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Jetzt ist die Orgel dran

Jetzt ist die Orgel dran

Was wäre Großpötzschau ohne seine sanierte Kirche? „Hier wurden die Alteingesessenen getauft, und sie haben hier geheiratet", erzählt Falk Pidun. Er ist der Vorsitzende des Fördervereins für das Gotteshaus.

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Jetzt kann sich die Kirche von Großpötzschau von außen wieder sehen lassen. Falk Pidun ist der Vorsitzende ihres Fördervereins.

Quelle: Peter Krischunas

Pötzschau. Deshalb haben sich auch die langjährigen Bewohner des Dorfes für den Verein stark gemacht.

Nachdem 1992 der Baustopp für den Tagebau Espenhain kam und damit das Dorf gerettet war, bauten und sanierten hier viele zugezogene, jüngere Familien. „Nur die Auferstehungskirche blieb bis vor fünf Jahren ein Schandfleck", erinnert sich Falk Pidun. Der Architekt zog 1999 von Leipzig nach Großpötzschau und baute einen alten Dreiseitenhof aus. Seine Ehefrau ist aktive Reiterin und fand hier einen idealen Ort für einen Pferdeoffenstall.

Laut Ortschronistin Gisela Seifert waren der Ort Pötzschau und seine Kirche wegen des Tagebaus Espenhain bereits Mitte des 20. Jahrhunderts abgeschrieben. Seitdem wurde nichts mehr in die Bausubstanz investiert. „Es war unser Glück, dass die Vereinsmitglieder die Auferstehungskirche vor dem Abriss retten konnten, allen voran Falk Pidun und unser ehemaliger Bürgermeister Hans Dieter Bäder", blickt die Ortschronistin zurück.

Laut Pidun bot Espenhains Bürgermeister Jürgen Frisch im Jahr 2005 den Gründern des Fördervereins eine wichtige Plattform. Mehrmals trafen sie sich, um nach einer Lösung für die Rettung der Kirche zu suchen. Die 17 Mitglieder, darunter auch langjährige Einwohner von Großpötzschau, warben mittels verschiedener Veranstaltungen um Spenden. Auch die Gemeinde Espenhain leistete wichtige finanzielle Unterstützung. Zudem bezahlte Bauer Rolf Laux die neue Kirchturmspitze. Die alte Spitze aus dem Jahr 1882 war durch die Witterung und den Beschuss von Soldaten zu Kriegszeiten stark zerstört worden. „Leider konnten wir die Dokumente, die darin enthalten waren, nicht mehr retten", bedauert Pidun.

Die vielen Spenden der Dorfbewohner ermöglichten im ersten Bauabschnitt den Erwerb von Baumaterialien. Dabei fassten die Einheimischen bei vielen Arbeiten wie dem Auf- und Abbau des turmhohen Baugerüstes selbst mit an. „Sonst wäre die Sanierung der Außenfassade nicht möglich gewesen." Auch die Hilfe von Firmen war wichtig. Ein Unternehmen aus Böhlen zum Beispiel stellte das Baugerüst für den Kirchturm für die anderthalb Jahre äußerst preisgünstig zur Verfügung.

Interessant ist, dass die Landeskirche laut Pidun anfangs kein großes Interesse an der Sanierung hatte. „Schließlich hat Sachsen sehr viele Kirchen, die zu finanzieren schwer genug sind", zeigt der Vereinsvorsitzende dafür durchaus Verständnis. Nur Karl-Heinz Dallmann, der ehemalige Pfarrer der Kirchgemeinde Mölbis, zu der Pötzschau gehört, engagiert sich von Anfang an in dem Förderverein.

Erst im zweiten Bauabschnitt steuerte die Landeskirche 18 000 Euro für die Erneuerung des Kirchenschiffs bei. Auch von der Denkmalschutzbehörde flossen jetzt Fördermittel. In den letzten drei Jahren wurden die Bauvorhaben überwiegend mit Mitteln aus der Integrierten Ländlichen Entwicklung (Ile) finanziert, sagt der Fördervereinsvorsitzende. 90 000 Euro seien aus diesem Topf der Europäischen Union geflossen, die damit den ländlichen Raum unterstützen will.

Die Außenfassade des Gebäudes ist mittlerweile komplett saniert und macht einen prächtigen Eindruck. „Das kostete uns viel Zeit und Kraft", meint Pidun, der als Architekt über viel Fachwissen und wichtige Kontakte verfügt. Bis auch das Innere der Kirche fertiggestellt ist, werden allerdings noch einige Jahre vergehen. Als Nächstes muss die hochwertige Orgel repariert werden, auch um die Möglichkeiten musikalischer und kultureller Veranstaltungen, die der Verein organisiert, zu verbessern.

Peter Krischunas

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