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In zwei Jahren ist Schluss: Mit 85 ist Klaus Sachse ältester Bornaer Stadtrat

Parlament In zwei Jahren ist Schluss: Mit 85 ist Klaus Sachse ältester Bornaer Stadtrat

Wenn es darauf ankommt, wird Klaus Sachse zum Kämpfer. Der SPD-Stadtrat, ältestes Mitglied im höchsten Bornaer Entscheidungsgremium, hat sich für das einstige Bornaer Freibad stark gemacht und ist auch bereit, für den Goldenen Stern in seiner heutigen Form zu kämpfen. In zwei Jahren macht er Schluss.

Klaus Sachse.

Quelle: Günther Hunger

Borna. Der Mann ist charakterfest. Da kann jemand sagen, was er will. Einer wie Klaus Sachse hat seine Überzeugungen, und zu denen steht er. Gegen die Mehrheitsmeinung in der eigenen Partei, aber auch gegen die Rathausspitze. Irgendwie ist das auch logisch. Der Mann vom Jahrgang 1932 ist zusammen mit dem Linken Frank Feldmann (77) einer von zwei Stadträten, die bereits seit dem Einheitsjahr 1990 im höchsten Bornaer Entscheidungsgremium sitzen. Und der an Jahren älteste ist er auch.

Es war der spätere Oberbürgermeister Bernhard Schubert, der ihn unmittelbar nach dem Jahreswechsel 1989/90 dazu brachte, die neu gegründete SPD einzutreten, die zu diesem Zeitpunkt noch als SDP (Sozialdemokratische Partei) firmierte. Für Sachse, geboren in Altenburg, aber als Bornaer aufgewachsen und immer hier geblieben, eine logische Entscheidung. Denn: „In die SED wäre ich nie eingetreten.“ Dafür hatte Sachse nur zu gute Gründe. Unmittelbar nach Kriegsende musste er als Kind miterleben, wie sein Vater von zwei Leuten in die russische Kommandantur gebracht wurde. „Er ist nie wieder gekommen.“

Dabei stand der studierte Bauingenieur zu DDR-Zeiten nicht unbedingt abseits, wohl aber in der Distanz zu den herrschenden Verhältnissen, die wohl das Gros der DDR-Bürger hatte, die sich jenseits aktiven Widerstands und purem Opportunismus verorteten. In den Jahren vor Wende und Wiedervereinigung arbeitete Sachse in der Bauverwaltung des damaligen Kreises Borna. Dort bekam er den Verfall vieler Gebäude mit. Auch den des Goldenen Stern, jenes stadtgeschichtlich bedeutsamen Gebäudes, das einst ein Gasthaus war und dessen Ursprünge bis in die frühe Neuzeit zurückreichen. Das Gebäude, in den 70er und 80er Jahren ein Kinderkaufhaus, war verfallen und sollte abgerissen werden. Sachse gehörte mit dem späteren Vorsitzenden des Heimatvereins des Bornaer Landes, Helmut Hentschel, zu denen, die das verhinderten. Anfang der 90er Jahre wurde das Gebäude saniert und ist seither Veranstaltungsort sowie Tagungslokal des Stadtrates.

Es versteht sich, dass jemand wie Sachse, im neu geschaffenen Landratsamt ein halbes Jahrzehnt Bauordnungsamtschef, bei Ideen, das historische Gebäude zum Sitz des Museums zu machen, in Rage gerät. „Das kommt nicht in die Frage.“ Und wer den Mann, der so viel agiler wirkt, als es bei seinem tatsächlichen Alter zu erwarten ist, nur etwas kennt, der weiß, dass er im Zweifelsfall auch dafür kämpfen würde. So wie um das Freibad, für das die letzten Messen bekanntlich mit dem Bürgerentscheid vom Vorjahr gelesen sind. Sachse war ein vehementer Verfechter des Wiederaufbaus, auch gegen die Mehrheitsmeinung in seiner SPD-Stadtratsfraktion. Wenn jemand wie Sachse („Ich bleibe überzeugter Sozialdemokrat.“) erst einmal für sich entschieden hat, was richtig und was falsch ist, wird er zum Überzeugungstäter. Was sich im Falle des vormaligen Freibades An der Wyhraaue auch damit erklären lässt, dass Klaus Sachse die Errichtung der Bassins einstmals in den 60er Jahren mitgeplant hat.

Er ist jetzt bald drei Jahrzehnte aktiv in der Bornaer Stadtpolitik. Eine lange Zeit. Und Klaus Sachse, weiß wann es an der Zeit ist. „2019 ist Schluss“ - und der Bornaer Stadtrat dürfte dann um jemanden ärmer sein, der sich durchaus als Original bezeichnen lässt.

Von Nikos Natsidis

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