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Ja zur Wasserskischule

Ja zur Wasserskischule

Eine Wasserskischule am Hainer See kann es nach dem Willen der Gemeinderäte von Neukieritzsch künftig geben. Mit acht Ja-, sieben Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen fiel die Entscheidung knapp zugunsten des künftigen Bornaer Betreibers Lars Kapitza aus.

Lippendorf. Die Erleichterung stand ihm auf der Stirn geschrieben. Während der Abstimmung zur Seeordnung hatten sich die Räte gegen das Befahren mit Motorbooten ausgesprochen.

„Die Gemeinde Neukieritzsch ist nicht berechtigt, die Genehmigung für das Betreiben der Anlage zu geben. Das liegt in den Händen des Landratsamtes", formulierte der Neukieritzscher Bürgermeister Henry Graichen die Bedeutung des Beschlusses. Trotzdem ließ er darüber abstimmen, da die Gemeinde vom Landratsamt um eine Stellungnahme gebeten wurde.

Unverständlich für Hella Hallert (Linke) war, dass über den Antrag einer Wasserskianlage abgestimmt werden sollte, obwohl noch nicht die Seeordnung bestätigt ist. „Wir haben uns in jener Gemeinderatssitzung dafür ausgesprochen, dass keine Motorboote auf dem See fahren dürfen. Dabei war die Rede von Booten mit einer Geschwindigkeit von 15 Stundenkilometern. Das Motorboot der Schule soll dagegen mit 30 Stundenkilometern über den See fahren", mahnte sie in der Diskussion an. Maik Rakow (CDU) stellte die Frage, ob es nicht ohne Motorboot gehe. „Auf anderen Seen habe ich Schleppanlagen gesehen", sagte er. „Das ist auf dem Hainer See aufgrund der Tiefe nicht möglich. Man muss Masten in Beton setzen. Das würde zu hohe Kosten verursachen", erklärte Kapitza. Während ein Motorboot etwa 40 000 Euro in der Anschaffung kosten würde, müssten bis zu 750 000 Euro für die Masten ausgegeben werden.

„Es ist ein Dampferbetrieb im Bereich der Schule geplant, ist das nicht zu gefährlich", wollte Lothar Hentschel (CDU) wissen. „Das ist kein Problem, da die Fahrzeiten des Dampfers bekannt sind", erwiderte Kapitza. „Wir waren bei Schillerfesten in Kahnsdorf dabei. Dort stellten wir ein reges Interesse fest." Er habe keinen Anwohner gehört, der sich über seine Skischule beschwert habe. „Reaktionen kommen erst dann, wenn die Bürger vor ihrer eigenen Tür mit dem Problem konfrontiert sind", warf Graichen ein.

Eine Bresche für die Schule schlug David Bräuer (SPD). Seiner Meinung nach braucht Kahnsdorf Highlights, die Touristen anziehen. Dafür sprach sich ebenso Rakow aus. „Wir benötigen keinen See, in dem wir nur Karpfen züchten", sagte er. Rakow begrüßte, dass der künftige Betreiber eine schalltechnische Untersuchung für die beiden Fahrtstrecken Kahnsdorf und Haubitz durchgeführt hat. Diese zeige, dass bei typischen Fahrten die Immissionsrichtwerte eingehalten werden. Die Obergrenze liege am Tag bei 55 Dezibel. Viele würden in den Urlaub fahren und gern derartige Angebote annehmen. „Das ist die Sicht eines Touristen. Wir Gemeinderäte vertreten die Anwohner", mahnte in diesem Zusammenhang Andreas Bodenlos (CDU) an. „Es gibt wenig Seen, auf denen Motorboote zugelassen sind", ergänzte Claus Bruncke (CDU).

Cornelia Braun

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