Ost der Deutschen Bahn geschickt mit der Bitte, das Anliegen noch einmal zu prüfen. „Auch nach mehreren Anfragen haben wir noch immer keine Reaktion bekommen“, sagt Böhlens Bürgermeister Dietmar Berndt (parteilos), der den barrierefreien Zugang ebenfalls befürwortet. Da am Haltepunkt Gleise zurückgebaut werden, würde ausreichend Platz entstehen, um die jetzige Treppe durch eine Rampe zu ergänzen oder zu ersetzen, die dann in der Mitte des Bahnsteigs enden könnte. „Wir brauchen nicht zwingend einen Aufzug, sondern wünschen uns ein Verflachen der Treppe“, macht der Rathauschef deutlich. Dass er aber bisher vergeblich auf eine Antwort von Seiten der DB Station&Service AG, eine Betreibergesellschaft der Verkehrsstationen am Streckennetz der DB Netz AG und Tochter der Deutschen Bahn, wartet, ist für ihn ein Unding. „Ein Schreiben zurück oder das Angebot eines Gesprächs hätte ich mindestens erwartet.“

Matthias Sieber von der DB Netz AG, die derzeit Gleise und Brücken auf dem Streckenabschnitts Gaschwitz-Böhlen-Neukieritzsch saniert und erneuert, hatte schon im Vorfeld die Hoffnungen der Großdeubener gedämpft. „Die Pläne sind alle durch und werden so umgesetzt wie vorgeschrieben“, sagt er. Nachträgliche Änderungen seien kaum zu bewirken.

Dass der barrierefreie Zugang nicht von Anfang an und noch immer nicht berücksichtigt worden ist, ist für Berndt „politisch nicht tragfähig“. Denn Böhlen (hier gibt es einen Aufzug) und Großdeuben sind nicht nur am Wachsen, sondern werden auch touristisch zunehmend erschlossen. Derzeit entstehen zwei neue Wohngebiete im Stadtteil, zudem würden sich laut Berndt beide Haltestellen hervorragend eignen, um von dort aus das Leipziger Neuseenland zu erkunden. „Großdeuben hat zwar viel Zuzug, ist aber nicht zukunftsfähig ausgebaut, was die Barrierefreiheit betrifft“, stellt der Rathauschef klar.

Von Julia Tonne

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