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Investruine Herrenhaus

Investruine Herrenhaus

Großdeuben. Bei manchen Themen braucht es Geduld. Unsäglich viel Geduld. Der Volkspark Großdeuben mit der unvollendeten Baustelle Herrenhaus und dem Torhaus ist so ein Problem, das von den Eigentümern offenbar nicht gelöst werden kann.

„Wir müssen da ran", bekräftigte Bürgermeisterin Maria Gangloff gestern erneut im Gespräch mit der LVZ. Auch im Übrigen bietet der Ortsteil jede Menge Arbeit.

Der Volkspark kommt lauschig daher und wird in einschlägigen touristischen Unterlagen als idyllisches Kleinod ausgewiesen. Doch die Lage ist bei näherer Betrachtung alles andere als schön. Seit Jahren dümpelt das Herrenhaus verwaist vor sich hin. Die Sanierung der denkmalgeschützten Villa, die nach dem Verkauf 2004 an Investoren aus Amerika begonnen wurde und auf gutem Wege schien, geriet im Frühjahr 2006 aus finanziellen Gründen ins Stocken. Und seither passierte nichts. Mit der Folge, dass das Gebäude weiter verfällt. „Ich bin fest entschlossen, den Kaufvertrag rückabzuwickeln", sagt die Stadtchefin nicht zum ersten Mal. Sie musste leider konstatieren, dass jegliche Verlautbarungen der Eigentümer, dort etwas zu verändern, leere Worte blieben. Briefe der Bürgermeisterin an die Investoren mündeten in Vororttermine und Versprechungen, dass es endlich wieder losgeht. Dabei blieb es. Nichts passierte. Die letzte Ankündigung eines Baustarts für die Investruine Herrenhaus war auf den 1. August 2010 datiert. Wieder geschah nichts. Und so ist das Herrenhaus nach wie vor Witterung und Vandalismus ausgesetzt. Gleiches gilt fürs noch unsanierte Torhaus. Das 6000 Quadratmeter große Areal liegt im Sanierungsgebiet, sonst dürfte die Stadt ohnehin nicht eingreifen. Privat geht vor Katastrophe, heißt es nicht umsonst. Weil aber auch Fördergelder der SAB geflossen sind, besteht ein öffentliches Interesse. Die Mittel müssen vom Investor zurückgezahlt werden. Und so steht die schwierige Rückabwicklung des Kaufvertrages ganz oben auf der Erledigungsliste von Gangloff. Nach wie vor ungelöst ist das Problem der Bankgeschäfte. Seit die Sparkasse ihren SB-Terminal an der Wiesenstraße abzog, müssen die Großdeubener Wege in Kauf nehmen - nach Böhlen oder nach Markkleeberg. Trotz eines offiziellen Protests der Stadt hatte Gangloff den Abbau nicht verhindern können (die LVZ berichtete). Im Gegenteil: Sie war in dieser Angelegenheit vom Geldinstitut vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Eine anderweitige Lösung für die Bewohner zu finden, erweist sich indes als schwierig. „Es gibt im Grunde keine Einrichtung im Ortsteil, die geeignet wäre", sagt die Chefin. Denn für die Abwicklung solcher Bankangelegenheiten gelten hohe Sicherheitsstandards und obendrein müssen bestimmte Öffnungszeiten garantiert sein. Die kleine Filiale des Konsums und die Bäckerei Danz kommen dafür nicht in Betracht. Theoretisch könne sich auch ein Privatmann beziehungsweise eine Privatfrau dieser Sache annehmen. „Es gibt aber keine Interessenten". Auch die Bemühungen, in Großdeuben einen modernen Supermarkt zu schaffen, sind gescheitert. Potenzielle Interessenten seien wieder abgesprungen. Aus welchen Gründen, bleibt offen. Dabei entwickelt sich der 1200 Einwohner zählende Stadtteil und erlebt durch Eigenheimbau einen Boom. Weitere Häuser sollen im Bereich Hauptstraße 69 - An der Eiche entstehen. Mit der Erweiterung der Kindertagesstätte des Vereins „Kleine Hände" - der Baustart ist nächste Woche - wird auch die ehemalige Grundschule frei. Das denkmalgeschützte Gebäude, das momentan noch von den Hortkindern und den Senioren genutzt wird, soll im Wege einer bundesweiten Auktion verkauft werden. Gemeinbedarf bestehe nicht, sagt Gangloff. Der Auftrag für ein Exposé zum Wert der altehrwürdigen Immobilie sei bereits erteilt.

Saskia Grätz

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