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Borna In Borna rangieren Schulen vor der Stadthalle
Region Borna In Borna rangieren Schulen vor der Stadthalle
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11:03 07.11.2018
Die Grundschule Borna-West muss saniert werden, bevor der Bau einer Stadthalle in Borna zum Thema werden kann. Quelle: privat
Borna

Die Stadt Borna bekommt eine Stadthalle. Irgendwann, aber garantiert nicht in den nächsten zwei Jahren. Vorerst muss die Stadt ihre Hausaufgaben erledigen, sagt Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke). Gemeint damit sind die so genannten Pflichtaufgaben einer Kommune, was im konkreten Fall die vollständige Sanierung aller Bornaer Schulen bedeutet. Erst danach könne über den Bau einer Stadthalle nachgedacht werden.

Städte wie Grimma leisten sich den Luxus

Dabei handelt es sich immerhin um einen Luxus, den sich kleinere Städte wie Geithain leisten. Oder auch etwas größere, aber vergleichbare Städte wie Grimma mit der Muldentalhalle. Ein Ort jedenfalls, der Veranstaltungen ermöglicht, für die das Bornaer Stadtkulturhaus schlichtweg zu klein ist.

„Wir müssen erst mal unsere Schulen sanieren“, sagt die Rathauschefin. Das gelte sowohl für die Grundschule West als auch für die Schule in Neukirchen. In der Schule West müssten Heizung, Strom und zum Teil die Fenster saniert werden. Und an sich, räumt Luedtke ein, hätte das sogar schon passieren sollen. Die Arbeiten seien für dieses Jahr geplant gewesen; weil aber die notwendigen Fördermittelbescheide noch immer auf sich warten lassen, dürften die Handwerker erst im nächsten Jahr anrücken.

Viele Kinder und ein Schulhund: Wegen der familiären Atmosphäre ist die Grundschule Neukirchen beliebt. Sie gerät an ihre räumlichen Grenzen. Quelle: Jens Paul Taubert

Westschule in Borna auf der Agenda

Die Sanierung der Westschule gilt als Voraussetzung dafür, dass die Schule Neukirchen in einen zeitgemäßen Zustand versetzt werden kann. Auch das gilt als städtische Pflichtaufgabe. Allerdings sei die Stadt auch hernach weiterhin in der Pflicht, so die Oberbürgermeisterin – und zwar mit dem Bau einer neuen Kindertagesstätte. Die sei dann nötig, wenn es durch die neuen Wohngebiete einen entsprechenden Bedarf gebe.

Zumindest bis dahin bleibt es in Sachen Stadthalle bei einer Idee. Die immerhin stand bereits im Programm der Wahlkämpferin Simone Luedtke. „Und daran halte ich auch fest“, sagt sie. Immerhin sei es schade, wenn die Absolventen des Teichgymasiums ihre Abiturfeier nicht in Borna ausrichten können. In den letzen zwei Jahren fand die finale Veranstaltung der Zwölftklässler in der Mehrzweckhalle in Neukieritzsch statt.

Dreifelderhalle in Borna für Partys nicht geeignet

Dreifelderhalle in Borna Quelle: Günther Hunger

Wobei Mehrzweckhalle ein gutes Stichwort ist. Mit Blick auf die Dreifelderhalle in Borna drängt sich jedenfalls die Frage auf, weshalb die nicht so konzipiert und gebaut wurde, dass sie auch für anderes als ausschließlich Sportveranstaltungen nutzbar ist. Anwort Luedtke: „Die Halle ist als Turnhalle für das Gymnasium gebaut worden“; würde sie umfunktioniert, müsste die Stadt die Forderung nach Rückzahlung der Fördermittel fürchten.

Stadtkulturhaus für Veranstaltungen genutzt

So bleibt eine Bornaer Stadthalle auf absehbare Zeit ein schöner Traum. Der wurde bekanntlich bereits in den 90er-Jahren geträumt, als etwa Horst Neumann, vormaliger Chefdirigent des Großen Rundfunkorchesters Leipzig und seinerzeit künstlerischer Leiter des heutigen Leipziger Symphonieorchesters (LSO), im Bornaer Stadtrat für den Bau einer Stadthalle auf dem Gelände der Reithalle plädierte. Vergeblich, wie bekannt ist. Stattdessen wurde das Stadtkulturhaus saniert und ausgebaut, ein Gebäude, das im Jahr 1893 vom „Turnverein 1893 zu Borna“ als Turnhalle errichtet wurde. Seine heutiger Zustand stammt aus dem Jahr 2001.

Dass das Gebäude zu klein für größere Veranstaltungen ist, gilt nicht als Geheimnis. An seiner Stelle, so Oberbürgermeisterin Luedtke, könnte irgendwann eine neue Stadthalle stehen.

Von Nikos Natsidis

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