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Borna Hohe Nebenkosten? Sören Uhle legt den Schalter um
Region Borna Hohe Nebenkosten? Sören Uhle legt den Schalter um
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14:06 19.05.2015
Will den Schalter umlegen: Sören Uhle setzt in den Wohnungen der BWS auf intelligente Regelsysteme für Energie und Wärme. Quelle: Birgit Schöppenthau

Einrichtung in der Küche. Die Stange der Scheibengardine im Bad hängt windschief, weil die Halterung nachgegeben hat. Der zweite Blick offenbart jedoch, dass hier etwas anders ist. Neben der Wohnungseingangstür hängt ein Display mit Symbolen für An- und Abwesenheit, im Wohnzimmer lassen sich Licht sowie Steckdosen und damit die Stehlampe und der Fernseher per Touchscreen bedienen.

"Das könnte unsere Zukunft sein", sagte Sören Uhle, Geschäftsführer der Bornaer Wohnbau- und Siedlungsgesellschaft (BWS). In der Wohnung, die bei Bedarf Gäste der Mieter beherbergt, würden innovative Mess- und Steuerungssysteme getestet, die Lüftung und Heizung in den Räumen regeln. Die Ausstattung ist Teil eines Pilotprojektes, das künftig den Energieverbrauch im gesamten Wohnblock und später mal im Quartier am Hochhaus intelligent steuern und damit reduzieren könnte. Bei einem Workshop verständigte sich Uhle mit den Städtischen Werken Borna, Infrastrukturexperten sowie technischen Dienstleistern, wie intelligente Lösungen umsetzbar sind. Unterstützt wird die Wohnungsgesellschaft von der Westsächsischen Hochschule in Zwickau.

Bereits seit Monaten laufen Datenerhebungen im Klima-Quartier am Hochhaus. In zwei Wohnblöcken wurde der Verbrauch aus dem Heizkörperbetrieb gemessen, die Daten per Funk übers Treppenhaus in einen Speicher im Keller gesendet, der stündlich ausgelesen wurde. Außentemperatur, Sonneneinstrahlung und weitere Einflüsse, die den Wärmebedarf der Bewohner bestimmen, wurden ausgewertet. Eine 500-seitige Bestandsanalyse offenbart: Um zu sparen, drehen viele Mieter die Heizung rauf und runter. Dabei wird mehr Wärme verheizt, als sie bei gleichbleibender Temperatur benötigt wird. Sparfüchse lassen sogar den Nachbarn mitheizen. Wenn die Sonne auf den Block scheint, denn gehen alle Regler auf Null. Aber die Stadtwerke halten auch zu diesem Zeitpunkt Fernwärme für das Haus vor. "Hier schlummert enormes Einsparpotenzial", so Uhle.

Dieses will die BWS in Kooperation mit Partnern in den nächsten Jahren heben. Über das von der bundeseigenen KfW-Bank aufgelegte Programm zur energetischen Stadtsanierung werden in den kommenden drei Jahren 230 000 Euro bereitgestellt. Ein Anfang in dem Prozess, intelligente Energieversorgungssysteme in dem Quartier mit 584 Wohnungen zu entwerfen. Danach müssen Gebäude damit ausgerüstet werden. Denkbar sind Systeme, die mit erneuerbaren Energien gekoppelt sind. Wie dieser Weg finanziert werden soll, ist noch offen. Dabei ist sich Uhle relativ sicher, dass die Investition nicht eins zu eins an die Mieter weitergegeben werden kann. Das gelte dann aber auch für das Einsparpotenzial, so der Manager. "Das Ziel sind geringere Nebenkosten bei gleichbleibendem Komfort", so Uhle. Wie das funktionieren kann, will der Manager bei einer Informationsveranstaltung für die Mieter am 25. April erklären.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.04.2015
Schöppenthau, Birgit

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