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Jobcenter konzentriert sich auf nur noch vier Standorte

Landkreis Leipzig Jobcenter konzentriert sich auf nur noch vier Standorte

Die Wege zum Kommunalen Jobcenter werden im nächsten Jahr für manchen weiter: Die Kreisbehörde, die zurzeit in sieben Kommunen und neun Gebäuden untergebracht ist, konzentriert ihre Kapazitäten. Künftig finden Leistungsbezieher nur noch in Borna, Grimma, Wurzen und Markkleeberg persönliche Ansprechpartner.

Das Konzept für die Jobcenter wird ab Jahresende umgesetzt. (Symbolfoto)
 

Quelle: dpa-Zentralbild

Grimma/Borna.  Die Wege zum Kommunalen Jobcenter werden im nächsten Jahr für manchen weiter: Die Kreisbehörde, die zurzeit in sieben Kommunen und neun Gebäuden untergebracht ist, konzentriert ihre Kapazitäten. Künftig finden Leistungsbezieher nur noch in Borna, Grimma, Wurzen und Markkleeberg persönliche Ansprechpartner. Die Filialen in Groitzsch, Geithain und Markranstädt werden aufgegeben.

Das Kommunale Jobcenter im Landkreis ist künftig nur noch mit Filialen in Borna, Grimma, Wurzen und Markkleeberg vertreten. Die Farben der Karte zeigen die Zuordnung der Kommunen zu diesen vier Einrichtungen.

Das Kommunale Jobcenter im Landkreis ist künftig nur noch mit Filialen in Borna, Grimma, Wurzen und Markkleeberg vertreten. Die Farben der Karte zeigen die Zuordnung der Kommunen zu diesen vier Einrichtungen.

Quelle: Jobcenter/Patrick Moye

Das sieht ein Konzept vor, das der Kreistag bereits im vergangenen Jahr beschloss und das jetzt schrittweise umgesetzt werden soll. Die Konzentration des Kommunalen Jobcenters auf vier Gebäude soll Kosten einsparen, die Arbeit verbessern und Barrieren abbauen, denn nicht alle aktuell genutzten Immobilien sind für diesen Zweck gut geeignet. Voraussichtlich bis Ende des Jahres macht Markkleeberg den Auftakt. Hier werden die bisherigen Außenstellen Markranstädt und Groitzsch mit dem bestehenden Jobcenter in der Hauptstraße zusammengefasst.

„Wir wissen aufgrund unserer Erfahrung: Eine intensive Betreuung im Jobcenter bringt den meisten Erfolg“, sagt Jörg Altmann, der die Behörde leitet. Er meint mit „Erfolg“, Hilfen derart zu leisten, dass die Menschen nach der Unterstützung wieder ohne Leistungen aus dem Jobcenter über die Runde kommen könnten. Vieles lässt sich heute per Telefon beziehungsweise E-Mail klären und wird auch schon so praktiziert, erklärt er. Das aber ersetze nicht die persönliche Zuwendung, den unmittelbaren Kontakt. „Wer zu uns kommt, erwartet zu Recht, dass wir uns seinem Anliegen möglichst konkret widmen“, sagt Altmann. Dazu brauche es in den Filialen nicht nur ausreichendes, sondern auch speziell geschultes Personal. Das betreffe die Berufsberatung, die Betreuung durch Jobmanager, den Einsatz von Ein-Euro-Jobbern und anderes.

Um das zu ermöglichen, sei eine Konzentration auf vier Standorte in den großen Städten im Landkreis unverzichtbar – auch wenn das für die Betroffenen mitunter längere Fahrtwege bedeute. Hinzu kommt, dass die Anzahl der Leistungsberechtigten im Landkreis Leipzig seit Jahren sinkt, teilt der Amtsleiter mit. Wurden noch rund 23 500 Frauen, Männer und Kinder unterstützt, waren es im De­zember 2015 nur noch rund 19 500. Diese Tendenz setze sich fort, auch wenn sie aufgrund der Übernahme von anerkannten Flüchtlingen in die Hohheit des Jobcenters etwas gebremst werde.

Voraussichtlich am Ende des Jahres wird die Strukturreform im Nordwesten des Landkreises greifen. Ab diesem Zeitpunkt kümmern sich in Markkleeberg dann 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um rund 4500 Leistungsberechtigte. Die Mietobjekte in Groitzsch und Markranstädt werden aufgegeben. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat aufgrund seines Wegzugs nach Leipzig im Markkleeberger Behördengebäude den nötigen Platz geschaffen.

Im Frühjahr beziehungsweise Sommer 2017 soll dann die Filiale in Geithain schließen, die bisher auch von der Agentur für Arbeit genutzt wird, welche aber auch nur noch wenige Sprechzeiten in in der Stadt anbietet. Für die Leistungsempfänger von dort ist dann das Bornaer Jobcenter zuständig, dessen neuer Sitz jenes Gebäude unmittelbar hinter dem Rathaus ist, in dem sich bis vor Kurzem das Finanzamt befand. Anderweitig verwendet werden dann die bisher genutzten, kreiseigenen Gebäude in der Stauffenberg- und der Deutzener Straße. Die neue Niederlassung mit 100 Mitarbeitern betreut dann rund 4500 Menschen; zudem werden hier der Arbeitgeber-Service und der Weiterbildungsbereich – bisher in Grimma ansässig – angesiedelt.

Der dritte und letzte Punkt der Strukturveränderung betrifft Grimma selbst: Die Räume in der Bahnhofstraße werden aufgegeben. Der Fachbereich Recht, der sich unter anderem um Widerspruchsverfahren, Klagen und Unterhaltsfragen kümmert, zieht mit in die Zentrale in der Südstraße.

Von Ekkehard Schulreich

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