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Im Dienst der Bienen

Im Dienst der Bienen

Kein Tag sei ohne Kettensäge vergangen. "Es wurden Bäume in Größenordnungen gefällt", sagt Bernd Opitz über die Zeit von Dezember bis März. Der Imker aus Rötha sorgt sich um die Bienen, die für die Honigproduktion gute Lebensbedingungen brauchen.

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Leidenschaft für Bienen: Seit mehr als 40 Jahren (mit Unterbrechung) hält Bernd Opitz Bienen. Er möchte Laien die Angst nehmen und kam den Tieren fürs Foto ganz ohne Schutz ganz nah.

Quelle: Saskia Grätz

Rötha. Jeder könne dafür etwas tun, sagt der Fachmann und damit ein Massensterben - bereits ein weit verbreitetes Problem - verhindern. In Rötha und Umgebung sei diese vom Menschen verursachte Auswirkung zum Glück noch nicht aufgetreten.

Seit die Politik das Fällen von Bäumen erleichterte, geht es in vielen Gärten richtig zur Sache. Bei alten und oder kranken Bäumen habe er nichts dagegen. "Aber es kommt auch viel Blühendes weg", kritisiert der 71-Jährige. Alte Obstbäume zu roden sei "verantwortungslos", sagt ein Mann, der sich seit 1972 "nebenbei" mit Bienen befasst. Und deren Lebensraum zunehmend ausgedünnt wird, denn sie benötigen von Frühjahr (Haselnuss und Weidenkätzchen) bis zum Herbst (Goldrute und Aster) blühende Bäume und Sträucher. In vielen Gärten hingegen gebe es nur noch Wiese und grüne Hecken - "zum Heulen", findet Opitz. Ersatzpflanzungen sollten im Interesse der Umwelt blühende Bäume und Hecken sein.

Der Hobbyimker verfolgt natürlich die aktuelle Diskussion um den Einsatz von Pestiziden. Die hiesige Agrargenossenschaft gehe verantwortungsvoll um, "da ist noch nie etwas passiert." Gleichwohl beobachte er auch in der Landwirtschaft Dinge, die seiner Ansicht nach nicht sein müssten. Opitz erinnert sich genau, dass zur Rapsblüte im Vorjahr tags gespritzt wurde. Dabei wären diese Maßnahmen abends, wenn kein Bienenflug ist, kein Problem. Am Tage hingegen schon. Außerdem sollten Blühflächen angelegt werden. Obwohl derlei staatlich gefördert wird, werde es kaum gemacht, beklagt der Hobbyimker.

Er nimmt auch die Kommunen in die Pflicht, bei Ausgleichspflanzungen im öffentlichen Raum Einfluss auf die Pflanzenarten zu nehmen. "Auf der Halde in Böhlen wurden Robinien gefällt - für mich unbegreiflich", sagt Opitz. Auch wenn er die Rodungen im Schlosspark nicht befürwortet, "wenigstens wurden Linden gepflanzt". Für das Gelände der ehemaligen Schweinezuchtanlage werde er über den Stadtrat Vorschläge für blühende Anpflanzungen vorbringen. Im Herbst plant der Imker eine Informationsveranstaltung, um Familien über Bienen aufzuklären. Auch deshalb, weil es viele Ängste um die Bienen gibt.

Angst, die laut Opitz unbegründet ist. Gefahr drohe nur, wenn die Bienen auf der Suche nach Wasser auf Wiesen unterwegs sind oder wenn man in ihre Flugrichtung gerät. Sie greifen den Menschen im Normalfall nicht an.

Über einen Kollegen, der sein Beutensystem umgestellt hatte, kam er 1972 zur Imkerei. "Das lässt einen nicht mehr los", sagt der frühere Diplomingenieur für Medizintechnik. Als der Außendienst vorübergehend keine Zeit für das "intelligenzintensive Hobby" ließ, gab er es auf. Vor acht Jahren habe er in Rötha wieder damit angefangen.

Die letzten beiden Jahre fuhr er Rekordernten ein, freute sich über 82 Kilogramm Honig pro Volk. Die Witterung habe gepasst, 30 bis 40 Kilogramm seien im Schnitt normal. 2013 werde keine hohen Honigerträge bringen. Die Bienen könnten den langen Winter im Gegensatz zur Natur nicht so schnell aufholen.

Opitz selbst ist übrigens überzeugter Honigkonsument. Sein Tag beginnt mit einem Frühstück und viel Honig, der lecker und obendrein gesund ist. Der Senior, der gut und gern für ein paar Jahre jünger durchgehen würde, schwört auf eine selbst angerührte Paste aus Honig, Blütenpollen und Propolis, die antibakteriell wirken und das Immunsystem stärken soll. Auch bei Allergien und Diabetes könne Honig helfen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.05.2013

Grätz, Saskia

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