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Borna Jetzt also doch: THW Borna beseitigt abgestelltes Autowrack
Region Borna Jetzt also doch: THW Borna beseitigt abgestelltes Autowrack
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18:38 01.03.2018
Zuerst mussten die THW-Kräfte Bäume zersägen, die in den zurückliegenden Jahren auf das Auto gefallen waren.  Quelle: André Neumann
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Borna

Ein Sechs-Mann-Trupp des Technischen Hilfswerkes (THW) Borna um Zugführer Marco Leipert hat am Sonnabend ein Autowrack aus einem Waldstück nahe des Speicherbeckens Witznitz geborgen. Der BMW stand dort seit mittlerweile fast vier Jahren. Die Aktion war auf Vermittlung von Landrat Henry Graichen (CDU) als Übung vereinbart worden, um den Schrott endlich bergen zu können. Für das THW war der Einsatz eine willkommene Gelegenheit, Tätigkeiten und Abläufe für Bergungen zu üben.

Um das Wrack aus dem Wald zu holen, mussten die Helfer des THW, die mit zwei ihrer blauen Lastwagen bis auf eine Lichtung vor dem Waldstück gefahren waren, zuerst zwei Bäume zersägen und zur Seite räumen, die mittlerweile auf das Schrottauto gefallen waren. Zwei andere, die teils gekippt im Weg standen, mussten gefällt werden. Mehr Schaden entstand durch die Bergungsaktion nicht. Die ersten Meter wurde der Wagen dann mittels einer an einem Baum befestigten manuellen Seilzugvorrichtung bewegt.

Danach kam die Seilwinde des mit jeder Menge Technik und Werkzeugen ausgerüsteten MAN zum Einsatz, der vorn an der Lichtung stand. Das 50 Meter lange Seil reichte bis zu einer Umlenkrolle und um die letzte Biegung, die mit deren Hilfe genommen werden konnte. Ergänzt wurde es mit mehreren textilen Zugschlingen. Der Wagen musste insgesamt rund 90 Meter aus dem dichten Wald gezogen werden. Nachdem er sich einmal im Boden verkeilte und wieder frei gelegt werden musste, klappte die Bergung wie am Schnürchen. Zuletzt holte ein vom Landratsamt beauftragter Abschleppdienst das Wrack ab.

Helfer des THW Borna zogen am Sonnabend den illegal entsorgten BMW aus einem Waldstück am Speicherbecken Witznitz bei Borna.

Schaulustige waren nicht vor Ort, was den THW-Leuten auch ganz recht war. Wer die blauen Helfer und ihre Technik näher kennen lernen möchte, hat dazu am 27. Mai Gelegenheit. Dann findet auf dem Stützpunkt in der Kasernenstraße 2 in Borna (am Bahnhof) ein Tag der offenen Tür statt.

Das jetzt geborgene Wrack stand vermutlich seit dem Spätsommer 2013 in dem Waldstück. Anwohner und Spaziergänger hatten schon damals die Polizei informiert. Das Landratsamt, welches in öffentlich zugänglichen Flächen für illegal entsorgten Müll zuständig ist, wurde erst Wochen später eingeschaltet. Die Behörde versuchte zunächst, den Eigentümer des Fahrzeuges ausfindig zu machen. Der wurde zwar gefunden, es gelang aber bis heute nicht, ihn zur Beseitigung des Schrotts zu bewegen. Währenddessen blieb das Auto im Wald stehen. Das Landratsamt hatte dazu schon Anfang 2015 erklärt, illegaler Müll müsse nur dann unverzüglich beseitigt werden, wenn davon Gefahren für Umwelt und Boden ausgehen. Das wurde für diesen Fall verneint.

In diesem Jahr hatte das Landratsamt erstmals nicht mehr ausgeschlossen, dass das Wrack sogar im Wald bleiben könnte. Alle Bemühungen, den Fahrzeughalter oder den Verursacher dran zu bekommen, waren gescheitert. An verwertbaren Ideen, das Wrack ohne weiteren Schaden für die Umwelt aus dem Wald zu bekommen, mangelte es. Nach einer Schlagzeile in der LVZ, die Behörde sei ratlos, schaltete sich Landrat Henry Graichen persönlich ein und verabredete den Einsatz des Technischen Hilfswerkes am Sonnabend.

Von André Neumann

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