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In Borna werden Gewerbeflächen knapp – neue Pläne sollen Abhilfe schaffen

Grundstücke In Borna werden Gewerbeflächen knapp – neue Pläne sollen Abhilfe schaffen

Die Nachfrage ist groß, das Angebot knapp. Die Stadt Borna muss in absehbarer Zeit ihren Flächennutzungsplan überarbeiten, um weitere Gewerbeflächen zur Verfügung stellen zu können. Denn mit dem Autobahnbau wächst die Zahl der Unternehmen, die auf der Suche nach passenden Grundstücken sind.

Der Logistikkonzern Lekkerland hat im vergangenen Jahr im Gewerbegebiet Borna Ost ein Warenlager eröffnet. Nachbar dürfte bald ein Autohof werden.

Quelle: Jens Paul Taubert

Borna. Die Autobahn 72 rund um Borna wächst – und mit ihr auch die Nachfragen nach Gewerbeflächen in der Großen Kreisstadt. Vor allem Areale mit einer Größe von zehn bis 15 Hektar sind bei Investoren heiß begehrt – „möglichst in Autobahnnähe, mit sofortiger Flächenverfügbarkeit, voll erschlossen und mit leistungsfähigem Breitbandanschluss“, sagt Bornas Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke).

Wenn auch die Nachfragen steigen, bleibt das Angebot hingegen begrenzt. In Borna Ost stehen noch rund zehn Hektar Flächen für Gewerbe zur Verfügung, davon sind sieben Hektar zusammenhängend. Eula West kann mit rund zwei, das Gewerbegebiet Am Wilhelmschacht mit circa 2,6 Hektar aufwarten. Zedtlitz ist bis auf kleine Areale voll. „Wir brauchen in absehbarer Zeit weitere Gewerbeflächen“, macht Luedtke deutlich. Doch dafür müsse zunächst der Flächennutzungsplan überarbeitet und schließlich geändert werden.

Keine Frage: Der Autobahnanschluss lockt Unternehmen nach Borna. Lekkerland war bereits wegen der guten Infrastruktur hierher gekommen, kürzlich hat der Betreiber eines Autohofs den Notarvertrag mit der Stadt unterzeichnet und beginnt nun mit den Planungen für den Bau. Wie die Leipziger Volkszeitung berichtete, entsteht neben Lekkerland ein Autohof mit Schnellrestaurant, Tankstelle und 80-Betten-Hotel. Damit einher geht auch die Errichtung von Spielgeräten und einem Soccerplatz. Weitere Interessenten, die sich um Flächen in Borna bemühen, kommen aus den Bereichen Umwelttechnik, Logistik, Dienstleistungen (Rechenzentrum) und Fahrzeugbau. „Also alles Bereiche, die auf eine optimale Verkehrsanbindung angewiesen sind“, so Luedtke. Der Schwerpunkt sei derzeit aber die „Bestandspflege bereits ansässiger Unternehmen“.

Die steigende Nachfrage spiegelt sich auch in den Gewerbesteuereinnahmen wieder. Landeten 2011 noch 4,2 Millionen Euro aus diesem Topf bei der Stadt, waren es 2015 bereits 4,8 Millionen Euro. Zwar kalkuliert Luedtke für das kommende Jahr mit etwa 4,1 Millionen, „aber unsere Kämmerin geht immer vorsichtig heran“, begründet die Rathauschefin die Differenz. Dennoch ist sie sich sicher, dass 2017 die Summe ähnlich hoch sein wird wie vor zwei Jahren. Luedtke zeigt sich vor allem darüber erfreut, dass der Mittelstand in Borna Fuß gefasst hat oder noch fassen wird. „Wir stehen dadurch auf breiteren Füßen – und damit auf sicheren“, erklärt sie. Borna könne es nicht so ergehen wie Neukieritzsch. Die Gemeinde erhielt ihre Steuern überwiegend vom Kraftwerksbetreiber und kam in Schieflage, als der nicht mehr zahlte.

Von Julia Tonne

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