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Interessenten für Herrenhaus

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David Knoke und seine Frau Manuela Friebe-Knoke stießen durch Zufall auf das Gebäude, mit dessen Errichtung in seiner heutigen Form 1806, dem Jahr der entscheidenden Niederlage der preußischen Armee gegen die Truppen Napoleons bei Jena und Auerstedt, begonnen wurde.

bei Jena und Auerstedt, begonnen wurde. David Konke wollte sich über die Denkmalschutz-Messe in Leipzig informieren und stieß auf das Gebäude in Gestewitz, das erst 74 Jahre nach Baubeginn fertiggestellt wurde. Seither haben die Knokes Pläne und wollen in dem Haus nicht nur Wohnungen einrichten. „Wir denken auch an eine kulturelle Nutzung."

Damit haben die Architekten, die sich vorwiegend mit Bestandsbauten in Leipzig und dem Leipziger Umland befassen, durchaus Erfahrung. In ihrem Domizil im Leipziger Stadtteil Stötteritz finden Musiker Platz und Gelegenheit, sich auszuprobieren. Etwas Vergleichbares, so David Knoke, sei auch in Gestewitz denkbar. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Stadtrat am Mittwoch dem Erwerb des Rittergutes zustimmt.

Dessen Ursprünge reichen bis ins Jahr 1560 zurück. Von hier stammt Heinrich von Könneritz, der nicht nur für die Einführung des sächsischen Bergrechts im Erzgebirge verantwortlich war, sondern auch für den sogenannten Joachimstaler. Gemeint ist die Münze, die später als Taler deutschlandweit Bedeutung erlangte und auch als sprachliche Urform des heutigen Dollar gilt. Und das Rittergut/Herrenhaus, im Gestewitzer Volksmund einst „Schlösschen" genannt, hat noch mehr Geschichte zu bieten. Etwa Johann Friedrich Falkner, der von hier stammte und ab dem Jahr 1697 innerhalb von zwei Jahrzehnten immerhin viermal Bürgermeister der Stadt Leipzig war. Und nicht zuletzt Murat von Italien, einen Schwager von Napoleon und in der Zeit der Völkerschlacht König von Neapel, der vor dem großen Waffengang in Leipzig sein Quartier im Gestewitzer Herrenhaus aufschlug.

Zu DDR-Zeiten beherbergte das Haus einen Kindergarten – in einem Anbau, der mittlerweile höchst baufällig ist. David Knoke: „Den werden wir recht schnell abreißen." Später soll es dann an den Ausbau und die denkmalschutzgerechte Sanierung gehen. Entstehen soll Wohnraum. Insgesamt hat das Haus eine Fläche von 330 Quadratmetern. Im Erdgeschoss, so die Überlegungen der Architekten, könnten Vereine eine Unterkunft finden oder auch Künstler gastieren.

Eine Zeitvorstellung haben Knokes auch. Zum Tag des offenen Denkmals, in diesem Jahr am 11. September, soll das einstige Rittergut Besuchern offenstehen.

Die Gestewitzer begrüßen die Sanierungspläne. „Es wäre wirklich schade, wenn es zusammenfallen würde. Langsam wird es auch Zeit, dass etwas daraus gemacht wird", sagte Herbert Hackemesser, der in den ehemaligen Stallungen des Herrenhauses Tiere hält. Richtig erfreut über die Nachricht ist Monika Sickert. Sie hat früher im Herrenhaus gewohnt. „Das wäre ja beinahe so etwas wie ein Wunder. Ich würde mich wirklich darüber freuen."

Cornelia Jost und Nikos Natsidis

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