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Borna Holzwerk brennt in Geithain: Millionenschaden
Region Borna Holzwerk brennt in Geithain: Millionenschaden
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16:11 19.05.2015
Wie gewaltig die Flammen Dienstagabend gegen 22 Uhr beim Großbrand in der Firma Ladenburger in den Himmel stiegen, war auch vom Geithainer Bahnhofsgelände aus gut sichtbar. Quelle: Volker Schwarze

Ursache war ein Großbrand in der Firma Holzwerke Ladenburger, der kurz nach 20.30 Uhr aus bisher ungeklärten Gründen ausbrach. Ihm fielen zwei Produktionshallen, eine Lagerhalle sowie ein kleineres Gebäude zum Opfer. Der Schaden geht in die Millionen. 20 Ortsfeuerwehren mit insgesamt 37 Fahrzeugen waren laut Rettungsleitstelle im Einsatz. Die Löscharbeiten dauerten gestern an.

Der Feuerschein und die Signalhörner zahlreicher Feuerwehrfahrzeuge ließen am Abend viele Geithainer in die Eisenbahnstraße strömen. Zeitweilig säumten Hunderte den dortigen Fußweg, obwohl der Brandort im Betriebsgelände der Firma Ladenburger durch umliegende Hallen gar nicht einzusehen war. Die Freiwillige Feuerwehr Geithain wurde 20.45 Uhr alarmiert. "Als wir ankamen, brannte eine Produktionshalle bereits lichterloh", so Einsatzleiter Jens Krznaric Dienstagabend. Obwohl sofort weitere Feuerwehren alarmiert wurden und wenig später Kräfte aus Borna, Frohburg, Frankenhain, Tautenhain, Bad Lausick, Kohren-Sahlis, Flößberg, Colditz, Hohnbach, Frankenhain, Ballendorf, Eschefeld, Narsdorf, Rathendorf, Ossa, Rochlitz, Königsfeld und Noßwitz sowie des Feuerwehrtechnischen Zentrums vor Ort waren, griff das Feuer bis 23.45 Uhr auf drei weitere Gebäude auf dem Gelände über - eine Produktions- und eine Lagerhalle sowie ein kleineres Gebäude. Allerdings gelang den Feuerwehren, ein Überspringen der Flammen auf ein angrenzendes Tanklager zu verhindern - obwohl sie laut Polizei von Schaulustigen, die sich auch über die angrenzenden Bahngleise Zutritt auf das Firmengelände verschafften, in ihrer Arbeit behindert wurden.

"Wir haben den Brand im Moment auch noch nicht unter Kontrolle", so Geithains Feuerwehrchef gegen 23 Uhr. Das konnte dann gegen 4 Uhr vermeldet werden. Die hohe Wärmestrahlung und sehr eng stehende Hallen erschwerten das Löschen. Zudem bereitete die Löschwasserversorgung Probleme. Die im Betrieb vorhandenen Becken reichten für die Dimensionen dieses Brandes nicht aus, um den Flammen Herr zu werden. "Wir haben über Landwirtschaftsunternehmen weitere 15 000-Liter-Wasserbehälter angefordert", informierte der Einsatzleiter. Zudem wurde aus Hydranten außerhalb des Firmengeländes ständig von Feuerwehrfahrzeugen weiteres Löschwasser herangebracht. Insgesamt waren zu diesem Zeitpunkt 131 Kameraden Freiwilliger Feuerwehren vor Ort.

Verletzt wurde glücklicherweise bei diesem Brand niemand. Zwei 35 und 38 Jahre alte Mitarbeiter hatten während ihrer Schicht das in einer der Hallen ausgebrochene Feuer entdeckt und versucht, es zu löschen. Das blieb jedoch erfolglos, da sich die Flammen rasant durch das in der Produktionshalle gelagerte Holz "fraßen". Umgehend informierten die beiden Männer Feuerwehr und Polizei, blieben selber unverletzt.

"Das ist das Wichtigste", zeigte sich gestern Betriebleiter Markus Hauber trotz des Schocks ziemlich gefasst. "Allerdings dürfte der Schaden in die Millionen gehen. Das wirft uns in der Produktion gewaltig zurück", konstatierte er. Zugleich sprach er den Feuerwehrleuten einen großen Dank aus, ebenso den Agrarbetrieben und Landwirten. "Ohne deren Wassertransporte wäre die Sache noch viel schlimmer ausgegangen. Solch eine uneigennützige Hilfe ist wirklich nicht selbstverständlich."

Auch gestern hatten die Feuerwehrleute noch gehörig zu tun, um Brandnester zu beseitigen. "45 Kameraden aus sechs Wehren sind derzeit noch im Einsatz, um die Örtlichkeit zu sichern. Denn noch brennt und schwelt es an einigen Stellen", so gegen 11 Uhr Einsatzleiter Holger Gwozdz von der Geithainer Wehr. "Wir haben sicher noch den ganzen Tag zu tun." Zu diesem Zeitpunkt waberte immer noch Qualm über der Brandstätte. Die Bürger Geithains wurden per Rundfunk deshalb aufgefordert, ihre Fenster geschlossen zu halten.

Nach gestrigen Schätzungen der Feuerwehr sollten die Löscharbeiten aufgrund des Schwelbrandes noch ein bis zwei Tage andauern. Erst danach können kriminaltechnische Ermittlungen zur Brandursache vor Ort aufgenommen werden, so die Polizei. Zum entstandenen Sachschaden seien noch keine detaillierten Angaben möglich.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.08.2013

Thomas Lang

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