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In Borna-Gnandorf rollen Ende des Jahres die Abrissbagger

Stadtumbauprogramm Ost In Borna-Gnandorf rollen Ende des Jahres die Abrissbagger

Umzugswagen in Gnandorf: Die letzten Mieter in der Neuen Platekaer Straße 1 bis 19 ziehen in den kommenden Wochen aus. Wie Andreas Beier, Chef der Bornaer Wohnungsgenossenschaft (BWG) sagte, ist die Vereinbarung mit der Stadt Borna über den Rückbau unterschrieben. Und die beiden Blöcke sind nicht die letzten, die fallen.

Andreas Beier setzt den Wirtschaftsplan der Bornaer Wohnungsgenossenschaft um.

Quelle: Andreas Döring

Borna. Die leeren Fenster wirken wie schwarze Löcher. Nur vereinzelt hängen noch Gardinen hinter den Scheiben. Beim derzeitigen Schmuddelwetter ist weder auf den Balkonen noch auf den Grünflächen vor der Neuen Platekaer Straße ein Mensch anzutreffen. Lediglich wenn der Möbelwagen anrollt, kommt Betriebsamkeit auf. Von den 64 Familien in den beiden Sechsgeschossern mit den Hausnummern 1 bis 19 sind bereits 40 ausgezogen. Für die übrigen Mieter stehen die Umzüge im Januar und Februar an. Nur vereinzelt werde noch nach individuellen Lösungen gesucht, versicherte Andreas Beier, Vorstandsvorsitzender der Bornaer Wohnungsgenossenschaft. „90 Prozent der Mieter bleibt bei uns“, so Beier.

Der genossenschaftlich organisierte Wohnungseigentümer hatte sich viele Jahre schwer getan mit dem für Plattenbausiedlungen wie Gnandorf empfohlenen Rückbau. Im vorigen Jahr ist dann jedoch die Entscheidung gefallen, 155 Wohnungen abzureißen. Inzwischen sind die beiden Sechsgeschosser in das Stadtumbauprogramm Ost aufgenommen worden. Dafür hat die Stadt Fördermittel beantragt. Inzwischen ist die Rahmenvereinbarung zwischen der Genossenschaft und der Kommune, die Träger der Rückbaumaßnahme ist, unterzeichnet worden. „Ende des Jahres werden die Abrissbagger anrücken“, so Beier.

Obwohl Gnandorf im städtebaulichen Entwicklungskonzept von Borna einen erheblichen Wohnungsüberhang und weiteren Rückbaubedarf ausweist, bleibt die BWG in dem Quartier engagiert. Wie Beier informierte, fließen in diesem Jahr rund 600 000 Euro in die Aufwertung der 550 Wohnungen, die von der Genossenschaft in diesem Quartier künftig bewirtschaftet werden. So erhalten beispielsweise zwei Aufgänge in der Raupenhainer Straße Aufzüge. Der Wohnungseigentümer hofft auf einen Schub bei der Vermietung von Wohnungen in der vierten bis sechsten Etage. Auch Dächer und Fassaden verschiedener Blöcke hätten Modernisierungsbedarf.

Mit einem neuen Unternehmenskonzept will die Genossenschaft die Weichen für die Zukunft stellen. Beier spricht von einem schwierigen Wohnungsmarkt in Borna, der mit rund 2000 unvermieteten Wohnungen einem überdurchschnittlich hohen Leerstand verzeichnet. „Aber wenn die Infrastruktur stimmt, dann sinkt auch der Leerstand“, stellt der Vorstandsvorsitzende mit Blick auf Borna-Nord fest. Schulen, Kindereinrichtungen und die Nähe zu den Sana-Kliniken würden sich positiv auf die Vermietung auswirken. Auch die Investition in die Modernisierung leerstehender Wohnungen würde sich auszahlen. Der altersgerechte Umbau von Bädern sei ein Thema für die Zukunft, so Beier. Bei der Ausstattung der Wohnungen mit Balkon plane das Wohnungsunternehmen den Lückenschluss. „Natürlich dürfen die laufenden Instandhaltungen nicht darunter leiden“, so Beier. „Daran werden wir gemessen – von Mitgliedern und Mietern.“

Trotz der Investition von einer Million Euro im vorigen Jahr schrieb das Unternehmen erneut schwarze Zahlen. Mit dem Heizkesseltausch in dem Häuserblock An der Wyhra 7 bis 12 konnte die Genossenschaft einen Schlussstrich unter ein ehrgeiziges Modernisierungsprogramm ziehen. Eine neue wohnungswirtschaftliche Software soll die Vermietung und Verwaltung effizienter machen. „Unser Ziel ist es, dass die Mieter möglichst wenig davon mitbekommen“, sagt Beier. Am Umzug des Servicebüros in Gnandorf – es ist in der Raupenhainer Straße 65 zu finden und hat künftig nur noch zweimal wöchentlich geöffnet – habe jedoch nichts vorbeigeführt. „Mit zehn Mitarbeitern sind wir sehr schlank aufgestellt“, so Beier weiter. Das Team betreue 1500 Mitglieder und verwalte 1850 Wohnungen.

Von Birgit Schöppenthau

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