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Borna Jagdunfall oder Brand: Notfall-Tafelnim Wald geben Rettern Orientierung
Region Borna Jagdunfall oder Brand: Notfall-Tafelnim Wald geben Rettern Orientierung
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14:25 19.05.2015
SOS-Rettungspunkt im Streitwald: Am Schild Alexander von Einsiedel (l.) und Förster Silvio Ackermann. Quelle: Jens Paul Taubert

Diese Rettungspunkte sind Teil eines Systems, das es Waldarbeitern und Jägern, aber auch Ausflüglern im Falle des Falls ermöglichen soll, Notarzt oder Feuerwehr sozusagen punktgenau zum Ort des Geschehens zu leiten. Die von Einsiedel'sche Forstverwaltung, die vom Wolftitzer Schloss aus an die 1000 Hektar Wald im Süden des Landkreises bewirtschaftet, hat umgesetzt, was sich in anderen Bundesländern längst bewährt hat. Ein ähnliches Rettungspunkt-System gibt es auch im sächsischen Landeswald. Allerdings sind die Punkte nicht sichtbar markiert, weil nicht für die Öffentlichkeit bestimmt. Noch nicht jedenfalls.

Ein Waldarbeiter verletzt sich beim Bäumefällen. Bei einer Jagd geschieht ein Unfall. Ein Radfahrer stürzt schwer. Ein Wanderer erleidet einen Infarkt. Ein Spaziergänger bemerkt einen entstehenden Brand. - Die Zahl vorstellbarer Notfälle sei groß, sagt Alexander von Einsiedel. In Zeiten von Handys und GPS nütze aber diese Technik unter Umständen nur bedingt, wenn sich der Anrufer in einem Funkloch befinde oder wenn die Unfallstelle nur schwer erreichbar sei. Deshalb habe er entschieden, an wichtigen Zufahrten zu den Forsten Rettungspunkte auszuweisen. "Wenn man sich von einem solchem Punkt meldet, weiß die Rettungsleitstelle sofort Bescheid", sagt der Mann, der seit dem Sommer vergangenen Jahres die Forstverwaltung leitet. Kennen und schätzen gelernt habe er dieses System in bayrischen Wäldern. Es hierzulande aufzubauen, sei so einfach nicht gewesen. Schließlich habe man sich an das im Landkreis bestehende Rettungspunkt-System, das etwa Schulen, Kindereinrichtungen und Verwaltungen vereint, anschließen können. Durch die Freiwilligen Feuerwehren Frohburg und Kohren-Sahlis habe man intensive Unterstützung erfahren. Das Geithainer Holzunternehmen Ladenburger habe die Aufstellung mit günstigen Konditionen unterstützt.

"Zur jüngsten Jagdsaison haben wir es scharfgestellt", sagte Silvio Ackermann, Förster der Einsiedel'schen Verwaltung. Bisher sei es offenbar noch nicht in Anspruch genommen worden. Ackermann hält es für sinnvoll, das System allen, die sich im Wald aufhalten und die hier in eine Gefahr geraten können, zugänglich zu machen. Einig sei man sich mit dem Fremdenverkehrsverband Kohrener Land, Rettungspunkte künftig in Wanderkarten aufzunehmen.

Wer im Colditzer Forst, im Oberholz, im Thümmlitzwald unterwegs ist, sucht die grünweißen Tafeln noch vergeblich. "Unsere Rettungspunkte sind speziell für alle im Wald ablaufenden Arbeiten entwickelt", erklärt Christiane Wolfram, Sprecherin vom Sachsenforst in Leipzig oder Forstbezirk Leipzig. Das sei historisch so gewachsen und habe sich bewährt. Das Rettungspunktesystem wird auch bei größeren Veranstaltungen im Wald, bei den Waldjugendspielen beispielsweise und bei Gesellschaftsjagden genutzt. Im Colditzer Forst etwa gibt es sieben mit den Leitstellen abgestimmte Punkte, außerdem drei, die Rettungshubschrauber ansteuern können. Den Verzicht auf eine öffentliche Ausschilderung begründet Wolfram mit Haftungsfragen. Allerdings werde die gesamte Problematik zurzeit in der Sachsenforst-Geschäftsleitung diskutiert. Nicht ausgeschlossen, dass am Ende eine Öffnung des internen Systems stehe.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 05.05.2015
Ekkehard Schulreich

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