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Borna Jedes zehnte Kind im Landkreis Leipzig ist zu dick
Region Borna Jedes zehnte Kind im Landkreis Leipzig ist zu dick
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12:15 30.03.2016
Die Waage belegt es: Viele Kinder im Landkreis Leipzig sind zu dick. (Symbolfoto) Quelle: dpa
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Borna/Wurzen

Von den dabei im Schnitt etwa 2000 Mädchen und Jungen, die die Mediziner des Gesundheitsamtes dann im Landkreis Leipzig untersuchen, sind etwa zehn Prozent zu dick. Und der Trend ist eindeutig, sagt Amtsärztin Dr. Silke Schäpling. „Die Übergewichtigkeit nimmt mit steigendem Alter zu.“

An dieser Tatsche ändert auch die Tatsache nichts, dass der Anteil übergewichtiger Kinder bei der Schulanfangsuntersuchung von 9,7 Prozent im Jahr 2010 auf 7,5 Prozent im vorigen Jahr zurückgegangen ist. Bei den Sechstklässlern stieg er im Vergleich zu 2010 im vorigen Jahr leicht an, so dass 11,68 Prozent aller Zwölf- und 13-Jährigen übergewichtig waren. Fünf Prozent der übergewichtigen Kinder gelten als fettsüchtig.

Durch Übergewicht nehme die Gefahr von Krankheiten wie bei Erwachsenen, die zu viel auf die Waage bringen, zu, sagt die Amtsärztin mit Blick auf Stoffwechselkrankheiten und Bluthochdruck oder die Belastung des Knochengerüstes. Mittlerweile gebe es auch Kinder mit Diabetes Typ II. Dass ältere Kinder tendenziell stärker übergewichtig sind, sei auch deshalb problematisch, weil sie in einem Alter sind, in dem sich ein paar Pfunde zu viel nicht mehr so verwachsen wie bei Kleineren.

Die Gründe für die ungesunde Gewichtszunahme liegen für die Amtsärztin auf der Hand. Kinder spielen heutzutage eher weniger draußen, und sie laufen weniger – auch deshalb, weil sie zu Schule gefahren werden. Hinzu kommt die Ernährung. Fertiggerichte müssten zwar nicht generell verteufelt werden, so die Medizinerin, „sie sollten aber die Ausnahme bleiben“.

Bei den Reihenuntersuchungen werden auch Größe, Seh- und Hörfähigkeiten und der Gesamtzustand der Kinder untersucht. Dabei sei festzustellen, dass die Mädchen und Jungen körperlich zwar gesünder seien als früher, oftmals aber Verhaltensauffälligkeiten haben. „Sie zappeln und haben Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen“, sagt die Amtsärztin. Eine Ursache dafür sei die oftmals fehlende Tagesstruktur der Kinder. „In vielen Familien wird nicht mehr zusammen Abendbrot gegessen.“ Sind die Kinder übergewichtig, wird ihnen das bei den Untersuchungen mitgeteilt. Die Leiterin des Gesundheitsamtes: „Es ist wichtig, frühzeitig zu intervenieren.“

Auch über die Reihenuntersuchungen hinaus. Eine Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes geht deshalb regelmäßig in Schulen und Kindertagesstätten sowie Freizeiteinrichtungen und informiert über gesunde Ernährung.

Von Nikos Natsidis

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