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Borna Im Azurit in Borna trommeln die Bewohner auf Pezzi-Bällen
Region Borna Im Azurit in Borna trommeln die Bewohner auf Pezzi-Bällen
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12:00 25.11.2016
Waltraud Kraus (li.) ist eine von wenigen Damen, die zu den Pezzi-Drummern im Azurit gehören. Sylva Zwirner (re.) gibt den Takt vor. Quelle: Jens Paul Taubert
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Borna

Im Azurit Seniorenzentrum in Borna sorgt ein neues Angebot für einen echten Ansturm. Die neu gegründete Gruppe der Pezzi-Drummer verzeichnet einen regen Zulauf. Seit gerade einmal einigen Wochen gibt Betreuungsassistentin Sylva Zwirner den Takt vor, mittlerweile gehören zehn Bewohner zum Trommelteam. Tendenz steigend. Doch wer echte Trommeln erwartet, irrt, stattdessen dienen Pezzi-Bälle als Instrumente. „Drumsalive“ heißt das Konzept.

„Damit haben wir anscheinend den Nerv vieler Senioren getroffen“, sagt Katrin Colditz, Leiterin des Azurit-Hauses. Sie selbst sei das erste Mal bei einem Fachkräftetreffen darauf aufmerksam geworden, bei dem Mitarbeiter aus Bad Köstritz von einem solchen Projekt berichtet hatten. Daraufhin habe sie zwei Kollegen zur Weiterbildung dorthin geschickt. Zunächst ließ Zwirner das Trommeln in die Therapien einfließen, doch nach und nach etablierte sich daraus eine feste Combo. Und die hatte sogar bereits einen Auftritt – bei der Seniorenmesse der LVZ und Regio TV in der Sana Klinik. Zu derzeit zwei Liedern liefern die Bewohner schon den Rhythmus. Zum einen gehört Udo Jürgens „Vielen Dank für die Blumen“ zum Repertoire, zum anderen Queens „We will rock you“. Demnächst sollen weitere Titel folgen.

Wenn die Zuhörer den Trommlern auch den Spaß anmerken, so steigert dieser musikalische Sport bei den Musikern doch auch die gesundheitliche Fitness. „Das ist durchaus als Kombination aus Musik und Fitness zu bezeichnen“, sagt Colditz. Denn das Trommeln verbessere nicht nur die Konzentrationsfähigkeit, sondern sorge auch für eine gute Durchblutung. Eine Erwärmung der Arme und Schultern ist vorab unerlässlich, denn getrommelt wird auf den Bällen, die auf Eimern stehen, damit sie nicht wegrollen, nicht nur von oben, sondern auch seitlich. Die fortgeschrittenen Musiker könnten gar zusätzlich mit den Füßen den Takt geben.

Einer, der das Trommeln nicht mehr missen möchte, ist Frank Bautz. Trommelstöcke hatte er vorher noch nie in der Hand, was ihn erst recht motivierte, das einmal auszuprobieren. „Das ist eine tolle Beschäftigung, langweilig wird es nicht“, sagt er. Für seinen Combokollegen Günther Jäckel steht neben dem musikalischen Aspekt die Bewegung im Fokus. „Und ich merke, dass ich deutlich mehr Ausdauer bekommen habe“, macht er deutlich. Colditz kann sich durchaus vorstellen, das Projekt noch weiter auszubauen. Nicht nur das Repertoire, sondern auch die Zahl der Musiker und die Auftritte. „Aufführungen sind doch für unsere Trommler der Lohn der Bemühungen, begründet sie.

Von Julia Tonne

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