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Borna Hohlräume? Groitzscher Ortsumgehung verzögert sich
Region Borna Hohlräume? Groitzscher Ortsumgehung verzögert sich
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00:36 07.05.2018
Blick auf die Ampelkreuzung Schusterstraße (B 176), Am Pappelhain und Am Bahndamm in Groitzsch. Hier soll künftig ein Kreisverkehr in das Gewerbegebiet führen und die Umgehungsstraße weiter über das Kalte Feld in Richtung Altengroitzsch verlaufen. Quelle: Google Maps
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Groitzsch

Die Baupläne für die Groitzscher Umgehungsstraße der S 65 sind unverhofft ins Stocken geraten und ziehen weitere Verzögerungen nach sich. Grund dafür sind vermutete Hohlräume unter der künftigen Trasse, die genauer untersucht und entsprechend verdichtet werden müssen.

Experten im Ausschuss

Dazu sprachen in der jüngsten Sitzung des Technischen Ausschusses Experten der Fugro Germany Land GmbH aus Berlin, ein Unternehmen, das sich auf geotechnische Bodenuntersuchungen sowie geologische und geophysikalische Untersuchungen spezialisiert hat.

Anlass zur Besorgnis hatte bereits das Oberbergamt gegeben. Die Behörde wies in ihrer Stellungnahme auf mögliche Hohlräume und Bergschadens-Verdachtsflächen hin und stellte entsprechendes Kartenmaterial zur Verfügung. Fugro führte daraufhin im November vergangenen Jahres geophysikalische Untersuchungen, seismische Erkundungen, Kleinraumbohrungen und elektrische Grundsondierungen durch.

Empfehlung für Nachuntersuchung

„Wir haben Reflexionen vor allem im nördlichen Bereich um die ehemaligen Schachtanlagen registriert, die eine Interpretation erlauben“, fasst der Geophysiker Christian Richter zusammen. In einer Tiefe von 10 bis 15 Metern fand man „deutliche Hinweise auf Hohlräume“; er empfehle daher dringend eine Nachuntersuchung.

„Wir brauchen endgültige Sicherheit“. Das Bauvorhaben sei jedoch „grundsätzlich umsetzbar“, gab Falk Papmeyer, Abteilungsleiter Testing/Monitoring, Anlass zur Hoffnung und empfahl während der Bauphase ein geotechnisches Monitoring.

Kunze: „Höchstens Bauverzögerung“

Für Bürgermeister Maik Kunze (CDU) sind die Neuigkeiten kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. „Es kann höchstens eine Bauverzögerung geben, aber da bin ich absolut schmerzfrei. Die ersten Ideen zu dieser Straße gab es bereits Anfang der 90er Jahre; 2005 sind sie reaktiviert worden, da machen nun zwei bis drei Jahre nicht mehr viel aus.“

Noch für dieses Jahr strebe die Kommune zusammen mit der Geraer Planungsgesellschaft Meister und Möbius die Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens an.

Umgehungsstraße soll entlasten

Die Staatsstraße 65 führt derzeit mitten durch Groitzsch und weiter in die Ortsteile Altengroitzsch, Saasdorf, Gatzen, Löbnitz-Bennewitz und Auligk. Die Umgehungsstraße soll dringend für eine Entlastung der Innenstadt sorgen und auch den Verkehrsfluss von und in Richtung Borna umleiten.

Sie werde deshalb von der B 176 über einen Kreisverkehr in die Straße Am Pappelhain und damit ins Gewerbegebiet einschwenken, über Ackerfläche führen und zwischen Groitzsch und Altengroitzsch auf die S 65 treffen. Die Trasse erstreckt sich über annähernd 1000 Meter und soll laut Entwurfsplanung als Tempo-100-Zone ausgewiesen werden.

Von Kathrin Haase

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