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Ilona Rhein schließt ihr Modehaus in Borna

Nach 26 Jahren Ilona Rhein schließt ihr Modehaus in Borna

Das Modehaus Rhein in Borna öffnet am Freitag zum letzten Mal seine Türen. Nach 26 Jahren gibt Inhaberin Ilona Rhein ihr Damenbekleidungsgeschäft in der Bahnhofstraße auf. Der Grund: fehlende junge Leute, die den Mut aufbringen, sich selbstständig zu machen – sie hat keinen Nachfolger gefunden.

Nach 26 Jahren ist Schluss. Ilona Rhein verkauft dieser Tage die letzten Stücke des Sortiments.

Quelle: Julia Tonne

Borna. Das Modehaus Rhein in Borna öffnet am Freitag zum letzten Mal seine Türen. Nach 26 Jahren gibt Inhaberin Ilona Rhein ihr Damenbekleidungsgeschäft in der Bahnhofstraße auf. Der Grund: Junge Leute fehlen, die den Mut aufbringen, sich selbstständig zu machen – die Geschäftsfrau hat keinen Nachfolger gefunden. „Als wir das Modehaus eröffnet haben, war es unser Traum. Aber heute finden sich keine jungen Leute mehr, die die Verantwortung übernehmen wollen“, macht sie deutlich.

Mit 30 Quadratmetern fing es 1990 an

Über all die Jahre haben zahlreiche Kunden dem Modehaus die Treue gehalten, „daher danken wir ihnen für die lange vertrauensvolle Zusammenarbeit“, sagt sie. Zur Ruhe kommt sie dieser Tage noch nicht, denn derzeit läuft der Ausverkauf auf Hochtouren. Dass der so gut angenommen wird, hängt für Rhein unter anderem mit dem Eventshopping zusammen. Zahlreiche Besucher sahen sich die Modenschau an und suchten sich schon an dem Tag das ein oder andere Stück heraus.

Seinen Anfang nahm das Geschäft im April 1990, Rhein machte sich mit dem „Modetreff Ilona“ am Markt selbstständig, wo es heute einen Raum des griechischen Restaurants gibt. „Ganze 30 Quadratmeter hatte ich damals“, erinnert sie sich. Mit Beginn der Sanierung des Goldenen Sterns fand die Geschäftsfrau neue Verkaufsräume in der Bahnhofstraße 25. Nur drei Jahre später erfolgte ein zweiter Umzug, dann in die eigenen Räume einige Häuser weiter. 300 Quadratmeter standen hier zur Verfügung, während im Erdgeschoss die Damen fündig wurden, gab es für die Herren in der ersten Etage eine große Auswahl an Hosen, Shirts und Pullovern sowie Anzügen. Eine Abteilung für Festmoden und Hochzeitsbekleidung ergänzte das Sortiment. Nur folgerichtig, dass auch die erste Hochzeitsmesse in Borna bei Ilona Rhein stattfand. Später arbeitete das Modehaus gar mit der Miss Germany 2000 zusammen, um Brautpaare einzukleiden. Eine weitere Besonderheit: anlässlich der 750-Jahr-Feier Bornas zog eine Braut mit einem 85 Meter langen Schleier durch die Stadt. „Wir haben schon viel erlebt, das wir nicht missen möchten und woran auch unsere Kunden immer wieder denken“, sagt Rhein, die mittlerweile bis zu sieben Angestellte beschäftigte. Auch an diese geht ein großes Dankeschön, „sie waren immer mit Herzblut bei der Sache“.

Geschäftsfrau kennt Kleiderschrank ihrer Kundinnen

Rhein ist sozusagen mit ihren Kunden älter geworden, kennt den Kleiderschrank so mancher Kundin vielleicht besser als die Schrankbesitzerin selbst. Und natürlich weiß sie nach all den Jahren, mit welchen Wünschen und Vorstellungen die Frauen ins Geschäft kommen. Und die wiederum wissen um die gute Beratung im Laden. Um allen Geschmäckern gerecht zu werden, gab es speziell für Senioren regelmäßige Modenschauen mit anschließendem Kaffeetrinken. Viel Wert hat Rhein immer darauf gelegt, Models aus dem Kundenkreis über den Laufsteg zu schicken. Von Veränderungen auf dem Modemarkt blieb das Geschäft nicht verschont, nachdem die Nachfrage nach Herrenbekleidung rapide zurückging, entschloss sich Rhein dazu, die erste Etage dicht zu machen. Und auch die Festmoden-Abteilung musste schließen.

Rhein und ihr Mann Georg legen mit der Schließung „jedoch nicht die Beine hoch“. Während sie sich verstärkt Boots- und Radtouren widmen will, wird ihr Mann unter anderem im Garten ackern. „Ohne das Geschäft im Hinterkopf kann man viele Dinge mehr genießen, bisher passierte das alles zwischen Tür und Angel.“ Für Rhein ist die Schließung daher auch eine gewisse Erleichterung, auch wenn sie etwas aufgibt, das ihr ans Herz gewachsen ist.

Von Julia Tonne

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