Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Hürden für Alte und Behinderte
Region Borna Hürden für Alte und Behinderte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:05 19.05.2015

Es wird daher wichtiger, dass gerade öffentliche Gebäude und Ämter barrierefrei, also für Menschen mit Behinderung auch ohne fremde Hilfe zugänglich sind. Im Landkreis Leipzig bleibt das oft Wunschdenken.

Pegau kann keine vollständige Barrierefreiheit bei öffentlichen Gebäuden vorweisen, bedauert Bürgermeister Peter Bringer (parteilos). Das Problem: Viele von ihnen sind sehr alt. Das Rathaus zum Beispiel stammt aus dem 16.Jahrhundert. "Bei Baumaßnahmen muss auch der Denkmalschutz mitspielen", sagt Bringer. Zwei Stufen und zwei alte Holzportale erschweren Menschen mit Behinderung den Zutritt zum Pegauer Rathaus. Allerdings könne man durch organisatorische Maßnahmen schon viel erreichen. So sind das hochfrequentierte Sozial- und Einwohnermeldeamt im Erdgeschoss des fahrstuhllosen Rathauses eingerichtet. Baumaßnahmen, die Barrierefreiheit bringen, sind zudem mit hohen Kosten verbunden. Im Zuge der Sanierung der Stadtbibliothek im Napoleonhaus im vergangenen Jahr wurde ein Aufzug im hinteren Bereich eingebaut. Kosten dafür: 26 000 Euro. "Hinzu kommen Wartungskosten von 1500 Euro im Jahr", sagt Bringer. Finanziert wurde diese Baumaßnahme zu 80 Prozent aus Mitteln des sächsischen Denkmalschutzprogramms, sonst seien solche Investitionen schwierig.

In Borna wurde bei der Sanierung einiger historischer Bauten die Barrierefreiheit bedacht: So verfügen das Rathaus und das Bürgerhaus "Goldener Stern" über einen Aufzug. Das Museum im Reichstor ist nur im Erdgeschoss barrierefrei. Auch in der Kreisstadt stehen laut Rathaussprecher Sandro Tröger bei historischen Gebäuden oftmals die Belange des Denkmalschutzes im Vordergrund, obwohl dies kein Grund gegen Barrierefreiheit sei. "Bei der Umsetzung der Forderungen nach Barrierefreiheit ist allerdings stets die Abwägung aller Belange notwendig", gibt der Rathaussprecher an. Gut sei es, Behindertenverbände beim Bau beratend mit einzubeziehen. So geschehen bei der Umgestaltung des Jahnbades. Zudem verfügen die Grundschulen Borna-West und "Clemens Thieme" über Fahrstühle, ebenso das Hauptgebäude des Gymnasiums "Am Breiten Teich".

Vorteilhaft wären barrierefreie öffentliche Gebäude, meint Kitzschers Bürgermeister Maik Schramm (parteilos). "Aber leider können wir das nicht bieten." Die Gebäude seien alt, bei Sanierungen während und nach der Wende wurde laut Schramm nicht auf Barrierefreiheit geachtet. Als das Rathaus vor 17 Jahren saniert wurde, dachte man nicht an einen Aufzug. Dafür gebe es aber für Behinderte einen extra Raum im Erdgeschoss, der barrierefrei zu erreichen ist. Auch die MittelschuleKitzscher ist nicht barrierefrei. Aber "wenn wir ein Kind im Rollstuhl hätten, würden wir das nicht abweisen und Möglichkeiten für den Schulbesuch finden", sagt der Rathauschef. So etwas ginge jedoch nur über Ausnahmegenehmigungen.

Die Vorschriften zum barrierefreien Bauen regelt die Sächsische Bauordnung. Paragraf 50 besagt: Öffentlich zugängliche Gebäude müssen in den für Besucherverkehr freien Teilen barrierefrei erreicht und ohne fremde Hilfe zweckentsprechend genutzt werden können. Diese Vorschriften bilden die Planungsgrundlagen für die Umsetzung der Barrierefreiheit bei Bauarbeiten und Sanierungsmaßnahmen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.05.2013

Stefanie Dietz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Es sind Integrationsbemühungen der besonderen Art. Aller zwei Wochen treffen sich Frauen verschiedenen Alters in den Räumen der evangelischen Gemeinde am Martin-Luther-Platz.

19.05.2015

Die CDU-Fraktion macht sich für die Einrichtung eines Bus-Shuttles während der Ferien zum Freibad in Regis stark. Das ist der Inhalt eines Beschlussantrags, den CDU-Fraktionschef Roland Wübbeke jetzt vorgelegt hat.

19.05.2015

Erneut haben Brandstifter in Wiederau ihr Unwesen getrieben und großen Schaden verursacht. Nach mehreren Bränden von leer stehenden Gebäuden oder Strohfeimen in den letzten Jahren, traf es nun bereits zum vierten Mal den Baubetrieb Treptow.

19.05.2015
Anzeige