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In Rötha werden Kindergartenplätze knapp

Stadtrat In Rötha werden Kindergartenplätze knapp

In Rötha könnten in den nächsten Jahren die Plätze in Kindertagesstätten knapp werden. Aktuellen Zahlen zufolge gibt es mehr Kinder im jeweiligen Betreuungsalter, als Plätze in Einrichtungen. Die Stadt ist im Zugzwang. Auf die Diskrepanz hat das Landratsamt die Stadt jetzt aufmerksam gemacht.

Die Stadt Rötha muss sich Gedanken um ausreichende Plätze in Kindertagesstätten machen. Nach aktuellen Zahlen des Jugendamtes könnten in den nächsten Jahren 30 bis 40 fehlen.
 

Quelle: Günther Hunger

Rötha.  In Rötha könnten in den nächsten Jahren die Plätze in Kindertagesstätten knapp werden. Denn die Zahl der Kinder im Betreuungsalter liegt in den kommenden Jahren über der Anzahl der in Rötha und den Ortsteilen vorhandenen Plätze.

30 bis 40 Plätze fehlen

Auf die Diskrepanz hat das Landratsamt die Stadt jetzt aufmerksam gemacht. „Das Jugendamt hat einen Mehrbedarf von 30 bis 40 Plätzen festgestellt“, informierte der stellvertretende Bürgermeister Pascal Németh (Rötha Land) in der Stadtratsitzung am Donnerstagabend. Und er fügte hinzu: Die Kapazitäten seien jetzt schon mehr als ausgelastet. Es stehe die Frage im Raum, „wie wir die Kinder unterkriegen“, machte er die Problematik deutlich. Die Németh mit Zahlen untermauerte. In diesem Jahr gebe es in Rötha 227 Kinder im Kindergartenalter. Für 2018/19 werde von 239 Kindern ausgegangen, ein Jahr später von 216. In den Kindertagesstätten der Stadt in Rötha, Espenhain, Mölbis und Oelzschau stünden aber nur 197 Kindergartenplätze zur Verfügung. Und im Bereich der Kinderkrippe, also bei den ein- bis dreijährigen Kindern, sehe es ähnlich aus. „Wir müssen also sowohl Plätze als auch Erzieherstellen schaffen“, fasste Németh die Botschaft der Zahlen zusammen.

Für eigene Neubauten fehlt das Geld

In einer Situation, in der sich Rötha mit einem Haushaltstrukturkonzept gerade ein Spar- und Geldbeschaffungsprogramm auferlegt hat, sind das keine guten Nachrichten für die Stadt. Für eigene Neubauten ist kein Geld vorhanden, zumal, wie Németh andeutete, der Fördermitteltopf geschlossen worden sei. Dabei könnte sich die Situation sogar noch verschärfen. Wird doch in der Stadt schon lange darüber gesprochen, wie es mit der Kindertagesstätte in Oelzschau weitergeht. Die Einrichtung, die den Namen „Storchenkinder“ trägt und über rund 30 Plätze verfügt, bekommt viel Lob. Doch das ehemalige Rittergut, in dem sie sich befindet, weist erheblichen Sanierungsbedarf auf.

In dieser Situation wird jetzt auch die erst kürzlich veröffentlichte und nur bis Anfang Juni laufende Verkaufsofferte für das Espenhainer Gemeindezentrum diskutiert. Die Kommune will mit dem Verkauf einen Punkt aus dem Haushaltstrukturkonzept erfüllen und verlangt für den länglichen Zweigeschosser laut Ausschreibung mindestens 154 500 Euro. Das Interessante daran: Das Gebäude, welches heute unter anderem eine Arztpraxis, die Bibliothek und einen Gemeindesaal beherbergt, war zu DDR-Zeiten als Kinderkrippe gebaut worden. Und es liegt direkt gegenüber der Espenhainer Kindertagesstätte.

Angesichts der vorgelegten Zahlen und der beschriebenen Situation forderte Timo Müller (Fraktion Linke): „Wir sollten uns schnellstmöglich einen Kopf machen, wie wir die Plätze schaffen.“ Er warnte davor, dass Rötha in eine Situation kommt, wie man sie aus großen Städten kenne, dass Eltern sich Plätze oder gar Schadenersatz erklagen. Darüber hinaus kritisierte er die Politik der vergangenen Jahre: „Da wurden Kindereinrichtungen geschlossen, weil es für ein paar Jahre weniger Kinder gab.“

Von André Neumann

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