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"Ich konnte auf eine ausgezeichnete Verwaltung zählen"

"Ich konnte auf eine ausgezeichnete Verwaltung zählen"

In sechs Wochen ist Schluss, dann endet die Amtszeit der Böhlener Bürgermeisterin Maria Gangloff (Die Linke). Sie war nicht erneut zur Wahl angetreten und gibt nun ihren Rathaussessel an Dietmar Berndt (parteilos, trat für die SPD an) ab.

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Böhlens scheidende Bürgermeisterin Maria Gangloff.

Quelle: Günther Hunger

Böhlen. Die LVZ sprach mit der scheidenden Stadtchefin über ihre Zeit an der Spitze von Böhlen.

Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Tag als Bürgermeisterin?

So einen richtigen ersten Tag gab es ja eigentlich gar nicht, denn ich war ja stellvertretende Bürgermeisterin, dann Bürgermeisterin, dann zwischendurch Landtagsabgeordnete und seit 2001 bis heute wieder Bürgermeisterin. Seit 1973 war ich immer eng mit Böhlen und dem Rathaus verbunden. Bei Dienstantritt 2001 wurde ich allerdings empfangen, als wäre ich vorher noch nie im Rathaus gewesen, das wird immer in Erinnerung bleiben. Und es gab auch gleich einiges zu tun. So mussten wir als erste Amtshandlung den von der Schützengilde Leipzig geplanten Schießstand verhindern. Außerdem war die Wohnungsgenossenschaft in Insolvenz geraten. 194 Wohnungen mussten abgerissen werden.

Wie sah Böhlen im Jahr 1973 aus?

Es gab zwar viele Grünflächen vor allem durch die Gartensparten, aber letztlich wirkte doch alles trist und grau. Alles, was damals zu Böhlen gehörte, gehörte dem Werk, von der Schule einmal abgesehen, auch das Bad gehörte dem Werk. Das konnte sogar im November noch genutzt werden, weil es beheizt wurde. Die Stadtverwaltung hatte damals vielfältige Kontrollfunktionen für Gesundheits- und Kindereinrichtungen, hat aber auch freitags Brot geholt und zum Beispiel Rüben auf Feldern verzogen für frisches Gemüse.

Welche Vorhaben sind Ihnen in Ihrer Amtszeit geglückt und welche Vorhaben mussten verschoben oder gar gestrichen werden?

Wichtig ist es erst einmal, die Rolle des Stadtrates zu betonen, denn ich habe nie alles alleine gemacht. Ich konnte auf einen guten Stadtrat und auf eine ausgezeichnete Verwaltung zählen. Gelungen ist es uns zum Beispiel, den kompletten Hort und die Grundschule "Pfiffikus" neu aufzubauen. Die integrative Kindereinrichtung "Böhlener Knirpse" und die Oberschule sind und werden komplett saniert und ausgestattet. Geschafft haben wir es auch, die Industriebrache in Großdeuben zu beseitigen, einen tollen Spielplatz zu errichten und an vielen Stellen die Infrastruktur neu herzustellen. Zudem hat die Stadt während meiner Amtszeit keine Kredite aufnehmen müssen, und die Verschuldung sank auf unter 100 Euro pro Einwohner. Wenn ich gehe, steht die Sporthalle noch nicht, aber sie ist auf einem guten Weg. Auch die letzten Bauarbeiten am Kulturhaus werde ich dann nur noch als Privatperson erleben, und auch die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes steht noch aus. Doch das alles ist bereits in Planung und Vorbereitung und geht seinen Gang.

Sehen Sie Ihre Nachfolge in guten Händen?

Das Nest ist sozusagen gemacht, ich gebe den Staffelstab nicht mit riesigen Baustellen ab. Herr Berndt wird seine Aufgabe meistern, er bekommt zudem eine gut funktionierende Verwaltung. Doch er steht auch vor Herausforderungen. Eine davon ist der Erhalt des Kulturhauses und des Leipziger Symphonieorchesters, eine andere, die Zusammenarbeit mit den Vereinen und Verbänden, den Zweckverbände und den Industrieunternehmen und örtlichen Handwerkern kontinuierlich fortzusetzen.

Sie waren Landtagsabgeordnete und Rathauschef. Wo kann man mehr bewirken?

Im Rathaus, direkt vor Ort, kann man viel mehr entscheiden. Ich kann Entscheidungen vorbereiten und mit den jeweils Verantwortlichen umsetzen. Es gibt als Rathauschef einfach mehr Herausforderungen. Aber der Landtag hat über Jahre meine Persönlichkeit geprägt. Grundsätze aus Politik, Bildung, Schule und Kultur habe ich dort gelernt und sie dann im Rathaus umsetzen können.

Was werden sie zukünftig tun? Wird Ihnen jetzt nicht langweilig?

Ich schwimme fast täglich, gehe gerne Tiefseetauchen und habe wieder mit Klavierspielen angefangen. Außerdem habe ich mir gerade 42 Bücher ausgesucht, die nun gelesen werden müssen. Das sind historische Romane, Krimis, aber auch Sachbücher. Außerdem bleibe ich ja noch im Kreistag, da wird mir garantiert nicht langweilig. Und meine Enkel wollen mich ja auch öfter sehen.

Interview: Julia Tonne

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.07.2015
Julia Tonne

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