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Investor wollte am Breiten Teich in Borna Hotel mit Biergarten bauen

Vor Ratsentscheidung Investor wollte am Breiten Teich in Borna Hotel mit Biergarten bauen

Die Mehrheit der Bornaer wünscht sich auf dem Gelände am Breiten Teich keinen Supermarkt, sondern vielmehr ein Areal, das der Erholung dient. Gaststätte und Biergarten werden zum Beispiel häufig genannt. Nun stellt sich heraus, dass es konkrete Planungen in dieser Richtung bereits gab – und einen möglichen Investor.

Beachvolleyball und ein lauschiges Plätzchen genießen (v. li.) Mandy, Jana, Nicole, Marlene und Nadine auf dem Areal, wo bald ein Supermarkt stehen könnte.

Quelle: André Neumann

Borna. Dass die Mehrheit der Bornaer keinen Discounter oder Supermarkt auf dem Gelände am Breiten Teich haben will, ist offensichtlich. Ob Umfragen oder Info-Abende – das Ergebnis ist bislang dasselbe. Zudem sind immer wieder Vorschläge ins Spiel gebracht worden, was sich die Bewohner stattdessen hier vorstellen. Auf der Wunschliste stehen ein Biergarten und eine Gaststätte ganz oben. Nun stellt sich heraus, dass es konkrete Planungen in dieser Richtung bereits gab – und dazu einen möglichen Investor.

Unternehmer hatte Hotel mit Gastwirtschaft und Biergarten geplant

„Vor vier, fünf Jahren habe ich der Oberbürgermeisterin Simone Luedtke erklärt, das Gelände kaufen zu wollen“, erzählt Rafael Zeller, Geschäftsführer von Thermic Energy, der bereits einige Altbauten in Borna gekauft und saniert hat. Für ihn war und ist das Grundstück ein „echtes Sahnestück“, obwohl er um die Verunreinigungen des Bodens weiß. Auch erste Planungen legte er der Rathauschefin damals vor. Sie beinhalteten unter anderem ein kleines Hotel mit Gastwirtschaft und Biergarten. „Allerdings wurde das Vorhaben schon kurz darauf abgebügelt“, macht Zeller deutlich – mit der Begründung, das Kontingent an Betten sei nicht ausreichend. Nach seiner Aussage habe Luedtke die Vorstellung geäußert, dass ein Hotel nur dann Sinn machen würde, wenn es wenigstens 60 Betten habe, weil schlicht in der Stadt ein größeres Hotel fehle. Bornas Oberbürgermeisterin kann sich, wie sie betonte, an den konkreten Sachverhalt nicht mehr erinnern, dafür habe es in der Vergangenheit zu viele verschiedene Ansätze und Gespräche mit möglichen Investoren gegeben.

Auch wenn Zeller seine eigene Idee zunächst auf Eis gelegt hat, so bleiben andere aus Borna noch umtriebig. Jan Hoppenstedt, Geschäftsführer der Städtischen Werke (SWB), denen ein Teil des Grundstücks gehört, erklärte am Rande vom Borna City Beach, dass er in den vergangenen Wochen zahlreiche Gespräche mit Hoteliers geführt habe, um Vorschläge zu sammeln und herauszufinden, was sich dort lohnen könnte und wer investieren würde. Auch er selbst hat eine eigene Idee bereits in den Ring geworfen. Er hält es für durchaus machbar, den Bornaer City Beach, den die SWB zusammen mit der Bornaer Wohnbau- und Siedlungsgesellschaft (BWS) organisieren, längerfristig im Jahr am Breiten Teich zu ermöglichen. Zusätzlich wären eine Gastronomie und der viel beschworene Biergarten denkbar. Lohnen könnte sich darüber hinaus eine weitere Bewerbung für die Landesgartenschau. Schließlich habe es auch dazu schon Pläne gegeben, „die aber sind ja genauso in der Schublade verschwunden wie alle anderen zum Teil spruchreifen Vorschläge“, ergänzt Zeller.

Argumente für die Supermarkt-Ansiedlung am Breiten Teich

Auch wenn die Mehrheit der Bornaer gegen einen Supermarkt am Breiten Teich votiert, gibt es durchaus Argumente, die die Ansiedlungspläne des Discounters aus Sicht der Stadt attraktiv erscheinen lassen. Das wird zwar nicht offiziell kommuniziert, läuft aber im Kern darauf hinaus, dass zumindest ein Teil des fraglichen Grundstücks im Hochwassergebiet der Wyhra liegt. In der Konsequenz von Erörterungen mit den entsprechenden Behörden gebe es Möglichkeiten, das Problem zu lösen – allerdings mit erheblichen Mehrkosten, die Aldi übernehmen würde. Für die Stadt und die Anwohner, so heißt es, gebe es keine Nachteile.

Was die geplante Errichtung eines DM-Drogeriemarktes im Schlepptau von Aldi anbelangt, so werde zuvor die Konkurrenz- beziehungsweise Kaufkraftsituation in Sachen Drogeriemärkte in Borna untersucht. Sollte ein Gutachter zu dem Ergebnis kommen, dass zwei Drogeriemärkte nicht sinnvoll für Borna sind, werde kein weiterer genehmigt. Die Gutachterkosten würde Aldi übernehmen.

Die Verantwortlichen in der Stadt gehen davon aus, dass kein anderes Unternehmen außer Aldi investieren würde, weil sich die Investitionen an diesem Standort ansonsten nicht rechnen würden. Und weiter, so die Schlussfolgerung: Angesichts der Hochwassergefahr sei das Grundstück an der Ecke Sachsenallee/Am Breiten Teich nur schwer verkäuflich und nur mit hohem technischen Aufwand bebaubar. Hinzu komme die Bodenverunreinigung durch eine Explosion der Gasanstalt in den 30er Jahren.

Im Frühjahr dieses Jahres hatte die Stadt das Areal öffentlich zum Verkauf angeboten. Aus den Unterlagen allerdings geht hervor, dass auf die Stadt dennoch Kosten zukommen: „Eventuell vorhandene Bodenverunreinigungen des Grundstücks aus der früheren gewerblichen Nutzung werden in Abstimmung mit der Umweltbehörde bis zum Verkaufszeitpunkt durch den Verkäufer beseitigt.“ Heißt: Stadt und Städtische Werke müssten laut dieses Exposés die Kosten übernehmen.

Heute entscheidet der Stadtrat, wie das Gelände zukünftig genutzt werden soll. Es deutet sich eine knappe Mehrheit an, die sich gegen die Ansiedlung eines Supermarktes ausspricht. Die Linksfraktion bleibt nach bisherigem Stand bei ihrer Position: der Befürwortung des Aldi-Vorhabens.

Von Julia Tonne und Nikos Natsidis

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