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Borna Jubiläum: Volkshochschule in Borna vor 70 Jahren gegründet
Region Borna Jubiläum: Volkshochschule in Borna vor 70 Jahren gegründet
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13:36 11.03.2018
Ralph Egler leitet die Volkshochschule Leipziger Land. Quelle: André Kempner
Borna

Benötigt wurden 2500 Blatt Schreibmaschinenpapier und die doppelte Menge Durchschlagpapier. Auch vier Radiergummis mussten beschafft werden. So steht es im „Aufbauplan für die Kreisvolkshochschule Borna“ des Landratsamtes, mit dem im Jahr 1947 die Gründung der heutigen Volkshochschule (VHS) Leipziger Land vorbereitet wurde. Ein Dokument, das Ralph Egler, der Leiter der VHS, jetzt im Kreisarchiv gefunden hat. Zwar lässt sich das exakte Gründungsdatum der Bildungseinrichtung nicht feststellen. Fakt ist aber, „dass die Volkshochschule vor 70 Jahren gegründet wurde.“

Ralph Egler leitet die Volkshochschule Leipziger Land. Quelle: André Kempner

Vor dem Krieg weder in Borna noch Geithain Volkshochschulen

Die Bornaer VHS ist damit die jüngste in Sachsen. Während die VHS in Grimma bereits auf eine 100-jährige Geschichte zurückblicken kann, kam es in Deutschland im Wesentlichen erst nach Ende des Ersten Weltkriegs zur Gründung von Schulen, in denen es um die Erwachsenen- und Weiterbildung ging. Vorläufer der VHS waren die Arbeiter- und Handwerkerbildungsvereine sowie die Universitätsausdehnungsbewegung. Mit der Weimarer Verfassung wurden dann die Weichen für die Gründung der heutigen VHS gestellt. Allerdings nicht in Borna. VHS-Chef Egler: „Vor dem Krieg gab es offenkundig weder in Borna noch in Geithain eine Volkshochschule.“

Deshalb war die Umsetzung der Order der Sowjetischen Militäradministration (SMAD), die nach Kriegsende in der Ostzone das Sagen hatte, in Borna von besonderer Bedeutung. Die Besatzungsmacht hatte die Gründung von Volkshochschulen in Deutschland befohlen. Und so wurde die VHS in Borna als letzte Einrichtung ihrer Art in Sachsen gegründet. Wie es noch heute zum Konzept der VHS gehört, ging es auch im Kreis Borna darum, möglichst nah an die potenzielle Schülerschaft heranzukommen. Deshalb entstanden Außenstellen in Geithain, Kitzscher und Rötha sowie in Bad Lausick, Groitzsch, Pegau und Frohburg. Zur Gründung zweier Werks-VHS in Böhlen und Espenhain kam es allerdings nicht.

6355 Teilnehmer an 682 Kursen im Vorjahr

Anders als die VHS vor dem Krieg und in Westdeutschland waren die Volkshochschulen im Osten sehr praxisorientiert. Hier ging es vor allem um die Berufsbildung sowie um Möglichkeiten, Schulabschlüsse nachzuholen. Verfeinert wurden diese Angebote in den 60er-Jahren durch die Schaffung von Kreislandwirtschaftsschulen, wie es sie auch in Borna gab.

Aus der Erwachsenenbildung ist die VHS Leipziger Land auch nach Wende und Wiedervereinigung nicht wegzudenken. Im letzten Jahr nahmen 6355 Teilnehmer an insgesamt 682 Kursen teil.

Anlässlich des Jubiläums „100 Jahre VHS in Deutschland“ wird die Bildungseinrichtung mit Sitz in der Bornaer Jahnstraße auf besondere Weise gewürdigt. Sie ist eine von 100 Volkshochschulen bundesweit, die in einer Broschüre anlässlich des VHS-Jubiläums vorgestellt werden. Der Text dafür stammt aus der Feder von Ralph Egler, der auch Vorsitzender des Sächsischen Volkshochschulverbandes ist, der Vereinigung der sächsischen VHS, die sich einer besonderen Wertschätzung erfreuen kann. Präsident des Verbandes ist kein Geringerer als der aktuelle Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU).

Von Nikos Natsidis

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