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Jeder zehnte Garten steht leer

Jeder zehnte Garten steht leer

Mit 123 Vereinen und etwa 6800 Kleingärten konnte der Regionalverband der Kleingärtner der Gebiete Borna, Geithain und Rochlitz auch 2011 den Bestand der vergangenen Jahre halten.

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Hübsch gelegen ist die 1918 gegründete Kleingartenanlage Liebes Kirsch Allee in Borna. Die Kreisstadt verfügt über zahlreiche Schrebergärten.

Quelle: Günther Hunger

Borna. Ungebrochen frönen Tausende Mitglieder und deren Familien Laubenpieper-Freuden. Allerdings gibt es auch Anlass zu Sorgenfalten: Fast zehn Prozent der Gärten stehen derzeit leer.

„Dabei ist der Leerstand territorial sehr unterschiedlich", weiß Rolf Steinert, der seit vielen Jahren Vorsitzender und Geschäftsführer des Verbandes ist und in Frauendorf wohnt. Während in städtischen Gebieten und auch in einigen ländlichen Räumen - wie in Thierbach oder Deutzen - leere Gärten kaum zu finden sind, gibt es in den Vereinen „Elstertal" Pegau, „Alte Heimat" und „Erholung" Geithain, „Volkswohl" Großzössen, „Pleißenaue" Lobstädt oder auch in Geringswalde inzwischen beachtliche „weiße Flecken", sagt Steinert. Wie unterschiedlich das sei, zeige sich auch in Neukieritzsch mit seinen vier großen Anlagen. Eine Sparte mit 54 Gärten sei voll belegt, eine mit 128 Gärten habe nur einen einzigen Garten frei. Dagegen warteten in einer 184 Gärten umfassenden Sparte inzwischen 28 grüne Oasen auf neue Nutzer. Im Bereich Geithain sei die Lage bis auf die Vereine „Alte Heimat" und „Erholung" relativ stabil, schätzt Steinert ein. „Im gesamten Verbandsbereich haben wir derzeit reichlich 600 freie Gärten", lautet sein numerisches Fazit zum Jahreswechsel.

Die betreffenden Vereine sind laut Steinert bestrebt und auch angehalten, die brach liegenden Gärten so schnell wie möglich wieder an den Mann (oder die Frau) zu bringen. „Ich würde mir wünschen, dass da mancherorts mehr Anstrengungen unternommen werden und die Vorstände der Vereine mehr Reklame machen", gibt der Frauendorfer zu. Aber auch der Regionalverband sehe sich in der Pflicht. So können sich interessierte Bürger auch hier jederzeit erkundigen, wo Gärten frei sind. Möglich ist das persönlich im Domizil des Verbandes in der Bornaer Grabengasse, aber auch über das Internet. Dort werden inzwischen für die Vereine völlig kostenlos mit Bildern und Beschreibung freie Gärten mit entsprechenden Lauben angeboten (www.kleingarten-borna-geithain-rochlitz.com).

Zur Bilanz 2011 des Regionalverbandes gehört auch ein Novum: Gemeinsam mit dem Volksplatzverein wurde im September in Borna unter aktiver Mitwirkung von Kleingärtnern das erste Erntedankfest auf die Beine gestellt. Das sei aus Sicht der Schrebergärtner ein voller Erfolg gewesen, sagt Steinert. Als Dankeschön fahren Vertreter der beteiligten Vereine Anfang 2012 nach Dresden, besichtigen beispielsweise den Landtag. Einziger Wermutstropfen für Steinert: „Leider hat sich aus dem Bereich Geithain gar kein Verein auf dem Volksplatz beteiligt." Dennoch werde das Erntedankfest auf jeden Fall im neuen Jahr am zweiten Septemberwochenende eine Neuauflage erleben.

In die nächste Runde geht auch der Verbandswettbewerb, an dem sich im vorigen Jahr 19 Vereine beteiligten, um ihre Ergebnisse in Sachen Blumenpracht, Obst, Gemüse, Gartengestaltung und Vereinsleben vorzustellen. Damit hat sich die Teilnahme im Vergleich zu den Vorjahren verdoppelt. 2011 siegte der Verein „Neues Leben" Groitzsch vor „Grüne Aue" Neukieritzsch und „Am Eichengrund" Borna. Steinert möchte schon jetzt das Augenmerk auf den Leistungsvergleich in diesem Jahr lenken. „Vielleicht nehmen dann noch mehr Gartenvereine teil", ist er durchaus optimistisch.

Auch ein dreitägiges Vereinsseminar, das mit großer Wahrscheinlichkeit zum dann achten Mal im Regionalverband stattfinden wird, soll weiteren Schwung bringen.

Thomas Lang

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