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Hohe Kosten - kleiner Nutzen: Frohburg bleibt beim Radweg auf der Bremse

Hohe Kosten - kleiner Nutzen: Frohburg bleibt beim Radweg auf der Bremse

Ein Radweg-Verhinderer zu sein, dieses Etikett will sich Frohburgs Bürgermeister Wolfgang Hiensch (BuW) ausdrücklich nicht ans Revers heften lassen - gerade weil dieser Vorwurf, leiser oder deutlicher, ihm von Seiten des Landkreises und Amtskollegen mehrfach formuliert worden sei.

Frohburg/Borna. Dass Frohburg die Vereinbarung über den Bau des Hauptradweges Borna - Grimma nicht unterschreiben wird, entschied der Stadtrat vorgestern mit zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung. Damit scheint das Vorhaben - über dessen Finanzierung sich die Anlieger-Kommunen lange uneins waren, ehe das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) nun eine bundesstraßen-begleitende Variante offerierte - erneut ins Stocken zu geraten.

"Für die Flößberger bringt der Weg gar nichts", sagte Mathias Füssel (CDU). Schließlich sei geplant, den Radweg zwischen Bad Lausick und dem nördlichen Flößberger Ortsteil nicht parallel zur Bundesstraße 176 zu führen, sondern den erheblich entfernten alten Querbahndamm zu nutzen. Für die Flößberger wesentlicher seien sichere Wegeverbindungen Richtung Harthsee, Frohburg und Kohrener Land. Der Eulataler Ortschaftsrat hatte sich ambivalent positioniert. Er verwarf bei einer Enthaltung mit 3:3 die ablehnende Beschlussvorlage des Stadtrates, blieb allerdings eine Begründung dafür schuldig.

Letzteres brachte Eberhard Schneidenbach (Linke) in Rage. "Insgesamt sind wir für den Radweg, aber nicht in dieser Form", sagte er. Das habe man auch in aller Ausführlichkeit debattiert und abgewogen, auch im Technischen Ausschuss. Der empfahl dem Stadtrat einhellig, den Vertrag abzulehnen.

Fraktionskollege Siegfried Runkwitz stellte die Praktikabilität der Route insgesamt in Frage. Statt von Bad Lausick über Flößberg und den Bockwitzer See direkt nach Borna zu führen, soll der Weg einen großen Bogen durch das Fürstenholz nach Kitzscher schlagen. Wer Borna und Grimma verbinden wolle, könne doch nicht jeden Ort unterwegs anschließen wollen, so seine Kritik.

"Das Lasuv lacht sich doch krank, wenn wir den Grunderwerb machen und die Baulast übernehmen", sagte Wolfgang Hiensch. Genau diesem Modell hatte der Bad Lausicker Stadtrat Ende April zugestimmt, war von nur einer vierstelligen Summe ausgegangen für den Kauf der Bahndamm-Flächen. Hiensch dagegen bezifferte den Grunderwerb für Frohburg auf 43 000 Euro. Der geringe Nutzwert für die Kommune lohne diese Ausgabe nicht, sagte er: "Es kann nicht sein, dass ich für diese Haltung persönlich angegriffen werde."

Um den Radweg-Bau, der Frohburger Terrain nur auf wenigen Tausend Quadratmetern Bahndamm berührt, nicht in Frage zu stellen, habe man Bad Lausick einen Flächentausch vorgeschlagen, so Hiensch. Den habe die Kurstadt aber abgelehnt.

Dieses Nein, das sagte der Bad Lausicker Bürgermeister Josef Eisenmann (CDU) gestern auf LVZ-Nachfrage, basierte auf den ursprünglichen, mit ganz anderen finanziellen Lasten untersetzten Plänen. "Da können wir noch einmal drüber reden", bot er an. "Uns ist wichtig, dass der Radweg kommt. Das sehen auch die Bürger so." Dass der Stadtrat den Vertrag vorgestern ablehnte, konnte er nicht nachvollziehen.

Aufgrund des Frohburger Beschlusses kommt die Vertragsunterzeichnung, die Landrat Gerhard Gey (CDU) am 30. Mai am Zielpunkt der 18. Radlertour der Muldentaler am Bad Lausicker Freizeitbad "Riff" plante, wohl nicht zustande.

© Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 09.05.2015
Ekkehard Schulreich

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