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Borna Jobcenter fordert Umzug – Böhlenerin klagt
Region Borna Jobcenter fordert Umzug – Böhlenerin klagt
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04:54 26.09.2018
Blick auf das Jobcenter in Borna. Im Fall einer Frau aus Böhlen weigert sich die Behörde, Aufschub für einen Umzug zu gewähren.Julia Tonne
Böhlen

Die Böhlenerin Sina Apitz (Name von der Redaktion geändert) führt derzeit einen Kampf gegen Windmühlen. Nicht nur, dass sie gesundheitlich schwer angeschlagen ist, nun hat sie außerdem die Befürchtung, dass sie aus ihrer Wohnung geworfen wird. Ein Entgegenkommen von Seiten des Jobcenters und der Stadtverwaltung Böhlen sieht sie nicht. Jetzt hat sie Klage beim Sozialgericht eingereicht.

Arbeit durch Schmerzen nicht möglich

Vor zwei Jahren erlitt Apitz zwei Bandscheibenvorfälle, die zunächst nicht erkannt wurden. „Stattdessen hat mir der Arzt Antidepressiva verschrieben“, erzählt sie. Die wiederum sorgten dafür, dass sie wegen einer Autoimmunerkrankung dreimal ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Erst durch einen Arztwechsel und die Magnetresonanztomographie (MRT) stellte sich die wahre Ursache der Beschwerden heraus. Weil eine Operation wegen der Geringfügigkeit der Bandscheibenvorfälle von Seiten der Ärzte abgelehnt wurde, ziehen sich Apitz’ Schmerzen mittlerweile bis zum Kiefer. Arbeiten kann sie längst nicht mehr.

Jobcenter fordert Umzug in kleinere Wohnung

Während der langen Suche nach der Ursache der Schmerzen flatterte der Böhlenerin ein Schreiben des Jobcenters ins Haus, in dem sie aufgefordert wurde, in eine kleinere Wohnung zu ziehen. „Zu dem Zeitpunkt war meine Tochter ausgezogen, weshalb mir das Jobcenter mitteilte, die Kosten senken zu müssen.“ Apitz erklärte daraufhin, dass sie durchaus gewillt sei, umzuziehen, allerdings erst, wenn sie gesundheitlich dazu imstande sei.

Aufschub endet am Sonntag

Zwar gab es von Seiten des Jobcenters zunächst einen Aufschub, der allerdings endet Ende September. „Die Behörde zahlt die Wohnung noch diesen Monat, ab Oktober dann aber nicht mehr“, sagt Apitz. Vom Jobcenter würde sie dann für eine Wohnung nur soviel Geld erhalten, wie ihr als alleinige Mieterin in einer Wohnung angemessener Größe zustehen würde. Die Differenz, so die Böhlenerin weiter, müsse sie dann selbst aufbringen.

Apitz: Auch von der Stadt kein Entgegenkommen

Apitz ist dieser Wochen zur medizinischen Reha und hatte im Vorfeld auf einen weiteren Ermessensspielraum, sprich einen weiteren Aufschub des Umzugs, des Jobcenters gehofft. Ohne Erfolg – „dafür wurde ich kurz vor Abfahrt von einem Nachbarn informiert, dass ihm meine Wohnung versprochen worden sei“, sagt Apitz. Denn die Stadt Böhlen als Eigentümer werde sich wohl nicht mit der geringeren Miete zufrieden geben. „Mehrmals war ich bei der Stadt, aber auch hier war von Entgegenkommen nichts zu merken.“

Jobcenter kommentiert den Fall derzeit nicht

Aus den Gründen hat Apitz Klage beim Sozialgericht eingereicht, kann jedoch dieser Wochen auf Schriftverkehr nicht reagieren. Das Jobcenter kommentiert die Situation derzeit gar nicht. „Weil es sich um ein Eilverfahren handelt, können wir dazu nichts Konkretes mitteilen“, schreibt das Landratsamt. Lediglich zwei Varianten schlüsselt die Behörde noch auf: Entweder erfolgt der Umzug in eine angemessene Wohnung oder aber der Mieter übernimmt die Differenzkosten. Von der Stadt Böhlen ist hingegen zu erfahren, dass Apitz geeigneter Wohnraum „zur Verfügung“ stehen würde. Für sie sei alles geregelt, so dass ihre Ängste unbegründet seien.

Von Julia Tonne

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