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In Borna fehlen große Wohnungen für Familien – BWS will Abhilfe schaffen

Wohnungsbau In Borna fehlen große Wohnungen für Familien – BWS will Abhilfe schaffen

Immer mehr Familien ziehen nach Borna. Doch der Wohnraum ist knapp. Gerade an Vier-Raum-Wohnungen fehlt es. Mit Umbaumaßnahmen und Neubauten will die BWS Abhilfe schaffen.

In der Theodor-Storm-Straße in Borna-Nord werden 13 Grundstücke für Eigenheime erschlossen und die Straße erneuert.

Quelle: Jens Paul Taubert

Borna. In Borna wächst die Bevölkerung, besonders Familien mit Kindern ziehen in die Zwiebelstadt. Zugleich fehlt es an ausreichend Wohnraum, konkret an Vier-Raum-Wohnungen, die besonders für Familien geeignet sind. SPD-Stadtrat Oliver Urban hatte auf dieses Problem bereits im Mai auf LVZ-Anfrage hingewiesen und von einer großen Nachfrage gesprochen, die sich über alle Einkommensschichten – „vom ALG-II-Empfänger bis zum Besserverdiener“ – erstrecke. Handlungsbedarf sah er vor allem bei den hiesigen Wohnungsbaugesellschaften. Sie sollten künftig mehr Vier-Raumwohnungen schaffen. Urban schlug einen geschickten Umbau bestehender Plattenbausiedlungen vor.

„Bei allen Projekten, die wir derzeit angehen, haben wir die Problematik der wenigen Vier-Raum-Wohnungen im Hinterkopf“, sagte Jan Czinkewitz, Geschäftsführer der Bornaer Wohnbau- und Siedlungsgesellschaft (BWS). „Wir beschäftigen uns sehr intensiv mit dem Thema und haben verschiedene Projekte auf dem Plan, wo wir genau das berücksichtigen.“ So verwies Czinkewitz auf das gerade frisch erschlossene Neubaugebiet in der Theodor-Storm-Straße an der Witznitzer Kippe. Hier entstehen 13 Grundstücke – von denen bereits acht verkauft und die zum Teil auf Vier-Raum-Wohnungen ausgerichtet seien. Ende Juli sollen alle Bauarbeiten in dem Viertel und der Straße abgeschlossen sein. Dann können die Häuslebauer mit der Errichtung der Eigenheime beginnen.

Daneben werde ein zweiter Bauabschnitt, ebenfalls in der Theodor-Storm-Straße, im Frühjahr 2017 angegangen. Dort sind drei Stadtvillen geplant. „Ich habe die Hoffnung, dass wir als BWS zumindest eine Stadtvilla selber bauen und im Bestand halten“, sagte der Geschäftsführer und hofft auf die Unterstützung der Banken. Der Bau könnte im Frühjahr 2017 losgehen und würde ein halbes Jahr dauern. Die neue Stadtvilla im Eigentum der BWS wäre laut Czinkewitz ein Dreigeschosser für vier bis sechs Mietparteien. „Die anderen beiden Grundstücke werden wir erschlossen verkaufen.“ Wann jedoch, wie groß und ob überhaupt dort gebaut wird, entscheidet der Käufer.

Darüber hinaus habe die Wohnungsbaugesellschaft mit dem Zwiebelhaus im Stadtzentrum von Borna und den anderen rund 2500 Bestandswohnungen viele Projekte im Blick, um mehr Wohnraum für Familien zu schaffen. „Das sind zum Teil leerstehende Wohnungen. Bevor wir sie verkaufen, prüfen wir zunächst, ob wir selber etwas machen können“, sagte Czinkewitz. Hier müsse man schauen, wo es Sinn mache, etwa zwei nebeneinander liegende leerstehende kleinere Wohnungen zusammenzulegen. Angesichts der Umbaukosten und der zu erwartenden Miete könnte das jedoch nicht in großem Umfang geschehen. „Grundrissänderungen machen wir auch, das ist aber nicht unser primäres Ziel. Denn da gibt es Schallschutz-, Brandschutzprobleme und sehr hohe Sanierungs- und Umbaukosten, die in keinem Verhältnis zu den fünf Euro Miete pro Quadratmeter stehen“, sagte der BWS-Mann. Unter den 500 leerstehenden Wohnungen im BWS-Bestand – darunter überwiegend Zwei- und Dreiraumwohnungen – gebe es zudem auch unbewohnte Vier-Raum-Wohnungen, in die jedoch wegen der Lage nicht jede Familie ziehen wolle.

Auch würden Neubauprojekte mit Blick auf die Energiesparverordnung immer teurer. „Wenn ich die Energiesparverordnung einhalten will, aber nur für fünf Euro vermieten muss, dann funktioniert das nicht ohne Fördermittel. Entweder man schafft höherwertigen Wohnraum ab 8,50 Euro kalt für Besserverdiener oder ich werde dem Mietniveau einer Kleinstadt gerecht“, sagte Czinkewitz. Derzeit kostet der Quadratmeterpreis in Borna im Schnitt 4,85 Euro.

Von Oliver Becker

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