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Insolvenzverwalter rettet Bornaer Unternehmen RRB GmbH vor dem Aus – sieben Jahre lang

Mitarbeiter behalten Job Insolvenzverwalter rettet Bornaer Unternehmen RRB GmbH vor dem Aus – sieben Jahre lang

2010 war die Rekultivierung und Recycling Borna GmbH in wirtschaftliche Schieflage geraten. Sieben Jahre gelang es nach Umstrukturierungen im Unternehmen dennoch, den Betrieb fortzuführen und Umsätze zu generieren. Jetzt ist ein Investor gefunden, der das Bornaer Traditionsunternehmen übernehmen möchte.

Zu den Kernaufgaben der Rekultivierung und Recycling Borna GmbH gehört heute die Verwertung von Klärschlämmen in der Landwirtschaft.

Quelle: unbekannt

Borna/Leipzig. 2010 waren die Bemühungen gescheitert, den Nachfolger des DDR-Staatsbetriebes erfolgreich fortzuführen. Die Rekultivierung und Recycling Borna GmbH (RRB) – bis 1990 ZBE Rekultivierung Borna – das nach der politischen Wende maßgeblich an der Rekultivierung der vom Braunkohlebergbau zurückgegebenen Kippenflächen beteiligt war, musste Insolvenzantrag stellen. Seither hat das Unternehmen mit Sitz in der Deutzener Straße nie aufgehört zu wirtschaften. Jetzt scheint es gerettet: ein Investor aus Zwickau hat die RRB gekauft.

„Der Betrieb ruhte während des siebenjährigen Insolvenzverfahrens nie. Wir haben einige Bereiche umstrukturiert und optimiert. Die Spedition, die bis dato zum Unternehmen gehörte, wurde beispielsweise eingestellt, da damit kein Geld verdient wurde. Von den damals 26 Mitarbeitern sind heute noch neun im Geschäftsbetrieb“, berichtet der Leipziger Insolvenzverwalter Florian Stapper, der die Betriebsfortführung und das Verfahren begleitet hat.

Die RRB GmbH hatte sich durch die Rekultivierung ehemaliger Braunkohlekippen regional einen Namen gemacht. Kerngeschäft ist aktuell die Verwertung von Klärschlämmen (zum Beispiel in der Landwirtschaft). Die Sanierung der Gesellschaft im Rahmen des Strukturwandels der Region war nicht einfach, ist aber nach langer Zeit nun geglückt.

Das Zwickauer Unternehmen, die Mobile Schlammentwässerungs- und Entsorgungsgesellschaft mbH (MSE) hat sich nach Angaben Stappers zum Kauf entschlossen. „Mit deren Geschäftsführer Camillo Friede konnten wir die Zukunft des Bornaer Unternehmens mit ihrem jetzigen Kerngeschäft sichern“, so Stapper.

In die Schieflage war die RRB geraten, nachdem die Braunkohlewerke die Rekultivierung der Tagebaurestflächen in eigene Hände nahmen. Auch durch die marktwirtschaftliche Neuordnung in der Landwirtschaft „brachen nahezu alle gewachsenen Beziehungen zu Bergbau und Landwirtschaft ab“, informiert das Unternehmen selbst. Not macht erfinderisch: Um den (Anfang der 90er-Jahre) noch 40 Beschäftigten und dem Unternehmen eine Perspektive zu sichern, musste neue Arbeit gefunden werden. Vorhandene Erfahrungen bei der Kompostierung von Siedlungsabfällen in Verbindung mit der Anlage von Abfall- und Gehölzpflanzungen waren die Ansatzpunkte für den Neubeginn.

Bis 2010 waren noch 26 Mitarbeiter bei RRB beschäftigt. Neun sind übrig geblieben. „Und die werden vom Investor auch übernommen“, versichert Insolvenzverwalter Stapper. Die arbeiten jetzt hauptsächlich für die Kompostierung von Bioabfall und die Verwertung von Klärschlamm. Was ins Portfolio der MSE Zwickau passt. Das 1996 gegründete Unternehmen ist ein zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb, der Schlammentwässerungen, Teichentschlammung sowie die Entsorgung und Verwertung von Schlämmen realisiert. MSE Zwickau ist an drei Standorten in Sachsen und Bayern ansässig und beschäftigt nach eigenen Angaben 32 Mitarbeiter.

Von Thomas Lieb

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