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Borna Jetzt geht’s los in Deutzen: Baustart für August-Bebel-Straße im November
Region Borna Jetzt geht’s los in Deutzen: Baustart für August-Bebel-Straße im November
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00:21 29.10.2017
Altes Pflaster, tiefe Löcher: Damit ist demnächst Schluss, in Deutzen wird die östliche August-Bebel-Straße ausgebaut. Quelle: Jens Paul Taubert
Neukieritzsch/Deutzen

Jetzt geht es wirklich los. Im November beginnt in Deutzen der lange erwartete grundhafte Neubau der seit Jahren maroden östlichen August-Bebel-Straße. Der Neukieritzscher Bauamtsleiter René Hertzsch und Vertreter der Planungsbüros informierten auf einer Bürgerversammlung über das Vorhaben. Gut 25 Anlieger der Straße und angrenzender Wohngebiete nahmen das Angebot wahr.

Exakt 442 Meter lang ist die Baustrecke von der Einmündung in die Staatsstraße 50 bis zur Einfahrt des Garagenhofes am anderen Ende. Und das Gemeinschaftsvorhaben der Gemeinde Neukieritzsch und des Wasser- und Abwasserzweckverbandes Bornaer Land (ZBL) wird kein Pappenstiel, kostet mehr als zwei Millionen Euro. Der Gemeinderat und die Verbandsversammlung des ZBL hatten am Dienstag für die Vergabe an das Bauunternehmen Reif gestimmt. Gleich am nächsten Tag wurde der Auftrag erteilt, offizieller Baustart ist demnach am 7. November. Begonnen wird am Garagenhof am hinteren Ende der Straße.

Auf der gesamten Länge wird eine neue Abwasserleitung verlegt und die Hausanschlüsse werden erneuert. Eine neue Wasserleitung kommt nur zwischen der Richard-Wagner-Straße und dem Garagenhof in die Erde. Im anderen Teil sei die vor einigen Jahren schon einmal erneuert worden, weswegen der ZBL sie nicht tauschen will. Auch andere Medien werden teilweise neu- oder umverlegt.

Die Straße wird 6,5 Meter breit und asphaltiert. Die Kreuzungsbereiche werden gepflastert, was laut René Hertzsch vor allem dazu dienen soll, Verkehrsteilnehmer auf die Rechts-vor-Links-Regel in der Tempo-30-Zone hinzuweisen. „Sonst hätten wir hier eine 400 Meter lange Rennstrecke“, sagte der Bauamtsleiter. Einen durchgängigen Gehweg bekommt die Straße nur auf der Südseite. Auf der anderen Seite wird der Fußweg von der Staatsstraße bis zum Flachbau mit den Geschäften angelegt, daran schließt sich ein Grünstreifen mit Bepflanzungen an. Wegen des dichten unterirdischen Leitungsnetzes kann voraussichtlich nur eine Handvoll Bäume gepflanzt werden.

Bauabschnitt eins ist von November bis Mitte Januar vorgesehen. In der Zeit wird von der Einfahrt zum Garagenhof bis zur Wagner-Straße gebaut. Dieter Olschack, einer der Garageninhaber, bat darum, die Zeit möglichst kurz zu halten, während der die Garagen nicht erreichbar sind, und um eine vorherige Information. Von Januar bis Juli ist laut Plan der nächste Abschnitt bis zur Barbarastraße dran, danach wird bis zum Herbst die Einmündung in die S 50 gebaut, wofür eine zeitweilige provisorische Überfahrt angelegt wird. Für die Befahrbarkeit der Grundstücke im unmittelbaren Baufeld verwies Hertzsch auf die Abstimmung mit den Verantwortlichen der Baufirma vor Ort. Die Firma wird sich auch darum kümmern, dass die Mülltonnen der Bewohner in den Bauabschnitten zu einem Sammelplatz gebracht werden.

Getränkehändler Rainer Tosch fürchtet um sein Geschäft, wenn Kunden und er selbst für einige Zeit nicht mit dem Auto bis an den Laden fahren könnten. Gerald Schwennecke vom Planungsbüro Klemm und Hensen beruhigte ihn mit Verweis auf die August-Bebel-Straße in Rötha, die die Firma Reif im vorigen Jahr gebaut hatte. Dort sei es bei beengten Verhältnissen sogar gelungen, dass ein Supermarkt in der Straße immer erreichbar war.

Eine einzige Frage konnte an dem Abend nicht gänzlich geklärt werden. Angesichts des Baustarts im Herbst wollte Achim Reichenbach, selbst vom Bau, wissen: „Was ist, wenn Winter wird.“ Bauamtsleiter Hertzsch gab zu: „Wenn Sie vom Bau sind, wissen Sie: Das ist Lotto.“ Gebe es nur einen leichten Winter, könne man durchweg bauen. Andernfalls biete der Zeitplan im Herbst nächsten Jahres noch einige Wochen Puffer.

Trotz aller Unwägbarkeiten, am Ende der Veranstaltung sagte eine Anliegerin: „Wir freuen uns, dass es los geht“, worauf sogar noch ein leichter Beifall folgte.

Von André Neumann

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