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Im Zweiertakt: Großes Trabitreffen in Flößberg

Im Zweiertakt: Großes Trabitreffen in Flößberg


Flößberg. Die „Cowboys aus dem Osten" riefen nach Flößberg, und zahlreiche Trabant-Freaks erhörten ihren Ruf: 33 Zweitakter aus der Zwickauer Fahrzeugschmiede, ein Wartburg und ein Framo rollten vorgestern zum Trabant-Treffen, das Teil des Flößberger Dorffestes war.

. Eingeladen hatte das Quintett Mario Golda, Daniel Naumann, Mario Zschau, Martin Klimke und Frank Bauer, ein loser Zusammenschluss von Trabantfreunden aus der Region, die sich nach Karsten R. Lückemeyers gleichnamigen Song (und mit dessen Erlaubnis) „Cowboys aus dem Osten" nennen. Dass zu einer solchen Veranstaltung neben der Fahrzeug-Präsentation ein gemeinsamer Ausritt, pardon: Ausfahrt, gehört, versteht sich von selbst: Ziel des Korsos aus 15 der gestylten Wagen war Störmthal, wo es – natürlich – historische Fahrzeuge zu bestaunen gab.

Tuning als kreative Art der Selbstverwirklichung: „Original ist ein Trabant schon eine feine Sache, aber Spaß macht vor allem das Tuning", sagte Mario Zschau. Ein Unikat schaffen, den eigenen Geschmack rüberbringen, das bezeichnete der 31-jährige Metallbauer aus Wermsdorf als Anreiz. Dass bei der technischen Abnahme von Umbauten manche Hürde zu nehmen ist, empfindet Mario Golda aus Bad Lausick als Herausforderung. Der 33-Jährige hatte seinen Trabant, Baujahr 1989, mit einen Wartburg-Motor ausgestattet. „Erst der siebente Dekra-Mann hat schließlich Ja gesagt", blickte er zurück. Den gesetzlichen Rahmen kreativ auszuschöpfen, darauf komme es ihm an. Nicht selbst gepfriemelt, sondern eine Werkstatt beauftragt hatte Thomas Schneiders Vater, um in den neunziger Jahren aus einem 601-er vom Band ein schnittiges Cabriolet zu machen. Der damals 16-Jährige sitzt heute gern hinter dem Steuer des Zweitakters, um bei offfenem Verdeck Landschaft und Sound zu genießen. In Flößberg war der Sohn des Bad Lausickers mit von der Partie: Der fast drei Jahre alte Timon nahm stolz auf seinem Kindersitz im luftigen Cabriolet Platz.

Gerade acht Jahre jung war Sven Birkner aus Zaschwitz, als Zwickau die Trabant-Produktion einstellte. Doch längst ist die Zweitakt-Begeisterung auf ihn übergesprungen, denn: „Westauto fahren kann doch jeder." Der 28-Jährige war mit einigen Mitstreitern des Trabant-Klubs Samoa, benannt nach einem winziger Ort im Muldental bei Golzern, nach Flößberg gekommen. Freunde, sagte er, hätten ihn mit dem Trabant-Virus infiziert. Christian Wagner aus Leipnitz zum Beispiel, der nicht nur gerne Trabant fährt, sondern auch einen W 50 sucht als Zugmaschine für seinen Lanz-Traktor. In sattem Gelb strahlte der Trabant von Matti Pöge aus Haubitz bei Grimma. Vor acht Jahren baute der Mechaniker den Wagen um. Über Jahre blieb ihm wenig Zeit für das Hobby, inzwischen wird es von seiner jungen Familie geteilt. „Meine Frau fährt selbst ein Cabriolet", sagte der 27-Jährige. Trabi-Fahren sei nicht nur Spaß am Auto, sondern auch „ein bissel Horizont-Erweiterung". Weshalb die meisten der Trabant-Freaks mehrfach beim großen Trabi-Treffen in Zwickau waren, wo 2004 der lose Zusammenschluss der fünf „Cowboys" entstand. Allerdings, sagte Daniel Naumann, setze man lieber auf Individualität statt auf Kommerz und bevorzuge deshalb eher kleinere Runden, um sich auszutauschen.

Die Atmosphäre in Flößberg entsprach diesen Erwartungen. Zahlreiche Festbesucher interessierten sich für die 35 Fahrzeuge, die im Laufe des Tages zu sehen waren. Und sie redeten mit bei der Pokalvergabe: Den Preis für das beste Tuning erhielt Mario Zschau. Martin Klimke aus Wermsdorf hatte mit seinem biberbraunen, durch Chrom an Scheinwerfern, Spiegel und Scheibenwischer aufgehübschten Trabant die weiteste Anreise. Der Preis für den besten Originalzustand ging an den Armee-Kübel von Falk Schneiderheinze aus Erlbach. Eine Neuauflage ihres Treffens haben die „Cowboys" schon im Blick. Nicht zuletzt wegen der Aufmerksamkeit, die Trabi-Fahrer fänden, sagt Daniel Naumann: „Als wir unterwegs nach Flößberg waren, drehten sich viele um – und lächelten."

Ekkehard Schulreich

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