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Hospizdienst der Caritas betreut Ehrenamtliche im Leipziger Land

Sterbebegleitung Hospizdienst der Caritas betreut Ehrenamtliche im Leipziger Land

Manchmal ist es ein Nagel. Oder eine Wäscheklammer, die zum Lebendende eine besondere Bedeutung bekommt. „Etwas, was den Patienten an sein Leben erinnert“, sagt Martina Satzke. Sie muss es wissen. Sie ist Koordinatorin beim Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst der Caritas im Leipziger Land in Deutzen.

Hospizdienst-Koordinatorin Martina Satzke.

Quelle: Andreas Döring

Deutzen. Manchmal ist es ein Nagel. Oder eine Wäscheklammer. „Etwas, was den Patienten an sein Leben erinnert“, sagt Martina Satzke. Sie muss es wissen. Sie ist Koordinatorin beim Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst der Caritas im Leipziger Land in Deutzen. Mit ihren Kolleginnen Rosmarie Bauer und Ute Konnegen betreut sie ehrenamtliche Sterbebegleiter im Leipziger Land. Menschen, die sich um Patienten kümmern, deren Leben zu Ende geht.

Eine Herausforderung, bei der sich die derzeit 42 ehrenamtlichen Sterbegleiter der Caritas in Deutzen „selbst zurücknehmen müssen“, wie Koordinatorin Satzke weiter sagt. Sie haben Menschen im letzten Lebensabschnitt vor sich, bei denen es sich empfiehlt, an deren Biografie anzuknüpfen. Für Menschen mit schweren Krankheiten, die als unheilbar gelten, sei es wichtig, Verbindungen zu ihrem früheren Leben herzustellen. Etwa mit Liedern, die die Betroffenen kennen oder gern gesungen haben oder auch durch den Besuch von Orten, an denen die Patienten gewesen sind. Wichtig sei, dass die Betroffenen reden können, sofern sie es wollen. Andererseits müsse auch ein gemeinsames Schweigen möglich sein. „Das muss man aushalten können“, sag Rosmarie Bauer. Bei Demenzkranken sei zudem der Blickkontakt wesentlich. „Sterbebegleiter brauchen Empathie.“

Und sie brauchen selbst Kraft und Unterstützung. Wer sich als Sterbegleiter engagieren will, wird im Rahmen von Grund- und Aufbaukursen sowie Praktika vorbereitet. „Und wir fragen nach der Motivation, warum jemand Sterbebegleiter werden will“, sagt Koordinatorin Satzke. Voraussetzung, um am Ende tatsächlich als Ehrenamtlicher Patienten in deren häuslicher Umgebung zu betreuen, ist zudem in der Regel, „dass derjenige im letzten Jahr keinen Trauerfall in der engsten Familie hatte“. Und weil Sterbebegleitung eine ganz besondere Herausforderung ist, kommt es auch vor, dass Leute nach dem Grundkurs feststellen, dass sie dazu nicht in der Lage sind.

Das Interesse von Angehörigen oder auch Patienten selbst an jemandem, der den Kranken begleitet, wird über Pflegedienste signalisiert und über die Spezialisierte ambulanten Palliativversorgung (SAPV) vermittelt. Dort laufen die Wünsche von Patienten und Angehörigen zusammen. Anfragen kommen aber auch von Privatpersonen und aus Pflegeheimen.

Die Ehrenamtlichen begleiten nicht nur die Patienten. „Sie sind oft auch für die Angehörigen da“, sagen Rosmarie Bauer und Martina Satzke. Für Menschen, die alles tun, um ihre Angehörigen zu Hause zu betreuten und dabei ans Ende ihrer Kräfte kommen. Deshalb sei es oftmals auch eine Hilfe, dass Angehörige zwei Stunden in der Woche Zeit haben, etwas zu erledigen oder aller zwei Wochen zum Fußall zu gehen. Oder sie sorgen durch ihre Anwesenheit dafür, dass jemand nach langer Zeit einmal wieder durchschlafen kann, weil er einen Ehrenamtlichen bei seinem kranken Angehörigen weiß.

In der Regel handelt es sich bei den Patienten um ältere Menschen. Der Hospizdienst der Caritas betreut aber auch Menschen ab 17 Jahren, und wenn es sich um junge Leute handelt, „dann ist das besonders schlimm“. Hilfsangebote für Ehrenamtliche sind neben Gesprächen mit den Koordinatorinnen auch die Helfertreffen, wie sie monatlich in Borna und Markkleeberg stattfinden.

Die nächste Schulung für ehrenamtliche Sterbebegleiter findet 2018 statt. Interessenten könne aber bereits vorher Kontakt mit dem Hospizdienst aufnehmen und dabei erfahren, ob sie sich auf die Sterbebegleitung einlassen können. Wer sich auf diese Weise engagieren will, sollte die Leitlinien der Caritas respektieren, auch wenn die Mitgliedschaft in der Kirche keine Voraussetzung ist. Zudem muss er eine Vereinbarung unterzeichnen, in der eine Schweigepflicht enthalten ist. Sie betrifft alles, was der Begleiter im Umgang mit dem Patienten erfährt.

Von Nikos Natsidis

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