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Borna Im Zeichen der Völkerschlacht schmieden und Zinnfiguren gießen
Region Borna Im Zeichen der Völkerschlacht schmieden und Zinnfiguren gießen
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16:00 16.10.2016
Reges Treiben herrscht zum Museumstag im Haus und auf dem Gelände.
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Rötha

In Rötha wartete am Sonnabend das Museum mit zahlreichen Aktionen zum Tag der offenen Tür auf. Dazu gehörten Zinngießerei, Feldschmiede und Puppenspiel. Natürlich ging es auch um Historie, eine Ausstellung über den Marktplatz fand besonders Beachtung.

Bettina Wallasch vom Heimatmuseum ist froh über jede Information, die sie dazu erhält. „Dank der Überlieferung und der vielen Foto-Dokumente und Hinweise konnten wir diese Ausstellung gestalten, die einen Einblick in die 120-jährige Geschichte gibt“, sagte sie. Etliche Gebäude stehen leider nicht mehr und mancher Laden hat mehrfach seine Bedeutung gewechselt. Auch die Gaststätten und die damit verbundene Geschichte wird erwähnt – soweit diese recherchiert werden konnte. Dabei geht es um Häuser wie „Drei Rosen“ oder „Stadt Leipzig“, welche es nicht mehr gibt.

„Jede Information zu den Objekten ist für die geschichtliche Rekonstruktion des Marktes hilfreich. Auch mündliche Überlieferungen vervollständigen das Bild“, betonte die Museumsfrau. Allein schon die vorhandenen Fotos zeigen die Wandlung des Marktes. Dass es einst in Rötha Markttreiben gegeben hat, beweist eines der Bilder eindeutig. „Leider verfügen wir nur über dieses eine Foto“, bedauerte die Heimatvereinsvorsitzende. Wenn sie über die legendäre Gaststätte „Drei Rosen“ zu sprechen beginnt, liegt etwas Wehmut in ihrer Stimme. „Das Objekt verfällt immer mehr und damit geht auch ein Stück Röthaer Geschichte verloren“, sagte sie. Für die genaue Rekonstruktion der Objekte, insbesondere der Läden und Gaststätten um den Marktplatz, sei es von Bedeutung zu wissen, welche Besitzer diese wie lange betrieben haben.

Die Besucher konnten zum Tag der offenen Museumstür zahlreiche Eindrücke über die Historie gewinnen. Hans-Joachim Keil als Zar Alexander und seine beiden Mitstreiter erinnerten in ihren stattlichen Uniformen an jene Tage der Völkerschlacht, als Napoleon geschlagen wurde. Der Überlieferung nach fanden im Schloss zu Rötha die taktischen Besprechungen statt, wie er sagte. „Mit unserem Auftreten möchten wir auch an die gefallenen Soldaten jener Zeit erinnern“, so Keil.

Regen Zuspruch fand das Zinngießen. Manche Kinder nutzen seit Jahren diese Veranstaltung, selber Figuren zu gießen und haben auf diese Weise zu Hause schon eine stattliche Anzahl an Zinnfiguren zusammengetragen.

Wie man einen Nagel schmiedet, konnten die Besucher direkt an der Feldschmiede erleben. Mit einigen Hammerschlägen gab der Schmied dem rotglühenden Material seine Form. „Die Besucher dürfen sich dabei selbst ausprobieren“, sagte Schmied Erwin Littmann etwas verschmitzt. Was anfänglich ganz leicht aussah, verformte sich bei manch Ungeübten lediglich in ein nagelähnliches Gebilde.

Bettina Wallasch möchte zu einer der nächsten Veranstaltungen wieder die Reiterei nach Rötha holen, was ihr schon zweimal gelungen ist. „Solche Ereignisse kommen bei den Besuchern gut an“, stellte sie fest. Ihrer Meinung nach sind die Völkerschlacht und Rötha miteinander verbunden.

Von René Beuckert

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