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Borna Ich bin nicht David Copperfield
Region Borna Ich bin nicht David Copperfield
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20:36 10.04.2012

. Mit einer normalen Reparatur ist es nach Angaben der Hausverwaltung Ahis nicht getan. In der 17. Kalenderwoche beginnen Arbeiten für eine neue Trinkwasserleitung, die zumindest wieder warmes Wasser garantieren wird.

Der Teufel steckt bekanntlich im Detail: Auch in diesem Fall. Eine alte Trinkwasserleitung legte letztlich die alte Heizungsanlage lahm. Wasser trat aus und lief direkt in die Elektronik der Anlage. Mit der verheerenden Folge, dass es im Haus seither weder warmes Wasser noch eine funktionierende Heizung gibt. Die Hälfte des Blocks, 34 Wohnungen, sind bewohnt.

„Mir ist zum Heulen zumute", sagt eine Rentnerin, die seit vielen Jahren dort wohnt. Drei Jacken trägt sie in ihrer Wohnung. „Wir fühlen uns wie Menschen dritter Wahl", sagt eine andere Bewohnerin. Sie berichtet von üblen Beschimpfungen vom Eigentümer des Hauses, der Firma LLKR Wohnbau GmbH Offenburg. Schnaps sei ihnen aus der Ferne empfohlen worden, um der Kälte trotzen zu können.

Ulf Herzog, der Verwalter vor Ort, kann den Zorn der Betroffenen nachvollziehen, aber auch nicht zaubern. „Ich bin Hausverwalter und nicht David Copperfield". Und so dauerte es seit der Havarie am 23. März eine gewisse Zeit, bis klar war, wie es weitergeht. Bei rund 270 000 Euro Mietschulden stellte sich die Frage nach dem Sinn einer Investition. Die Freigabe vom Eigentümer ist inzwischen da – Voraussetzung für den Umbau, der alles in allem 80 000 Euro kosten soll. Auch der Bautermin mit dem Zweckverband Wasser/Abwasser Bornaer Land wurde ausgehandelt. Bei der Heizung indes wird es schwieriger. Eine Anlage mit 500 kW sei nicht „auf die Schnelle" aufzutreiben. Lange Lieferzeiten (acht Wochen) sind nach Angaben des Verwalters allein für den Kessel einzuplanen. Und so stellt er ein Fernziel: Zur Heizsaison im Oktober soll alles wieder funktionieren. Am Karfreitag gab es für die Mieter eine entsprechende Information im Briefkasten.

Bis dahin ist guter Rat teuer. „Lüfter sind zumutbar", sagt Herzog. Die Betroffenen aber, viele von ihnen leben von Arbeitslosengeld, sehen das anders. Er habe kein Geld, einen Lüfter zu bezahlen, erregte sich ein Mann gestern bei einer hitzigen Debatte vor Ort. Andere wollen sich wegen der hohen Betriebskosten „nicht in die Schuldenfalle reiten". Sie haben Unterschriften gesammelt und dem Jobcenter ein Schreiben vorgelegt. Die Bewohner wollen Hilfe und etwas Entgegenkommen, etwa bei den Stromkosten. Auch eine Kündigung ist inzwischen ein Thema.

Saskia Grätz

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