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Borna Im Landratsamt in Borna: Wendebilder-Ausstellung von Gerhard Weber
Region Borna Im Landratsamt in Borna: Wendebilder-Ausstellung von Gerhard Weber
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13:24 13.10.2009
Borna

Der hat sich über Jahrzehnte in der Region einen Namen als Fotograf gemacht und gilt als einfühlsamer visueller Chronist von Menschen und Ortschaften. Gestern eröffnete Gey in Borna die Ausstellung „Wende Zeit Bilder“, in der ausgewählte Aufnahmen Webers aus dem Wendezeit arrangiert sind. In seiner Laudatio würdigte Gey den Künstler insbesondere für dessen unverstellten Blick auf die Dinge sowie die dokumentarische und ästhetische Qualität seiner Bilder. Als Fotograf hatte Weber in den 70er und 80er Jahren zunächst für die Leipziger Volkszeitung gearbeitet, bevor er 1986 aus eigenem Antrieb freier Fotograf wurde. Bis heute ist der mittlerweile 69-Jährige diesem Beruf treu geblieben.

Weber selbst wandte sich ebenfalls mit einem Grußwort an die etwa 50 Teilnehmer der Veranstaltung, unter die sich auch die Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises, Katharina Landgraf (CDU), gemischt hatte. Er sei „Fotograf aus Ambition“, ließ der Grimmaer seine Zuhörer wissen. „Als Fotograf muss man immer da sein, wo etwas passiert. Und zwar so nah wie möglich.“ Deshalb sei es ihm eine Herzensangelegenheit gewesen, die Zeit des politischen Umbruchs im Herbst vor 20 Jahren fotografisch zu dokumentieren. „Wenn vor der eigenen Haustür eine friedliche Revolution stattfindet, muss ich natürlich dabei sein“, so Weber schmunzelnd. Dabei ließ er durchblicken, dass ihm bei einigen der Aufnahmen im Wendeherbst nicht wohl in seiner Haut gewesen sei.

Dafür sind Weber auch beeindruckende Zeitdokumente gelungen. „Mir war es immer wichtig, das alltägliche Leben einzufangen.“ Nicht die Schönen und Reichen, sondern „die einfachen Menschen“ seien ihm immer das liebste Motiv gewesen. „Ehrlich und wahrhaftig“ müssten Fotos sein, um den Betrachter auch nach Jahren noch zu fesseln.

Die Ausstellung zeigt einen kleinen Ausschnitt aus dem Schaffen Webers von 1989 bis 1991. Drei Orte hat der Fotograf in den Fokus gerückt. Leipzig, vor allem mit Bildern von Montagsdemonstrationen, Impressionen von der ehemaligen innerdeutschen Grenze in Berlin kurz nach dem Mauerfall und Colditz, seinen damaligen Wohnort, im Wendeherbst 1989. Als seinen Favoriten unter den gezeigten Bildern bezeichnete Weber eine Aufnahme aus Leipzig. Sie zeigt eine junge Frau bei einer Montagsdemo direkt vor der Runden Ecke der Stasi. Die Kerze in ihrer Hand und ein Transparent mit der Losung „Keine Gewalt“ seien geradezu sinnbildlich für die Friedliche Revolution geworden.

Saskia Bille, 1989 gerade ein Jahr alt, zeigte sich beeindruckt. „Solche Bilder machen die Wendezeit für uns Jüngere erst richtig greifbar“, staunte gestern die Auszubildende.

Markus Tiedke

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