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Borna Industriedenkmal in Gefahr: Warten auf Urteil zur Deutzener Wasserkugel
Region Borna Industriedenkmal in Gefahr: Warten auf Urteil zur Deutzener Wasserkugel
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19:36 08.01.2016
Die Wasserkugel von Deutzen gilt als weltweit einzige ihrer Art. Ihr Schicksal hängt vom Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Bautzen ab. Quelle: Wehefritz
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Neukieritzsch/Deutzen

Sie ist unbestritten das Wahrzeichen von Deutzen: die Wasserkugel. Und sie ist in Gefahr. In den kommenden drei Monaten könnte sich ihr Schicksal entscheiden. Die Wasserkugel, die 1938 in Deutzen aufgestellt wurde, gilt als mittlerweile einzigartiges Industriedenkmal auf der Welt. Trotzdem will die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) die Kugel loswerden. Seit einem halben Jahrzehnt bemüht sich der Bergbausanierer darum, den Behälter abreißen zu dürfen. Er wird nicht mehr gebraucht und das Grundstück, auf dem er steht, soll verkauft werden. Viele Deutzener sind empört und wollen die Kugel erhalten. Denkmalschützer und Ortshistoriker laufen seit langem Sturm gegen die Pläne. Die Denkmalschutzbehörde des Landkreises hat den Abriss untersagt. Darum dreht sich ein Rechtsstreit, der nun schon seit mehreren Jahren andauert und in dem alle Beteiligten jetzt auf das endgültige Urteil warten.

Zuerst hatte die LMBV beim Verwaltungsgericht gegen die Ablehnung ihres Abrissantrages und damit gegen das Landratsamt geklagt. Das Gericht entschied für die LMBV. Dagegen ging der Landkreis voriges Jahr beim Oberverwaltungsgericht (OVG) in Bautzen in Berufung, wo die Sache nun auch schon seit rund anderthalb Jahren anhängig ist. Und wo das Verfahren immerhin so bedeutsam ist, dass Gerichtssprecher Thomas Pastor aufs Stichwort sofort weiß, worum es geht.

Im vergangenen Sommer fand in Bautzen die letzte mündliche Verhandlung mit den Vertretern der LMBV und des Landratsamtes statt. Danach, sagte OVG-Sprecher Pastor, hätten beide Seiten erklärt, sie würden auf weitere mündliche Verhandlungen verzichten. Stattdessen gingen Anträge, Stellungnahmen und Erklärungen hin und her. Pastor rechnet mit einem Urteil des OVG innerhalb des ersten Quartals dieses Jahres.

Wie das ausgeht, ist völlig offen. Marika Novak, frühere Bürgermeisterin und jetzt Ortsvorsteherin von Deutzen, hofft innigst auf den Erhalt des Behälters, der schon über 90 Jahre alt ist. Denn bevor die Wasserkugel 1938 in Deutzen aufgebaut wurde, stand sie seit 1925 in Gräfenhainichen. Die Gründe, die für den Erhalt des Industriedenkmals sprechen, liegen für Novak auf der Hand: „Die Kugel ist eine Landmarke, sie ist die einzige ihrer Konstruktion, die es auf der Welt noch gibt, und es bestehe ein großes Interesse der Bürgerschaft an ihrem Erhalt“, nennt sie gleich drei Argumente.

Für den Fall, dass das OVG für den Denkmalschutz und die Kugel entscheidet, steht in Deutzen ein Förderverein in den Startlöchern, der sich um Geld für die Sanierung kümmern will. Und es gibt einen Hoffnungsschimmer. Die Kugel, sagt Novak, kann stehen bleiben, das habe der Käufer des Grundstückes signalisiert.

Von André Neumann

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